16.01.2013, 17:13 Uhr | dpa-AFX
EU-Parlament drängt auf Einführung von Eurobonds
STRASSBURG - Das EU-Parlament hat als Ausweg aus der Krise die EU zur Einführung von Eurobonds gedrängt. Die EU-Kommission sollte bei ihren Überlegungen zur Zusammenfassung von Schulden auch die Einführung von Gemeinschaftsanleihen prüfen, hieß es in einer Entschließung der liberalen Französin Sylvie Goulard, die die Volksvertretung am Mittwoch mit Mehrheit verabschiedete.
EU bändigt Ratingagenturen - härtere Auflagen ab Frühjahr
STRASSBURG/BRÜSSEL - Ratingagenturen müssen sich in der Europäischen Union ab dem Frühjahr an schärfere Regeln halten. Anleger können künftig Unternehmen wie Moody's, Fitch oder Standard & Poor's für schwere Fehler bei Bewertungen haftbar machen. Vor Gericht können sie Schadenersatz für Verluste einklagen, wenn Ratingagenturen ein Unternehmen oder einen Staat absichtlich oder fahrlässig falsch beurteilen. Zudem dürfen Ratingagenturen EU-Staaten nur noch zu festen Terminen bewerten. Diese neuen Auflagen hat das Europaparlament am Mittwoch in Straßburg beschlossen.
Bundesbank beugt sich Druck: Gold aus Ausland kommt nach Deutschland
FRANKFURT - Die Bundesbank reagiert auf öffentlichen Druck und holt fast 700 Tonnen deutsches Gold aus dem Ausland nach Deutschland. "Wir werden in diesem Jahr beginnen und spätestens im Jahr 2020 enden", sagte Bundesbank-Vorstand Carl-Ludwig Thiele am Mittwoch in Frankfurt. "Wir wollen weiter Vertrauen schaffen."
USA: NAHB-Wohnungsmarktindex stagniert im Januar
WASHINGTON - Die Erholung am US-Häusermarkt hat sich zu Jahresbeginn zunächst nicht fortgesetzt. Der NAHB-Hausmarktindex verharrte im Januar bei 47 Punkten, wie die National Association of Home Builders am Mittwoch mitteilte. Zuvor war der Indikator acht Monate in Folge gestiegen. Volkswirte hatten im Januar mit einem Anstieg auf 48 Punkte gerechnet.
USA: Industrieproduktion legt weiter zu
WASHINGTON - Die amerikanische Industrie hat im Dezember wie erwartet zugelegt und konnte an den starken Vormonat anknüpfen. Im Monatsvergleich stieg die Produktion um 0,3 Prozent, wie die US-Notenbank am Mittwoch mitteilte. Volkswirte hatten diesen Anstieg erwartet.
USA ziehen wieder ausländisches Kapital an
WASHINGTON - Die USA haben im November per Saldo wieder ausländisches Kapital ins Land locken können. Der weltgrößten Volkswirtschaft flossen netto 27,8 Milliarden Dollar zu, wie aus Zahlen des Finanzministeriums vom Mittwoch hervorgeht. Der deutliche Abfluss vom Oktober, er hatte bei revidiert 58,9 (zunächst 56,7) Milliarden Dollar gelegen, konnte aber nur zur Hälfte egalisiert werden. Es war das erst mal seit einem halben Jahr gewesen, dass ausländische Investoren Kapital aus den USA abzogen.
Für Irlands Regierungschef ist Jugendarbeitslosigkeit Priorität
STRASSBURG - Neue Arbeitsplätze und vor allem der Kampf gegen die Jugendarbeitslosigkeit gehören für den irischen Regierungschef Enda Kenny zu den Prioritäten der kommenden sechs Monate. "Die Vollendung des Binnenmarktes, Erleichterungen für Unternehmer und Verbesserungen der Wettbewerbsfähigkeit sind entscheidend, um die Beschäftigung zu verbessern", sagte Kenny am Mittwoch in Straßburg.
S&P senkt Bonitätsnote für Malta um eine Stufe auf 'BBB+'; Ausblick stabil
Die vorgezogenen Wahlen in Malta am 9. März würden zu einer Verzögerung bei der Verabschiedung des Haushalts führen, schreibt S&P. Die Risiken für den Haushalt hätten angesichts der Verluste von staatseigenen Unternehmen zugenommen. Zudem sei der Schuldenstand zuletzt auf über 75 Prozent im Verhältnis zum Bruttoinlandsprodukt (BIP) gestiegen.
USA: Verbraucherpreise stagnieren
WASHINGTON - In den USA sind die Verbraucherpreise im Dezember wie erwartet stabil geblieben. Im Vergleich zum Vormonat habe es keine Veränderung gegeben, teilte das US-Arbeitsministerium am Mittwoch in Washington mit. Volkswirte hatten mit dieser Entwicklung gerechnet. Im November waren die Preise erstmals seit Mai gesunken. Die Jahresrate ging allerdings leicht von 1,8 Prozent im November auf 1,7 Prozent zurück.
Merkel und Cameron unter Hauptrednern beim Weltwirtschaftsforum
GENF - Bundeskanzlerin Angela Merkel und Großbritanniens Premierminister David Cameron gehören zu den Hauptrednern des diesjährigen Weltwirtschaftsforums in Davos. Die Eröffnungsrede des Treffens von Spitzenpolitikern und Top-Managern in dem Schweizer Kurort (23. bis 27. Januar) hält Italiens Ministerpräsident Mario Monti. Das teilte der Gründer und Präsident des Weltwirtschaftsforums (WEF), Klaus Schwab, am Mittwoch am WEF-Sitz in Cologny bei Genf mit.
Portugals Refinanzierungskosten sinken drastisch
LISSABON - Das Euro-Krisenland Portugal hat sich am Mittwoch zu stark verminderten Zinsen frisches Geld besorgen können. Mit einer Versteigerung dreier kurzlaufender Schuldtitel nahm der Staat wie geplant 2,5 Milliarden Euro auf, wie aus Zahlen der nationalen Schuldenagentur hervorgeht. Die zu zahlenden Renditen waren stark rückläufig. Bei einem dreimonatigen Papier sank sie im Vergleich zu einer Auktion im November um 1,27 Prozentpunkte auf 0,67 Prozent. Bei zwei weiteren Papieren, die 12 und 18 Monate laufen, ging die Entwicklung in die selbe Richtung. Allerdings gaben die Renditen dort nicht ganz so stark nach.
IWF-Delegation in Budapest - Keine Kreditverhandlungen
BUDAPEST - Eine Delegation des Internationalen Währungsfonds (IWF) will sich in Ungarn ein Bild von der wirtschaftlichen Lage machen. Dabei geht es auch um die Rückzahlung bisher laufender IWF-Kredite. Verhandlungen über einen neuen Kredit würden dabei nicht geführt, berichtete die amtliche Nachrichtenagentur MTI am Mittwoch. Die Delegation wurde vom ressortfreien Minister Mihaly Varga empfangen.
Rösler: Deutschland bleibt Vorreiter in Europa
BERLIN - Die deutsche Wirtschaft bleibt nach Einschätzung der Bundesregierung Wachstumsmotor in Europa. "Es gibt allen Grund zur Zuversicht. Deutschland wird auch 2013 Vorreiter bei Wirtschaft und Arbeitsmarkt sein", sagte Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) bei der Vorstellung des Jahreswirtschaftsberichts am Mittwoch in Berlin. Die aktuelle Schwächephase könne rasch überwunden werden.
Jahressteuergesetz 2013 endgültig gescheitert
BERLIN - Das Jahressteuergesetz 2013 ist nach langem Bund-Länder-Streit praktisch gescheitert. Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) habe sich mit den Fachpolitikern von Union und FDP darauf verständigt, die Vorhaben in diesem Jahr nicht mehr umzusetzen. Koalitionskreise bestätigten am Mittwoch in Berlin einen entsprechenden Bericht der "Bild"-Zeitung.
Auslandsinvestitionen in China fallen erstmals seit drei Jahren
PEKING - Mit dem langsameren Wachstum in China sind im vergangenen Jahr auch die ausländischen Direktinvestitionen um 3,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gefallen. Es war der erste Rückgang seit 2009 kurz nach Ausbruch der globalen Finanzkrise. Die Investitionen der krisengeplagten Europäer gingen 2012 zurück, während Amerikaner und Japaner weiter mehr Kapital in die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt steckten, wie das Handelsministerium am Mittwoch in Peking mitteilte.
Deutschland muss Anlegern höhere Zinsen bei Anleiheauktion bieten
FRANKFURT - Deutschland hat bei einer Anleiheauktion seinen Anlegern höhere Zinsen als zuletzt bieten müssen. Bei Versteigerung von zehnjährigen Staatsanleihen sei die Rendite von 1,40 Prozent bei der letzten Auktion am 21. November auf 1,56 Prozent gestiegen, teilte die Deutsche Bundesbank am Mittwoch in Frankfurt mit. Die Nachfrage war etwas stärker als zuletzt. Die Auktion war 1,7-fach (1,5-fach) überzeichnet.
Monti eröffnet Weltwirtschaftsforum - Merkel unter Hauptrednern
GENF - Das Weltwirtschaftsforum wird in diesem Jahr von Italiens Ministerpräsident Mario Monti eröffnet. Bundeskanzlerin Angela Merkel und Großbritanniens Premierminister David Cameron gehören zu den Hauptrednern des Treffens (23. bis 27. Januar) von Spitzenpolitikern und Top-Managern im Schweizer Kurort Davos. Das teilte der Gründer und Präsident des Weltwirtschaftsforums (WEF), Klaus Schwab, am Mittwoch am WEF-Sitz in Cologny bei Genf mit.
Japan: Überraschend starker Auftragseingang im Maschinenbau
TOKIO - In Japan sind die Aufträge aus dem Maschinenbau überraschend stark gestiegen. Im November habe es einen Zuwachs von 3,9 Prozent gegeben, teilte die Regierung am Mittwoch in Tokio mit. Volkswirte hatten nur mit einem leichten Plus von 0,3 Prozent gerechnet. Im Oktober waren die Auftrage erstmals seit drei Monaten gestiegen und legten laut Regierungsangaben um 2,6 Prozent zu. Im September und August hatten die Bestellungen jeweils deutlich nachgegeben.
Öffentliche Schulden leicht gesunken - Weiter über 2 Billionen
WIESBADEN - Die öffentlichen Schulden in Deutschland sind im dritten Quartal 2012 leicht gesunken, liegen jedoch weiter über der Marke von 2 Billionen Euro. Bund, Länder und Gemeinden standen Ende September mit 2,064 Billionen Euro in der Kreide - das waren 0,9 Prozent oder 18,3 Milliarden Euro weniger als drei Monate zuvor. Damals hatte der Schuldenstand einen Rekordwert erreicht.
Eurozone: Inflationsrate verharrt auf Zweijahrestief
LUXEMBURG - Die schwache Konjunktur im Euroraum hat im Dezember 2012 den Preisanstieg gebremst. Die Inflationsjahresrate habe wie im Vormonat bei 2,2 Prozent gelegen, teilte das europäische Statistikamt Eurostat am Mittwoch in Luxemburg laut endgültigen Zahlen mit. Damit wurde die erste Schätzung wie von Volkswirten erwartet bestätigt. Das ist die niedrigste Rate seit Dezember 2010. Im Dezember 2011 hatte die Inflationsrate noch bei 2,7 Prozent gelegen.
Rajoy sieht derzeit keine Notwendigkeit für ein Hilfsgesuch
LONDON - Der spanische Ministerpräsident Mariano Rajoy sieht derzeit keinen Grund für einen Hilfsantrag an den Rettungsfonds ESM. Er würde einen Antrag nur im Falle neuer Marktturbulenzen stellen, sagte Rajoy der "Financial Times" (Mittwochausgabe) . Ein Hilfsantrag an den ESM ist eine notwendige Voraussetzung, damit die Europäische Zentralbank (EZB) spanische Anleihen im Rahmen ihres OMT-Programms am Sekundärmarkt kaufen könnte.
Nowotny: Wendepunkt in der Schuldenkrise im 1. Quartal
WIEN - In der Eurozone könnte nach Einschätzung des Ratsmitglieds der Europäischen Zentralbank (EZB), Ewald Nowotny, im ersten Quartal der Wendepunkt in der Euro-Schuldenkrise erreicht werden. Trotzdem sei die Krise noch lange nicht ausgestanden, warnte der Chef der österreichischen Notenbank am Mittwoch in Wien. So sei im laufenden Jahr weiter mit einer schrumpfenden Wirtschaft im Euroraum zu rechnen.
Weltbank senkt Prognose für Weltwirtschaft - Lob für Eurozone
WASHINGTON - Die Weltbank hat die Wachstumsprognose für die Weltwirtschaft wegen der schleppenden Konjunkturerholung in den Industrienationen deutlich gesenkt. Für das laufende Jahr rechnet die Organisation nur noch mit einem globalen Wachstum von 2,4 Prozent, wie aus der am späten Dienstagabend veröffentlichten halbjährlichen Wachstumsprognose hervorgeht. Im vergangenen Juni hatte die Weltbank für 2013 noch ein Wachstum von 3,0 Prozent in Aussicht gestellt.
IWF entscheidet über Griechenland-Tranche - Athen optimistisch
ATHEN - Athen rechnet fest mit der Zusage des Internationalen Währungsfonds (IWF) für die Auszahlung der nächsten Hilfstranche. Dies sollte auf dem Treffen des IWF-Verwaltungsrates am Mittwochabend erfolgen. "Es geht um 3,3 Milliarden Euro", sagte ein Mitarbeiter des Finanzministeriums in Athen der Nachrichtenagentur dpa weiter. Die Informationen aus Washington besagten, die Ampel zeige "grün", hieß es. Die IWF-Tranche ist nur ein Teil der Griechenland-Hilfen. Bereits im Dezember hatten die Länder der Eurogruppe beschlossen, Athen mit gut 49 Milliarden Euro zu helfen. 34 Milliarden davon sind bereits ausgezahlt worden.
Chinas Regierung sieht blindes Wachstum als Ursache des Mega-Smogs
PEKING - Das verschwenderische Wachstum in China ist nach Ansicht der Regierung die Ursache des anhaltenden Mega-Smogs in vielen Metropolen des Landes. In der ersten Stellungnahme der Zentralregierung zu der dramatisch verschärften Luftverschmutzung in weiten Teilen Chinas räumte Vizepremier Li Keqiang ein, dass die aufstrebende zweitgrößte Wirtschaftsnation "ihr ineffizientes Wachstumsmodell nicht fortsetzen kann", wie ihn die Nachrichtenagentur China News Service am Mittwoch zitierte.
Quelle: dpa-AFX
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