05.08.2013, 18:48 Uhr | t-online.de - sia
Berthold Leibinger übergab 2005 die Trumpf-Geschäftsführung an seine Tochter Nicola Leibinger-Kammüller (Quelle: Marius Becker/dpa)
Berthold Leibinger hat den Maschinenbauer Trumpf zu einem Weltmarktführer gemacht. Jetzt hat die Unternehmerlegende Klartext gesprochen - und in der "Bild"-Zeitung vor neuen Steuererhöhungen gewarnt, die Tausende Jobs vernichten könnten.
Die geplante Vermögensteuer der "Grünen" käme "einem Anschlag auf Unternehmer und Arbeitsplätze gleich", sagte Leibinger im Interview mit der Zeitung. Würden Unternehmen zusätzlich steuerlich belastet, wären beispielsweise Kürzungen bei den Ausgaben für Forschung und Entwicklung die Folge. Die aber seien die Grundlage für internationalen Erfolg deutscher Betriebe.
Dabei sei gleich, ob das Betriebsvermögen oder das Privatvermögen besteuert würde. Das private Familienvermögen der Unternehmer stecke in der Firma. Nach seiner Rechnung müsste Trumpf etwa im Jahr 50 Millionen Euro an Abgaben zusätzlich zahlen, sollte die Opposition ihre Pläne durchsetzen.
In den Krisenjahren 2008/2009 hätte der Maschinenbauer nach Schätzung Leibingers in dem Fall 200 bis 300 Mitarbeitern kündigen müssen. Die Wirtschaftsflaute hatte das Unternehmen damals hart getroffen. Trumpf erwirtschaftete nach Angaben der "Financial Times Deutschland" (FTD) Verluste in Millionenhöhe, der Umsatz sei von 2,1 auf 1,3 Milliarden Euro geschrumpft.
Um die Firma über Wasser zu halten, steckte die Inhaberfamilie demnach 75 Millionen Euro ihres Privatvermögens in den Betrieb. Und Trumpf hätte damit nicht allein dagestanden, schrieb die "FTD". Laut einer Studie der Firma Hiscox habe jeder fünfte mittelständische Unternehmer sein Konto geplündert, um das Überleben seiner Firma zu sichern. Im Schnitt habe das investierte Privatvermögen 32.000 Euro betragen, insgesamt sollen es 14 Milliarden Euro gewesen sein.
Trumpf kam wieder nach oben, beschäftigt aktuell knapp 10.000 Mitarbeiter und hat im Geschäftsjahr 2011/2012 einen Umsatz von 2,3 Milliarden Euro erwirtschaftet. Berthold Leibinger selbst hatte 2005 die Geschäftsführung an Nicola Leibinger-Kammüller abgegeben und den Vorsitz im Aufsichtsrat übernommen. Zum 31. Dezember 2012 legte er seinen Posten altershalber nieder.
Der ehemalige Trumpf-Chef fürchtet jetzt, dass durch eine Vermögenssteuer die Betriebe ihre Investitionen und Jobs stärker ins Ausland verlagern würden. "Mittelfristig werden Stellen dann hier abgebaut", zitiert die "Bild" den ehemaligen Trumpf-Lenker.
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