15.07.2013, 10:16 Uhr | dpa
Stuttgart (dpa/tmn) - Niedrige Zinsen machen es Unternehmen schwer, Kunden für Lebensversicherungen zu begeistern. Neue Modelle sollen das nun ändern. Mit ein wenig Einsatz können Kunden allerdings selbst oft mehr Rendite erwirtschaften.
Lebensversicherungen sind bei den Bundesbürgern beliebt. Rund 93 Millionen Verträge gab es 2012 nach Angaben des Gesamtverbandes der deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) deutschlandweit. "Allerdings ist es auch ein teures und unflexibles Produkt", gab Niels Nauhauser von der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg.
Ein wichtiger Grund für die weite Verbreitung: Die Sparer in Deutschland setzten auf Sicherheit, erklärte der Finanzexperte. Vielen Kunden erschienen daher Lebensversicherungen mit den regelmäßigen Zins-Erträgen interessant. "Die Policen werden von Beratern außerdem gerne verkauft, weil sie diesen Provisionen bringen." Sparer müssten sich an dieser Stelle aber eines klarmachen: "Die Sicherheit hat ihren Preis." Hohe Gewinne seien hier in der Regel nicht zu erwarten.
Außerdem besteht derzeit ein weiteres Problem: Die anhaltend niedrigen Zinsen auf dem Kapitalmarkt schmälern die Rendite von Lebensversicherungen. Versicherer bringen daher derzeit neue Angebote auf den Markt, um wieder Kunden zu gewinnen. Dabei verzichten sie auf die Garantiezinsen, die derzeit bei 1,75 Prozent liegen und bieten stattdessen flexible Verzinsungen an. "Das macht eine Lebensversicherung aber nicht wirklich besser."
Verbraucher haben jedoch Alternativen: "Die Versicherungen legen das Geld ihrer Kunden ja auch nur am Kapitalmarkt an", erklärte Nauhauser. "Das kann heute jeder selber machen." Wer sein Geld breit gestreut in verschiedene Anlageklassen investiere, könne selbst oft mehr Rendite erwirtschaften als eine Police bringt. "Und auch auf Sicherheit muss man dabei nicht unbedingt verzichten.
Ein Beispiel: Wer eine Sparanlage mit einem festen Zinsertrag und einen breit streuenden Aktienfonds kombiniert, kann sich einen eigenen Garantiefonds bauen. "Wird das Geld richtig aufgeteilt und lange genug angelegt, sind Verluste praktisch ausgeschlossen", so Nauhauser. Ein wesentlicher Unterschied zur Versicherung: "Sie müssen sich hier selber um ihr Geld kümmern."
15.07.2013, 10:16 Uhr | dpa
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