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So bringen Banken ihre Kunden ums Geld

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Bedroht und ausgenutzt

So bringen Banken ihre Kunden ums Geld

12.09.2013, 12:24 Uhr | t-online.de - jbü, mit Material von dpa

Eine schlechte, teils sogar unzulässige Betreuung der Verbraucher wird Banken zuletzt gehäuft vorgeworfen (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Eine schlechte, teils sogar unzulässige Betreuung der Verbraucher wird Banken zuletzt gehäuft vorgeworfen (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Der Kunde ist König - das scheint in der Bankbranche ein wenig verbreitetes Motto zu sein, betrachtet man jüngste Meldungen. Massive Vorwürfe erhob jetzt der Frankfurter Wirtschaftsprofessor Falko Fecht. Er hat nachgewiesen, dass Banken Aktien zweiter Klasse gezielt bei den Kunden abladen. Wer dagegen einen alten Sparvertrag mit guten Renditen besitzt, wird zur Kündigung gedrängt. Und bei Zinsen für Dispo-Kredite haben manche Institute ohnehin alle Zügel abgelegt. Solche Auswüchse hat offenbar auch ein Großteil der User von t-online.de erlebt.

Über die Studie zu Aktiengeschäften berichtete das "Wall Street Journal". Falko Fecht, Professor für Finanzwirtschaft an der Frankfurt School of Finance, hatte mit zwei Kollegen 102 Banken untersucht. Dabei kamen sie zu einem klaren Ergebnis: Banken schieben Wertpapiere mit schlechter Entwicklung privaten Investoren unter. Das gelte für Geschäfte zwischen 2005 und 2009 und zwar für alle Arten von Banken: Großbanken, Regionalbanken, Zentralinstitute, große Sparkassen und Genossenschaftsbanken

Großbanken und Vermögensverwalter am stärksten in der Kritik

Besonders betroffen sind demnach große Banken, die auch Eigenhandel mit Aktien betreiben. "Besonders offensiv" gingen zudem Institute vor, die das komplette Vermögen finanzstarker Klienten verwalten. Heute beteuern die Banken, Eigenhandel nicht oder nur noch ganz gering zu betreiben - doch diese Aussage hält Fecht für "sehr zweifelhaft".

Wie genau die aus Kundensicht schlechten Geschäfte ablaufen, können die Forscher eigenen Angaben nach nicht nachweisen. Sicher sei aber: Wenn eine Bank den Eigenbestand einer Aktie reduziere, erhöhe sich der Anteil genau dieses Papieres in den Depots der Kunden. Und diese Papiere hätten - das ist der eigentliche Vorwurf - eine "signifikant schlechtere Rendite" als Aktien, die nicht aus dem Eigenhandel der Banken stammen.

Finanzmarktaufsicht gibt derzeit keinen Kommentar zu Vorwürfen ab

Fecht forderte im "Wall Street Journal" die Finanzmarktaufsicht Bafin zur Untersuchung der Vorgänge auf. Gegenüber t-online.de sagte die Behörde, sie werde sich die in der Studie genannten Sachverhalte genau anschauen. "Wir müssen klären, ob es aufsichtsrechtliche Anhaltspunkte für Fehlverhalten gibt."

48 Prozent der t-online-Nutzer sind enttäuscht

Wie wenig Vertrauen in das Geschäft der Banken besteht, zeigt eine Umfrage auf t-online.de. Über 5000 Besucher haben abgestimmt. Fast 48 Prozent fassen ihre Erfahrung so zusammen: "Bei mir überwiegen schlechte Beratung und unattraktive Angebote." 45,5 Prozent stimmen der Aussage zu: "Die Beratung ist seriös, aber die Angebote helfen eigentlich nur der Bank." Und nur rund sieben Prozent haben erfahren: "Ja, mein Vorteil steht im Mittelpunkt."

Denn es zeigt sich, dass Banken ihre Kunden nicht nur zu schlechten Geschäften bringen, sondern ihnen gleichzeitig gute verweigern wollen. Laut Verbraucherzentrale versuchen derzeit viele Institute, lang laufende Sparverträge mit hoher Verzinsung vor Ablauf der Vertragszeit zu kündigen. Dagegen sollten die Klienten in Verträge mit niedrigeren Renditen gezwängt werden.

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In einem Fall wurde einfach behauptet, das Kündigungsrecht der Banken ergebe sich aus dem Bürgerlichen Gesetzbuch. Laut der Verbraucherzentrale ist das allerdings nicht haltbar.

Auf der anderen Seite verlangen viele Banken von ihren Kunden laut Stiftung Warentest noch immer überhöhte Dispozinsen. Wer sein Girokonto überzieht, zahlt bis zu 14,75 Prozent Zinsen, ergab ein Vergleich. Besonders die kleinen Institute auf dem Land standen zuletzt am Pranger. Diese Institute würden ihre Monopolstellung ausnutzen und ihre Kunden schröpfen, berichtete die Zeitschrift "Finanztest".

Gebühren an Geldautomaten - auch hier langen viele Banken zu

Zuguterletzt bekamen Sparkassen und Genossenschaftsbanken Kritik für Gebühren, die sie Fremdkunden an ihren Geldautomaten abverlangen. Bis zu 7,50 Euro zahlen Verbraucher, wenn ihr Institut nicht zum jeweiligen Mitgliedsnetz einer Bank gehört, ergab jüngst eine Auswertung der ING Diba.

Weitere Wirtschafts- und Finanzmeldungen finden Sie hier.

12.09.2013, 12:24 Uhr | t-online.de - jbü, mit Material von dpa

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