04.04.2013, 11:47 Uhr | dapd, dpa
Die Benzinpreise klettern immer weiter in die Höhe und überspringen die 1,60-Euro-Marke. Doch das ist vermutlich nicht der einzige Grund, weshalb immer mehr Menschen öffentlich unterwegs sind. Busse und Bahnen verzeichnen Fahrgastrekorde.
Noch nie sind in Deutschland die Menschen so häufig Bus und Bahn gefahren. Erstmals beförderten Linienbusse und Bahnen im vergangenen Jahr mehr als elf Milliarden Fahrgäste. Das war ein Anstieg um 0,7 Prozent (11,010 Milliarden) im Vergleich zu 2011. Experten nennen die hohen Benzinkosten fürs eigene Auto und die Lage am Arbeitsmarkt als Gründe. Rein rechnerisch bedeuten die Zahlen rund 30 Millionen Fahrgäste täglich, berichtete das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Mittwoch. Für die Statistik werden sogenannte Beförderungsfälle erhoben - Menschen, die mehrmals fahren, werden auch mehrmals gezählt.
Seit 2004 zeigt der Trend nach im öffentlichen Nahverkehr oben. Die Statistik selbst gibt dafür keine Gründe an. Als Erklärung ziehen Fachleute unter anderem die gute Konjunktur heran - die Beschäftigung steige. Mehr Menschen fahren täglich zur Arbeit, in den Ballungsgebieten herrscht Staugefahr, Parkplätze sind rar und teuer.
Umweltbewusstsein stehe nicht im Vordergrund, eher schon die gestiegenen Benzinpreise, meint Heidi Tischmann vom ökologischen Verkehrsclub Deutschland (VCD). "Vorher kommt immer der Geldbeutel."
Pünktlich zur Veröffentlichung der Statistik rügt der ADAC die steigenden Benzinpreise. Der Preis für einen Liter Super E10 kletterte im bundesweiten Durchschnitt binnen Wochenfrist um 3,6 Cent auf 1,610 Euro.
Laut ADAC ist Benzin damit angesichts der aktuellen Rohölnotierungen und des Euro-Dollar-Wechselkurses "klar überteuert". Ein Liter Diesel kostet den Angaben zufolge derzeit im Mittel 1,444 Euro. Gegenüber der Vorwoche ist dies ein Anstieg um 2,4 Cent.
Der öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) macht etwa 99 Prozent des Linienverkehrs aus. Dort stieg die Zahl der Fahrten um 0,6 Prozent auf rund 10,9 Milliarden, seit 2004 ein Plus von 9,3 Prozent.
Ein rundes Drittel der Fahrten im ÖPNV werde von Schülern, Studenten und Auszubildenden unternommen, erläuterte das Bundesamt. Knapp 21 Kilometer im Schnitt sind Bahnfahrer im Schienennahverkehr unterwegs, mit Linienbussen sind es 6,7 Kilometer.
Auch im Fernverkehr stieg 2012 die Zahl der Fahrgäste - um 4,9 Prozent auf 134 Millionen. Davon fuhren rund 131 Millionen Reisende mit der Eisenbahn und gut zwei Millionen mit Omnibussen. Diese Zahl dürfte sich in diesem Jahr drastisch erhöhen, denn seit Jahresbeginn ist der Linienbus-Fernverkehr in Deutschland freigegeben.
Nach einer Studie des Marktforschungsinstituts IGES in Berlin gab es Mitte März 40 Anbieter im Fernbusmarkt, die 65 Strecken im Programm haben.
04.04.2013, 11:47 Uhr | dapd, dpa
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