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Niederlande: Ein Paradies für Steuerflüchtige

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Niederlande: Ein Paradies für Steuerflüchtige

06.04.2013, 18:42 Uhr | oca, t-online.de

Niederlande: Ein Paradies für Steuerflüchtige. Ob internationale Konzerne oder Starmusiker: sie sparen Steuern in den Niederlanden (Quelle: dpa)

Ob internationale Konzerne oder Starmusiker: sie sparen Steuern in den Niederlanden (Quelle: dpa)

 

Zypern, auf den Cayman Inseln oder Panama: Dass Superreiche gigantische Summen in Steueroasen bunkern, ist inzwischen bekannt. Aber dass Holland Europas heimliches Steuerparadies ist, wissen sicher wenige Menschen. Wie "Die Welt" berichtet, transferieren Konzerne wie Apple, Ikea und Co. rund acht Billionen Euro über die Niederlande, um Steuern zu sparen. Aber auch Stars wie Bono und David Bowie machen davon Gebrauch, so die Zeitung.

Das Prinzip ist einfach und unterscheidet sich nicht grundlegend von anderen Steueroasen. Es werden nur sehr niedrige Steuern auf Vermögen und Gewinne erhoben. Um Steuern zu sparen, lassen Vermögende oder Unternehmen daher ihre Geschäfte über dort eröffnete Briefkastenfirmen laufen. Allein in Amsterdam sollen zum Beispiel 2670 Unternehmen mit ihrem Postfach registriert sein.

Legale Buchhaltungstricks

So hatte der Elektronikgigant Apple auf seine Einnahmen außerhalb der USA im vergangenen Fiskaljahr einen Einkommensteuersatz von nur 1,9 Prozent gezahlt. Bei einem Jahresgewinn von 36,8 Milliarden Dollar, also 28,7 Milliarden Euro, im Ausland musste das wertvollste Unternehmen der Welt lediglich 713 Millionen Dollar oder umgerechnet 556 Millionen Euro Steuern entrichten, wie aus Steuerunterlagen hervorgeht, die Apple Ende Oktober einreichte.

Steuersünder
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2011 hatte Apple bei einem Jahresgewinn von 24 Milliarden Dollar noch 2,5 Prozent Steuern gezahlt. Das IT-Unternehmen zahlt zwar teilweise in den jeweiligen Ländern eine Einkommenssteuer, doch durch legale Buchhaltungstricks verschiebt das Unternehmen Profite in Länder mit niedrigen Steuersätzen wie Irland und den Niederlanden.

Niederlande zeitweise auf schwarze Liste der Steueroasen

Wie "Die Welt" weiter berichtet, können Holdings und multinationale Konzerne mit den niederländischen Steuerbehörden sogar Spezialverabredungen vereinbaren, die der Geheimhaltung unterliegen. Die rechtsliberale Regierung unterstützt diesen Kurs. Denn der Fiskus kassiert so zusätzlich Milliarden an Steuern - jährlich, versteht sich.

Die USA hatten die Niederlande im Jahr 2009 daher auf ihre schwarze Liste der Steueroasen gesetzt - und dies nur nach Protesten wieder rückgängig gemacht.

Doch nicht nur die Unternehmen lieben die niederländischen Finanzbehörden. Auch Musiker wie David Bowie, Bono und die Rolling Stones haben das Tulpenland entdeckt, schreibt "Die Welt". Der Grund: Auf Lizenzgebühren werden keine Steuer erhoben. In der Steueroase registriert sind offenbar auch die größten Fußballer und griechische Geschäftsleute.

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