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Steuererklärung 2011: Tipps für Ihre Steuern

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Steuererklärung - Elektronische Abgabe für viele nun Pflicht

29.05.2012, 09:20 Uhr | dpa-tmn, AFP, dapd, t-online.de - mmr, dpa-tmn, AFP, dapd, t-online.de

 

Bis zum 31. Mai 2012 müssen die meisten Steuerzahler in Deutschland ihre Steuererklärung 2011 abgeben. Viele Steuerzahler schieben das unbeliebte Ausfüllen der Formulare vor sich her. Dabei lohnt sich der Aufwand für Arbeitnehmer wegen der Aussicht auf eine Steuer-Rückerstattungen so gut wie immer. Laut Daten des Statistischen Bundesamts haben neun von zehn Bürgern, die sich durch den Papierkrieg gekämpft hatten, auch eine Rückzahlung erhalten. Die durchschnittliche Steuererstattung betrug gut 800 Euro. In mehr als drei Millionen Fällen lag die Rückzahlung sogar bei über 1000 Euro. Und wer eine Steuer-Software nutzt, hat die Erstattung schon mit wenigen Klicks praktisch sicher. Die folgenden Steuertipps zahlen sich aus.

Immer mehr Online-Erklärungen

Millionen Bundesbürger machen sich in diesen Wochen an ihre Steuererklärung 2011. Formulare aus Papier füllen dabei immer weniger Steuerzahler aus. "Viele erledigen das inzwischen mit Hilfe ihres Computers", erzählt Anita Käding vom Bund der Steuerzahler. Doch wer die Steuererklärung elektronisch an das Finanzamt schickt, sollte genau sein. Denn Fehler bleiben mitunter verborgen.

Selbstständige müssen elektronischen Weg wählen

Die meisten Arbeitnehmer können noch selbst entscheiden, ob sie lieber die Formulare ausfüllen wollen oder Computer-Programme für ihre Steuererklärung nutzen. "Einige Steuerzahler sind allerdings verpflichtet, den elektronischen Weg zu wählen", erklärt Käding. Dazu gehören grundsätzlich die Bezieher von sogenannten Gewinneinkünften. Damit müssen insbesondere alle Gewerbetreibende und Selbstständige dazu übergehen, ihre Steuerdaten elektronisch zu erfassen und die Jahres-Steuererklärungen in neuer Form abgeben. Auch Land- und Forstwirte sowie Arbeitnehmer, die mehr als 410 Euro pro Jahr mit einem Nebenjob verdienen, müssen dem Finanzamt die Daten online übermitteln.

E-Erklärung viel schneller

Der große Vorteil der elektronischen Steuererklärung: "Es geht jetzt viel schneller", findet Uwe Räuhöft vom Neuen Verband der Lohnsteuerhilfevereine (NVL) in Berlin. Denn die Steuererklärungen werden in der Finanzbehörde nun auch elektronisch verarbeitet, Kontrollen durch Finanzbeamte finden nur noch stichprobenartig statt. "Manchmal hat man jetzt schon nach ein oder zwei Wochen den Steuerbescheid in der Hand." So schnell ging es in Zeiten der manuellen Bearbeitung selten.

Außerdem berechnen die meisten Programme anhand der eingegebenen Daten, mit welcher Erstattung oder Nachzahlung ein Steuerzahler rechnen kann. "Diese Zahlen kann man dann mit dem Steuerbescheid vergleichen", sagt Rauhöft. Gibt es größere Abweichungen, wurden möglicherweise bestimmte Ausgaben nicht anerkannt.

Ein weiterer Vorzug: "Es müssen jetzt nicht mehr zwingend alle Belege eingereicht werden", erklärt Anita Käding vom Steuerzahlerbund. Ausnahmen seien lediglich Spendenbelege und Bescheinigungen von Banken. "Wenn die Finanzbeamten andere Nachweise sehen wollen, fordern sie diese an."

Etwas fehleranfälliger

Dennoch gibt es auch Nachteile. "Es ist ein Trugschluss, dass mit der zunehmenden Elektronisierung die Erstellung der Steuererklärung einfacher wird", findet Jörg Strötzel von der Vereinigten Lohnsteuerhilfe (VLH) in Neustadt an der Weinstraße. Denn die computergestützte Verarbeitung der Steuerdaten ist seiner Ansicht nach anfällig für Fehler.

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So werden für 2011 alle Daten über Arbeitslöhne, Renten, Lohnersatzleistungen und Krankenversicherungsbeiträge elektronisch an die Finanzverwaltung übermittelt. Dabei müsse aber damit gerechnet werden, dass viele der übertragenen Daten nicht vollständig sind, erläutert Strötzel. "Sogar der Bundesrechnungshof hat im Januar 2012 Fehlerquoten bei der Bescheid-Erstellung festgestellt, die zwischen 36 und 68 Prozent liegen."

Sorgfältig ausfüllen

Die Notwendigkeit, bei der Steuererklärung besonders genau zu sein, ist damit größer geworden. Denn Eingabefehler zu Ungunsten des Steuerzahlers seien nach Auffassung der Finanzgerichte ihm selbst zuzurechnen, erläutert Strötzel. "Darin liegt die eigentliche Tücke", findet auch Uwe Rauhöft. "Während früher ein Sachbearbeiter die Papiere angeschaut hat, läuft heute alles über den Computer." Zudem verlängerten eventuelle Nachfragen das Verfahren. Beispielsweise könnten sich verschiedene Werbungskosten selbst erklären, wenn sich der Steuerzahler die Mühe macht, seinen ausgeübten Beruf möglichst genau anzugeben.

Kritischer Blick auf Riester-Bescheinigungen

Steuerzahler sollten die Angaben in ihrer Steuererklärung dann auch besser zweimal prüfen. Neben den Daten zu Löhnen und Krankenkassen-Beiträgen lohnt sich auch ein kritischer Blick auf die Riester-Bescheinigungen. Denn auch hier stimmten die Angaben mitunter nicht, erklärt Rauhöft.

Schummeleien fliegen auf

Dabei sollte niemand der Versuchung erliegen, Lohnersatzleistungen wie etwa Arbeitslosen- oder Krankengeld zu "vergessen", warnt das Finanzportal Monero. Der Grund: Wegen neuer Meldepflichten fliegen solche Schummeleien seit diesem Jahr auf.

Die Lohnersatzleistungen sind zwar steuerfrei, unterliegen aber dem so genannten Progressionsvorbehalt. Das bedeutet: Der Steuersatz für das restliche Einkommen erhöht sich dadurch. Fehlen Angaben zu Lohnersatzleistungen, fällt die zu zahlende Steuer zu gering aus. Wurden die Lohnersatzleistungen vom Arbeitgeber gezahlt, werden sie in der elektronischen Lohnsteuerbescheinigung ausgewiesen und können gar nicht verheimlicht werden. Das gilt unter anderem für Kurzarbeitergeld, Zuschuss zum Mutterschaftsgeld und Altersteilzeitzuschlag.

Behörden melden erstmals Lohnersatzleistungen

Anders sah es bislang aus mit Leistungen wie Krankengeld von der Krankenkasse, Arbeitslosen- und Insolvenzgeld von der Arbeitsagentur oder Elterngeld von der Familienkasse. Das Finanzamt war darauf angewiesen, dass Angaben dazu in der Steuererklärung ordentlich erfolgten. Nun erfährt das Finanzamt davon auf anderem Weg: "Erstmals für 2011 müssen alle Behörden die Lohnersatzleistungen an den Fiskus melden", berichtet monero.de. Das hat das Bundesfinanzministerium in einem Erlass geregelt (IV C 5 - S 2295/11/10001). Werden keine oder falsche Angaben dazu in der Steuererklärung gemacht, wird das Finanzamt die Schummelei mit großer Wahrscheinlichkeit entdecken.

Arbeitsagentur meldet Lohnersatzleistungen sogar rückwirkend

Wer Leistungen von der Arbeitsagentur bezogen hat, der sitzt möglicherweise schon in der Meldefalle, sofern Steuererklärungen in der Vergangenheit nicht korrekt waren. Denn die Arbeitsagentur muss sogar rückwirkend für 2009 und 2010 den Bezug von Leistungen melden. Wer in seinen Steuererklärungen bereits unrichtige oder gar keine Angaben zu Leistungen von der Arbeitsagentur gemacht hat, sollte nach Meinung von monero.de über eine Korrektur im Wege einer Selbstanzeige nachdenken. Damit werde ein mögliches Verfahren wegen Steuerhinterziehung vermieden.

Der Bund der Steuerzahler rät darüber hinaus: Wer seine Steuererklärung ans Finanzamt schicken will, sollte sich vorher eine Kopie davon machen. Nur so können Verbraucher später überprüfen, ob im Steuerbescheid alles berücksichtigt wurde.

Steuerbescheid checken

Doch nicht nur die Formulare sollten gewissenhaft ausgefüllt werden. Auch den eingehenden Steuerbescheid sollten Verbraucher nicht einfach abheften. "Wenn das Finanzamt Abweichungen zwischen den gemeldeten und den in der Steuererklärung angegebenen Daten feststellt, wird das im Bescheid erklärt", erläutert Rauhöft. Daher sollten die Erläuterungen in jedem Fall aufmerksam durchgelesen werden - auch das Kleingedruckte. "Im Zweifel kann man Einspruch einlegen."

Steuererklärung 2011: Steuergesetz bringt Änderungen

Wer seine Steuererklärung nicht von einem Steuerberater erstellen lässt, sollte für das Jahr 2011 einige Änderungen aus dem letzten Jahressteuergesetz beachten. Klicken Sie sich durch unsere Steuer-Tipps.

ratgeber.t-online.de: Steuererklärung zu spät abgegeben: Was tun?
ratgeber.t-online.de: Lohnsteuerjahresausgleich: Für wen lohnt er sich?

 
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