17.07.2013, 14:45 Uhr | dpa, t-online.de
Mit der Erhöhung der Tabaksteuer Anfang des Jahres hat sich der deutsche Fiskus offenbar keinen Gefallen getan: Seine Einnahmen sind geschrumpft. Im ersten Halbjahr 2013 wurden 36,6 Milliarden Zigaretten versteuert und damit so wenige wie noch nie in diesem Zeitraum seit der Wiedervereinigung, wie das Statistische Bundesamt mitteilte.
Nach dem Rückgang zu Jahresbeginn wurden auch im zweiten Quartal mit gut 19,6 Milliarden Stück 4,3 Prozent weniger Glimmstengel versteuert als ein Jahr zuvor. Auch die Menge des versteuerten Feinschnitts sank - um 7,7 Prozent auf 6371 Tonnen. Dagegen erhöhten sich der Absatz von Pfeifentabak (plus 6,9 Prozent auf 256 Tonnen) sowie Zigarren und Zigarillos (plus 4,7 Prozent auf 879 Millionen Stück).
"Die Entwicklung führen wir vor allem auf die Steueranhebung zum 1. Januar zurück", sagte ein Statistiker. In Deutschland müssen Raucher seit Jahresbeginn tiefer in die Tasche greifen - als Konsequenz einer 2010 beschlossenen stufenweisen Erhöhung der Tabaksteuer.
Damals hatte die Bundesregierung eine Anhebung auf den Weg gebracht, die bis 2015 eine Preissteigerung von vier bis acht Cent pro Jahr für eine Schachtel Zigaretten ausmacht. Die Tabaksteuer ist nach der Mineralölsteuer die zweitwichtigste Verbrauchssteuer.
Nachdem Industrie und Handel die Steuererhöhung im laufenden Jahr zunächst vielfach selbst übernommen hatten - auch weil mit fünf Euro je Zigaretten-Schachtel eine gewisse Schmerzgrenze erreicht schien - erhöhten große Hersteller jüngst die Preise für die Verbraucher.
Nach Einschätzung von Experten besorgen sich viele Raucher deshalb billigere Ware jenseits der Grenze - vor allem diejenigen, die nahe der östlichen Nachbarländer leben. Einer früheren Schätzung des Wirtschaftsprüfungsunternehmens KPMG zufolge wird mehr als jede fünfte in Deutschland gerauchte Zigarette nicht hierzulande versteuert. Das Ergebnis: ein Steuerausfall von etwa vier Milliarden Euro.
Den Zahlen des Bundesamtes zufolge wurden im zweiten Quartal 2013 Tabakwaren im Wert von 5,9 Milliarden Euro versteuert. Das waren 131 Millionen Euro beziehungsweise 2,2 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Der Großteil der versteuerten Summe (4,9 Milliarden Euro) entfiel auf Zigaretten. Für das gesamte Halbjahr addierten sich die versteuerten Verkaufswerte im Handel auf elf Milliarden Euro. Das war der niedrigste Wert für die ersten sechs Monate eines Jahres seit dem ersten Halbjahr 2001 (10,5 Milliarden Euro).
17.07.2013, 14:45 Uhr | dpa, t-online.de
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