22.07.2013, 14:29 Uhr | t-online.de - sia
Detroit ächzt unter einem Schuldenberg von 18,5 Milliarden Dollar (14 Milliarden Euro). Die Pleite der einstigen US-Autometropole wird auch für einige Banken teuer. Denn durch die Finanzkrise bereits angeschlagene Geldinstitute in Belgien, der Schweiz und auch in Deutschland halten Anleihen der insolventen Stadt - und geraten durch die Insolvenz zusätzlich unter Druck, berichtet das "Wall Street Journal Deutschland" (WSJD).
Der Hintergrund der Misere: 2005 brauchte die Stadt frisches Geld, um Pensionsfonds für städtische Angestellte zu finanzieren. Detroit beauftragte der Zeitung zufolge den Bankriesen UBS aus der Schweiz, Anleihen für mehr als 1,4 Milliarden Dollar zu verkaufen. Angelockt von vermeintlich attraktiven Zinsen und einem scheinbar geringen Risiko griffen vor allem europäische Banken zu.
Der Deal entwickelte sich zum Desaster. Inzwischen habe nicht nur die UBS starke Verluste zu verbuchen, sondern auch die Bad Bank der Hypo Real Estate (HRE), heißt es in dem Bericht. Die HRE-Abwicklungsbank FMS Wertmanagement verfügt demnach über Detroit-Anleihen im Wert von rund 200 Millionen Euro. Im Oktober 2010 hatte die HRE insgesamt 176 Milliarden Euro an Schrottpapieren zu ihrer Bad Bank abgeschoben.
Die belgische Bankengruppe Dexia hält laut "WSJD" ebenfalls eine "große Portion" der Detroit-Anleihen. Und auch die irische Depfa Bank - im Jahr 2007 von der HRE übernommen - soll seinerzeit Schuldtitel der Stadt in Höhe von mindestens 200 Millionen Dollar gekauft haben. Insgesamt seien Detroit-Anleihen im Gesamtwert von rund einer Milliarde Dollar von europäischen Banken übernommen worden.
Durch das Geschäft hätten die Banken Gebühren von 46,4 Millionen Dollar eingenommen, meldet die Zeitung. Und in einem Anleiheprospekt werde vorgerechnet, dass Detroit während der 20-jährigen Laufzeit der Papiere mehr als 827 Millionen Dollar Zinsen hätte zahlen müssen.
Die Stadt ließ sich auf ein "Swaps"-Abkommen ein. Dabei handelt es sich um Wetten auf die Richtung von Zinsen. Die Vereinbarung habe vorgesehen, dass die Banken Detroit bei einem höheren Zinssatz Geld zuschießen sollten, bei sinkenden Zinsen sollte hingegen "Motor City" zur Kasse gebeten werden, schreibt die Zeitung.
Genau dieser Fall trat ein. Wegen fallender Zinsen hat Detroit nach den Angaben pro Quartal bis zu 13 Millionen Dollar an die UBS und die Bank of America gezahlt. Und um sich freizukaufen, hätte die Stadt demnach bis zum Juni 2013 rund 297 Millionen Dollar aufbringen müssen. Inzwischen sei ein Kompromiss gefunden worden, der den Banken noch 75 Prozent der Summe zusichert.
Der Ausgang des Ganzen ist ungewiss: "Die Bonds wurden von der FMS Wertmanagement bereits wertberichtigt", zitierte der TV-Sender "n-tv" kürzlich einen Sprecher des Geldhauses. Jetzt analysiere man die Konsequenzen der Geschehnisse in Detroit.
Unklar ist auch, ob weitere deutsche beziehungsweise europäische Banken Detroits Schuldtitel horten. Die Commerzbank, die in ihrer Bilanz 4,5 Milliarden Euro an öffentlichen Finanzierungen in den USA ausweise, wolle dazu keine Angaben machen, meldete "n-tv". Auch die Deutsche Bank habe eine Stellungnahme abgelehnt. Nicht betroffen seien voraussichtlich alle Landesbanken.
keine gültigen Elemente gefunden!Einen Ausweg für die Institute biete bereits ein Vertreter einer großen Asset-Management-Firma in New York an, hieß es bei "n-tv". Dessen Unternehmen wolle offenbar europäischen Banken die Schulden abkaufen. Demnach setzt das Unternehmen darauf, dass die Geldhäuser die Anleihen billig verkaufen, diese aber später wieder an Wert gewinnen.
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