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Euro-Krise: Schulden in der Eurozone steigen weiter an

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Schulden der Euro-Länder auf Rekord: Spitzenreiter Griechenland

23.07.2013, 11:37 Uhr | dpa-AFX

LUXEMBURG (dpa-AFX) - Die Eurozone hat ihre Schuldenkrise immer noch nicht im Griff: Trotz harter Sparmaßnahmen häufen die 17 Länder mit der Gemeinschaftswährung immer neue Schulden an. Im ersten Quartal stieg der Schuldenstand mit durchschnittlich 92 Prozent der Wirtschaftsleistung auf einen neuen Rekord, wie die Europäische Statistikbehörde Eurostat am Montag in Luxemburg mitteilte. Der Wert lag um vier Prozentpunkte höher als vor einem Jahr. Im Vorquartal waren es 90,6 Prozent gewesen. Dabei haben sich die Euroländer seit Ausbruch der Staatsschuldenkrise vor drei Jahren eine strikte Sparpolitik verordnet.

Spitzenreiter bleibt das hochverschuldete Griechenland. Der öffentliche Schuldenstand des Landes betrug am Ende des ersten Quartals 160 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP). Ein Jahr zuvor hatte die Quote bei 136 Prozent gelegen, im Vorquartal waren es knapp 157 Prozent. Der Wert nähert sich inzwischen wieder dem Niveau vor dem teilweisen Schuldenerlass im März 2012.

Dabei soll der Anteil der griechischen Schulden an der Wirtschaftsleistung auf 120 Prozent bis zum Jahr 2020 sinken. Erst bei dieser Marke kann sich ein Land nach gängiger Meinung wieder selbst an den Kapitalmärkten langfristig refinanzieren. Wegen der Rezession in Griechenland halten viele Experten dieses Ziel aber für illusorisch und erwarten einen zweiten Schuldenschnitt.

Griechenland führt Negativliste an

Selbst nach zwei internationalen Hilfsprogrammen in Höhe von insgesamt 240 Milliarden Euro und einem Schuldenschnitt von mehr als 100 Milliarden Euro ist Griechenland nicht aus dem Schneider.

Griechenland führt im Euroraum und in der EU die Negativliste der Staaten mit dem höchsten Schuldenstand an, gefolgt von Italien mit 130 Prozent, Portugal mit 127 Prozent und Irland mit 125 Prozent. Diese Länder meldeten auch die stärksten Anstiege. Portugal und Irland erhalten ebenso wie Griechenland Milliardenhilfen der internationalen Geldgeber von EU und Internationalem Währungsfonds IWF.

Schulden in Deutschland bleiben konstant

Die Schuldenquote Deutschlands blieb laut Statistik gegenüber dem Vorjahr stabil und sank gegenüber dem Vorquartal leicht von 81,9 auf 81,2 Prozent. Grund dafür sind laut Experten vor allem niedrige Zinsen und die gute Wirtschaftsentwicklung, die für hohe Steuereinnahmen sorgt. Außer Deutschland hat im Vergleich zum Vorquartal im Euroraum nur noch Estland seine Staatsverschuldung reduziert (von 10,1 auf 10,0 Prozent der Wirtschaftsleistung).

Volkswirte der Allianz erwarten erst im übernächsten Jahr einen Rückgang des öffentlichen Schuldenstands und schrieben: "Die Sanierung der Staatsfinanzen [in der Währungsunion] bleibt ein langwieriger und zäher Prozess."

23.07.2013, 11:37 Uhr | dpa-AFX

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