04.08.2013, 18:32 Uhr | t-online.de, dpa
Neue Details im Fall Uli Hoeneß: Der Präsident des FC Bayern München soll als Kunde der Zürcher Privatbank Vontobel exzessiv an den Finanzmärkten gezockt haben. Das Magazin "Der Spiegel“ berichtet, auf dem Konto, das Hoeneß gegenüber dem deutschen Fiskus bis Januar geheim gehalten hatte, sollen über einen Zeitraum von mehreren Jahren über 33.000 Bewegungen dokumentiert sein. Hoeneß hatte schon vor Monaten über seine Spiel- und Aktiensucht berichtet. Derweil hat sich DFB-Präsident Wolfgang Niersbach hinter den Bayern-Präsidenten gestellt, während eine Allianz-Tochter von ihm abrückte.
"Der Spiegel" mutmaßt, die schiere Menge seiner Geldgeschäfte habe es dem Fußballmanager unmöglich gemacht, den bayerischen Finanzbehörden bei Einreichen seiner Selbstanzeige eine lückenlose Dokumentation der Kontobewegungen vorzulegen. Noch immer sollen Unterlagen seiner Bank ausstehen.
Weder die Staatsanwaltschaft München II noch die Anwälte von Hoeneß äußern sich zu den Geschäften, derentwegen sich der Präsident des FC Bayern München demnächst wohl vor dem Landgericht München II verantworten muss.
Hoeneß hatte Anfang Mai im Gespräch mit der "Zeit" sein suchtähnliches Engagement am Aktienmarkt eingeräumt. "In den Jahren 2002 bis 2006 habe ich richtig gezockt, ich habe teilweise Tag und Nacht gehandelt, das waren Summen, die für mich heute auch schwer zu begreifen sind, diese Beträge waren schon teilweise extrem. Das war der Kick, das pure Adrenalin", erläuterte der Manager.
Der Aufsichtsrat der Allianz Beratungs- und Vertriebs-AG nimmt unterdessen laut "Spiegel" Abstand von Hoeneß. Der sitzt seit 2006 im Kontrollgremium des Unternehmens, er wurde am 12. April, kurz vor Enthüllung seiner Steueraffäre, bis 2018 bestätigt. Durch die Anklage sei "eine neue Situation entstanden, die nun von den zuständigen Gremien geprüft wird", sagte ein Sprecher des Versicherungskonzerns, eine Entscheidung werde wohl zeitnah fallen.
Rückendeckung erhielt Hoeneß nun von DFB-Chef Niersbach: "Ich sage offen: Ich würde ihm als Freund wünschen, dass er seine großartige Arbeit für den FC Bayern fortsetzen kann", urteilte der 62-Jährige in einem Interview der "Bild am Sonntag", das gemeinsam mit dem Liga-Präsidenten Reinhard Rauball geführt wurde.
Rauball hielt sich in dieser Frage zurück. "Das müssen Sie den Aufsichtsrat von Bayern München fragen", kommentierte der Präsident des Liga-Verbandes und des Bayern-Rivalen Borussia Dortmund. "In den Liga-Statuten gibt es jedenfalls keine Bestimmungen, unter welchen Gesichtspunkten jemand ein solch exponiertes Amt führen darf."
Kritiker entgegnen, dass der 61-Jährige aufgrund der strengen Compliance-Bestimmungen in der Wirtschaft, die die Einhaltung von Gesetzen und Richtlinien in Unternehmen regeln, nicht länger Aufsichtsrats-Vorsitzender einer Aktiengesellschaft bleiben dürfe.
Die Staatsanwaltschaft München hatte in der vergangenen Woche Anklage gegen Hoeneß wegen Steuerhinterziehung erhoben. Der Präsident des FC Bayern und der Aufsichtsrats-Chef der FC Bayern AG hatte sich im Januar selbst wegen Steuerhinterziehung beim Finanzamt angezeigt. Ende Juli erhob die Staatsanwaltschaft München II Anklage gegen Hoeneß wegen Steuerhinterziehung.
Die Wirtschaftsstrafkammer des Landgerichts München muss nun entscheiden, ob die Anklage zugelassen wird und das Hauptverfahren eröffnet wird. Möglicherweise kann Hoeneß mit einer Bewährungsstrafe rechnen.
04.08.2013, 18:32 Uhr | t-online.de, dpa
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