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Skimming: Wo die Gefahr, am Geldautomaten ausspioniert zu werden, am größten ist

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Datenklau am Geldautomaten: Wo die Skimming-Gefahr am größten ist

30.12.2012, 11:17 Uhr | dpa, t-online.de

Im Bundesgebiet am meisten verbreitet ist "Skimming" noch in Nordrhein-Westfalen (Quelle: dapd)

Im Bundesgebiet am meisten verbreitet ist "Skimming" noch in Nordrhein-Westfalen (Quelle: dapd)

Datendiebe an Geldautomaten richtet in jedem Jahr Millionenschäden an. Um sie zu stoppen, investieren Banken und Sparkassen in bessere Technik. Dennoch schaffen es die Kriminellen immer noch zu oft, Kartendaten auszuspähen ("Skimming"). Wir zeigen, wo für Bankkunden die Gefahr, ausspioniert zu werden, am größten ist. Und die Betrüger suchen schon nach neuen Einfallstoren.

Top-Technik zeigt Wirkung

Die moderne Technik, die die Geldinstitute im Kampf gegen die Spionage am Geldautomaten einsetzen, zeigt indes Wirkung. "Die Skimming-Angriffe haben sich von 2011 auf 2012 fast halbiert", sagte Margit Schneider von der Euro Kartensysteme GmbH, einer Einrichtung der deutschen Kreditwirtschaft, die sich um das Sicherheitsmanagement für Zahlungskarten kümmert.

Bis Ende November 2012 tricksten Kriminelle demnach bundesweit an 473 Geldautomaten, um Kartendaten und Geheimnummern (PIN) abzugreifen - vor allem in Nordrhein-Westfalen (141 Fälle), Baden-Württemberg (85 Fälle), Berlin und Hessen (je 59 Fälle) sowie Bayern (55 Fälle). In Thüringen gab es hingegen nur einen einzigen Skimming-Fall. Im Vorjahr hatte die Branche nach neuesten Angaben 730 Manipulationen gezählt.

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Karten-Sperrungen stoppen Betrüger

Im selben Zeitraum beschafften sich Betrüger im In- und Ausland die Daten von 128.319 der 94 Millionen deutschen Girocards. "80 Prozent der potenziellen Schadensfälle konnten durch rechtzeitiges Sperren der Karten verhindert werden", führte Schneider aus. Nur in 20.600 Fällen wurden die ausgespähten Daten zu betrügerischen Zwecken eingesetzt. Im gesamten Vorjahr hatten die Manipulateure in 21.144 Fällen erfolgreich zugeschlagen.

In Deutschland gestohlene Kontodaten setzen Kriminelle nach Erkenntnissen von Euro Kartensysteme vor allem in den USA (28 Prozent), Mexiko (16 Prozent), Kolumbien (zwölf Prozent), Thailand und Brasilien (je neun Prozent) ein. Besonders in diesen Ländern werde mit Kartendoubletten versucht, Geld abzuheben oder einzukaufen.

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Millionen-Schaden durch Datenklau

Der mit deutschen Kartendaten angerichtete Schaden liege "ungefähr auf Vorjahresniveau", sagte Schneider. Konkrekter will sie nicht werden. Für das Jahr 2011 schätzte das Bundeskriminalamt (BKA) den Schaden auf rund 35 Millionen Euro. Die Schätzung für 2010 betrug 60 Millionen Euro.

"Dank der sicheren EMV-Technik passiert in Europa so gut wie nichts mehr mit Kartendoubletten", erklärte Schneider. EMV-Karten haben eine Art Mini-Computer, der Daten besser vor Missbrauch schützen soll als der herkömmliche Magnetstreifen. Der Datensatz wird verschlüsselt, die Karte bei Gebrauch auf Echtheit geprüft.

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Geoblocking macht Karten sicherer

In Deutschland sind bereits alle etwa 60.000 Geldautomaten auf die neue Technik umgestellt, ebenso alle 750.000 Terminals, die zum Beispiel der Einzelhandel nutzt. Die USA als einer der größten Kartenmärkte weltweit will ab April 2013 auf EMV umstellen.

Sicherer wird die Nutzung von Plastikgeld nach Einschätzung der Branche auch dadurch, dass immer mehr Banken das sogenannte Geoblocking einführen. Damit können Zahlungen in einzelnen Ländern auf kleine Beträge begrenzt oder vorübergehend ganz gesperrt werden. Das soll es für Betrüger unattraktiver machen, Kartendaten auszuspähen und mit gefälschten Karten auf Einkaufstour zu gehen.

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Manipulationen auch an Fahrkartenautomaten

"Seit der breiteren Einführung von Geoblocking ist die durchschnittliche Schadenshöhe rapide gesunken", erläuterte Schneider. "Wenn sich diese Technik noch mehr durchsetzt, werden wir die Schadenshöhe künftig deutlich drücken können."

Kriminelle suchen sich allerdings immer neue Einfallstore: So wurden im Jahr 2011 erstmals Manipulationen an Fahrkartenautomaten der Deutschen Bahn festgestellt. BKA-Präsident Jörg Ziercke mahnte daher im September, bei der technischen Neuerung nicht nachzulassen: "Nur so können wir frühzeitig auf mögliche neue Bedrohungsszenarien reagieren. Denn: Skimming bietet für die Täter gute Gewinnaussichten bei einem vergleichsweise geringen Entdeckungsrisiko."

Wo Betrüger Geldautomaten ausspionieren

Bundesland

Zahl der Fälle

Nordrhein-Westfalen

141

Baden-Württemberg

85

Berlin

59

Hessen

59

Bayern

55

Niedersachsen

18

Hamburg

15

Rheinland-Pfalz

12

Sachsen

11

Schleswig-Holstein

9

Brandenburg

6

Bremen

2

Thüringen

1

Quelle: dpa, t-online.de

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