29.01.2013, 11:05 Uhr | t-online.de, dpa-AFX
München und Berlin sind nach Ansicht internationaler Branchenfachleute 2013 die attraktivsten Immobilienmärkte in Europa - gefolgt von London, Istanbul und Hamburg. "Damit führen erstmals zwei deutsche Städte das Standortranking der 27 europäischen Metropolen an", teilten die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PwC und das Urban Land Institute (ULI) mit. Frankfurt landete der Studie zufolge auf dem elften Platz und schnitt damit zwei Ränge besser ab als im Vorjahr. Insgesamt wurden mehr als 500 Real-Estate-Investoren, Immobilienentwickler und -finanzierer sowie Analysten und Consultants befragt.
Ausschlaggebend für die gute Bewertung sei die Suche nach sicheren Investitionsplätzen: "Immobilieninvestoren suchen Sicherheit, das macht die deutschen Immobilienmärkte attraktiv", fasste Jochen Brücken, Partner und Leiter des Bereichs Real Estate bei PwC, die Ergebnisse der Studie "Emerging Trends in Real Estate" zusammen.
"Der deutsche Immobilienmarkt profitiert von einer Sonderkonjunktur", erklärte Brücken. Doch seien Investitionen in urbane Zentren auch hierzulande keine Selbstläufer. In Frankfurt beispielsweise seien vor allem die Büromieten im Zuge der Bankenkrise unter Druck geraten. Berlin werde beweisen müssen, "dass der jüngste Immobilienboom nachhaltig ist und nicht nur vom bislang vergleichsweise niedrigen Preisniveau angeheizt wurde", so der Experte weiter.
München genieße dagegen ähnlich wie London - das 2012 noch auf Platz 10 rangierte - den Ruf eines sicheren Hafens in turbulenten Zeiten. Die rund 500 befragten Immobilienexperten trauen Wertzuwächse nur den Städten auf den ersten vier Plätzen zu. Ausgesprochen kritisch beurteilen sie die Aussichten für Athen, Lissabon und die spanischen Metropolen.
Die bayrische Landeshauptstadt München zum Beispiel punkte mit ihrer Mischung aus Global Playern und mittelständischen Unternehmen als Mieter von Gewerberäumen. Geringer Leerstand und ein eingeschränktes Immobilienangebot ließen Investoren zudem auf steigende Mieterlöse hoffen, so die Studie. Dass immer mehr Touristen, insbesondere aus den BRIC-Staaten (Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika), in die Stadt kommen, stärke die Aussichten im Bereich der Wohnimmobilien.
Dagegen habe Berlin der Zuzug zahlungskräftiger Mitarbeiter der mittlerweile mehr als 15.000 Technologie-Unternehmen beflügelt. Von der großen Zahl der Besucher, die dem Ruf der Stadt als kulturelles Zentrum folgen, profitierten zudem der Apartment- und der Hotelsektor.
Der europäische Immobilienmarkt wird insgesamt mit gemischten Gefühlen betrachtet. Der Studie zufolge zeigt sich bei fast der Hälfte aller Befragten so viel Pessimismus wie zuletzt im Jahr 2004. "Mit 45 Prozent erwartet fast die Hälfte der Befragten, dass die Immobilienpreise mindestens noch bis 2017 stagnieren", beschreibt Brücken die vorsichtige Haltung in der Branche.
Dennoch habe sich die Stimmung insgesamt wieder verbessert. So geben 80 Prozent der Befragten an, dass sich durch die Krise in der Eurozone neue Möglichkeiten ergeben hätten. "Die Immobilienbranche hat offenbar nach fünf Jahren der Restrukturierung allmählich einen Weg gefunden, mit der neuen, volatileren Normalität umzugehen", folgerte der Experte.
Sehr beliebt und teilweise überlaufen seien weiterhin sogenannte Core-Objekte. Das sind Immobilien, die eine gute Lage aufweisen und stabile und längerfristig sichere Mieteinnahmen versprechen.
Zudem würden sich durch ökologisch nachhaltige Immobilien neue attraktive Geschäftschancen ergeben. Für solche Immobilien, die sich beispielsweise durch einen besonders niedrigen Energieverbrauch oder auch besonders umweltfreundliche Baustoffe auszeichnen, ließen sich am Markt deutliche Preisaufschläge erzielen, betonte Claudia C. Gotz, Geschäftsführerin ULI Germany.
Die Finanzierung von Immobilieninvestments über Bankkredite sei der Umfrage zufolge trotz weiterhin niedriger Leitzinsen schwieriger geworden. Insbesondere bei Neuinvestitionen haben sich die Konditionen nach Ansicht von 38 Prozent der Befragten verschlechtert, während nur 17 Prozent eine Verbesserung gegenüber 2012 feststellen können. Ein Grund für die Eintrübung dürfte der Rückzug etlicher Banken aus der gewerblichen Immobilienfinanzierung sein.
Quelle: t-online.de, dpa-AFX
zur HomepageVergleichen Sie über 300 Banken und finden das für Sie passende Angebot zur Baufinanzierung. Zinsrechner starten
Produkte, die beim Abnehmen bzw. einer Diät unterstützen sollen. zum Gesundheit-Special
Was Jennifer so besonders macht ist nicht alltäglich. zum Video
Riesenauswahl an Bücher-Highlights erleben! Versand-
kostenfrei bei Hugendubel.de.