10.06.2013, 21:37 Uhr | dpa, t-online.de
Um die Gunst der Brötchenliebhaber werben Bäcker, Discounter und Tankstellen (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)
Um unser täglich Brot und Brötchen tobt ein heißer Kampf. Für Verbraucher ist die Lage auf den ersten Blick rosig: Frische Backwaren gibt es längst nicht mehr nur beim Bäcker um die Ecke, sondern auch an Tankstellen, in Backshops und Discountern. Die traditionellen Produzenten sind aber alarmiert, dass ihre Kunst ausstirbt und warnen vor dem Trend zum Aufbacken. Jeden Tag schließt mehr als ein Handwerksbetrieb für immer.
Zum handgemachten Brötchen bekennen sich auch die Verbraucherzentralen. "Wo Brötchen nur aufgewärmt und nicht gebacken werden, muss das auch so benannt werden", forderte die Verbraucherzentrale Hamburg jüngst in Richtung Lebensmittelhandel, ohne Firmennamen zu nennen. Außerdem sollten die Verbraucher erkennen können, aus welchem Land die Teiglinge stammen, die bei warmen Backwaren zum Einsatz kämen.
Der Trend zum Brotkauf im Supermarkt und bei Discountern hält an. Bundesweit seien schon etwa 15.000 Backstationen in Betrieb. Binnen drei Jahren könnten weitere 10.000 hinzukommen, schätzte der Verband der Großbäckereien im September, dessen Mitgliedsunternehmen von dem Trend profitieren und Lebensmittelhändler mit Teiglingen beliefern.
Gleich mehrere Händler treiben nach Einschätzung der Großbäcker den Aufbau von Technik für Backwaren voran. So kündigte Deutschlands größter Lebensmittelhändler Edeka erst im Mai an, dass die Tochter Netto Marken-Discount in diesem Jahr in etwa 1000 Filialen und damit in einem Viertel ihres Filialnetzes Backstationen aufstellen wird.
Was setzen die Bäcker den Billigbrötchen entgegen? "Es werden immer mehr regionale Spezialitäten angeboten", sagt Amin Werner, Hauptgeschäftsführer im Zentralverband des Deutschen Bäckerhandwerks. In einem Brotregister würden bislang 3000 Spezialitäten aufgelistet. Einige Zehntausend könnten es werden, wenn alle Bäcker mitmachen.
keine gültigen Elemente gefunden!Der Brotkonsum in Deutschland gehe dennoch zurück - 2011 um vier und 2012 um zwei Prozent, weil die Bevölkerung schrumpft und sich Essgewöhnheiten veränderten. "Das Abendbrot wird durch ein Abendessen ersetzt. Das ist ein leichter Trend, dass man Abends warm isst."
Auch deswegen schätzt der Verband der Großbäckereien, dass bis 2020 die Gesamtzahl der Backunternehmen von rund 14.000 auf etwa 8000 schrumpft. Werner hält ein Abschmelzen auf 10.000 bis 9000 Betriebe für wahrscheinlich. Weitere Gründe: steigende Kosten und Nachfolgeprobleme.
Dabei liegt es laut Marktforschern nicht nur am Preis, wenn Verbraucher an Backstationen zugreifen. Die Zeitersparnis, möglichst viele Waren an einem Ort zu kaufen, spiele ebenso eine Rolle. Bäcker und Einzelhändler arbeiten in vielen Fällen aber auch Hand in Hand, wie die Verkaufstände im Vorkassenbereich von Supermärkten zeigen.
Der Zentralverband des Deutschen Bäckerhandwerks kämpft um den Begriff des Backens sogar vor Gericht. Er verklagte vor drei Jahren den Discounter Aldi Süd wegen irreführender Werbung beim Landgericht Duisburg. In den Automaten finde gar kein Backvorgang statt. Aldi Süd wies die Kritik des Bäckerhandwerks damals zurück. Der Rechtsstreit dauert in der ersten Instanz weiter an und erweist sich damit als eine zähe Angelegenheit.
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