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Mehr Insolvenzen für 2013 erwartet

09.11.2012, 14:07 Uhr | AFP, t-online.de

Mehr Insolvenzen für 2013 erwartet. Die Schifffahrts- und die Autoindustrie sind 2013 besonders von Insolvenzen betroffen (Quelle: Reuters)

Die Schifffahrts- und die Autoindustrie sind 2013 besonders von Insolvenzen betroffen (Quelle: Reuters)

Im kommenden Jahr dürfte wieder mehr Unternehmen die Insolvenz drohen. Grund ist die angespannte Wirtschaftslage, wie Insolvenzexperten in einer Umfrage der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst & Young sagten. Besonders gefährdet sind demnach die Autoindustrie und die Schifffahrtsbranche.

Der unerwartet starke Aufschwung habe im vergangenen Jahr so manches Unternehmen vor der Zahlungsunfähigkeit gerettet, erklärte Ernst & Young. Im Jahr 2011 hätten nur 30.099 Unternehmen Insolvenz anmelden müssen und damit rund sechs Prozent weniger als im Vorjahr. Auch in den ersten sechs Monaten dieses Jahres sei es trotz der beginnenden konjunkturellen Abkühlung ruhig geblieben. In den kommenden zwölf Monaten drohten aber wieder mehr Pleiten.

Überwiegend leichte Zunahme erwartet

Drei Viertel (77 Prozent) der befragten Insolvenzexperten erwarten, dass die Anzahl der Restrukturierungsfälle in den kommenden zwölf Monaten leicht zunehmen wird. Zehn Prozent rechnen sogar mit einer starken Zunahme. Ernst & Young befragte 126 Insolvenz- und Restrukturierungsberater, Bankmanager, Insolvenzverwalter und Investoren.

Hohe Risiken sehen die Experten in der Autobranche. Ein Viertel der Befragten geht davon aus, dass Automobilzulieferer besonders häufig in eine finanzielle Schieflage geraten werden. In einer besonders wettbewerbsintensiven Branche wie der Autoindustrie hätten die Zulieferer kaum eine Chance, im Aufschwung finanzielle Rücklagen zu bilden, erklärte Ernst-&-Young-Experte Bernd Richter. Noch stärker gefährdet ist nach Ansicht der Experten die Schifffahrtsbranche. Fast 40 Prozent von ihnen erwarten steigende Insolvenzzahlen in dieser Branche.

Unternehmens- und Verbraucherinsolvenzen zuletzt rückläufig

Im August war die Zahl der Firmenpleiten noch zurückgegangen. Die deutschen Amtsgerichte meldeten nach Angaben des Statistischen Bundesamtes 2390 Unternehmensinsolvenzen und damit 7,5 Prozent weniger als im August 2011. Die Zahl der Verbraucherinsolvenzen lag mit 8594 Fällen um 5,2 Prozent niedriger.

Die seit März 2012 geltende Reform des Insolvenzrechts - die sogenannte Erleichterung der Sanierung von Unternehmen (ESUG) - beurteilten die befragten Experten positiv. Das freiwillige Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung könnte Unternehmern die Angst vor der Insolvenz nehmen. Dennoch gelte ein offizielles Insolvenzverfahren immer noch als Scheitern und die Unternehmen dürften weiterhin so lange wie möglich mit einem Antrag warten.

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