Steigende Steuer
So kassieren die Länder bei Häuslebauern und Mietern ab06.08.2013, 18:27 Uhr | t-online.de - sia
Viele Bundesländer verlangen derzeit eine Grunderwerbssteuer von mindestens fünf Prozent (Quelle: imago/McPhoto)
Wer sich den Traum von den eigenen Wänden erfüllen will, wird dafür deutlich tiefer in die Tasche greifen müssen - auch wenn die Banken mit Darlehen zu Minizinsen locken. Spürbar zu Buche schlagen beim Hauskauf oder -bau etwa die kräftig erhöhten Notar-Honorare. Damit nicht genug: Auch die Bundesländer bitten Bauherren über eine erhöhte Grunderwerbsteuer deutlich stärker zur Kasse.
Erhöhte Gebühren bei Maklern, Notaren, Gutachtern und Behörden machen etwa 15 bis 20 Prozent der Kauf- beziehungsweise Bausumme aus, hat die "Welt" ermittelt - und diese Summen werden bereits vor dem Einzug fällig. Allein die Notarkosten beim Hauskauf bei Ablösung einer Grundschuld seien um 36 Prozent von 2300 Euro auf 3135 Euro gestiegen.
Doch Eigenheimbesitzer in spe müssen vor allem eine satte Grunderwerbsteuer einkalkulieren. Betrug dieser Steuersatz bis 2006 bundesweit einheitlich 3,5 Prozent, können seit dem 1. September 2006 die Bundesländer selbst festlegen, in welcher Höhe sie beim Grunderwerb Steuern einziehen.
Kein einziges Bundesland habe indes die Abgabe auf Grundstücks- und Hauserwerb seitdem gesenkt, heißt es in dem Bericht. Im Gegenteil. Seit 1996 habe sich der Satz zum Teil verdreifacht. In Schleswig-Hostein etwa klettere die Steuer von ursprünglich zwei Prozent ab Januar 2014 auf 6,5 Prozent.
Nach Angaben des Eigentümerverbandes Haus & Grund wird das Bundesland damit im nächsten Jahr an der Spitze liegen, aber auch zehn andere Bundesländer werden dann eine Grunderwerbsteuer von mindestens fünf Prozent verlangen (siehe Tabelle unten).
Im Saarland werden demnach sogar 5,5 Prozent fällig, Berlin will 2014 sechs Prozent Steuern von Grund- und Eigenheimkäufern fordern. Für viele Bürger, die gern in ein Eigenheim investieren würden, wird die Finanzierung dadurch problematisch.
Negative Folgen hat der Dreh an der Steuerschraube zudem für Mieter. Denn der Vermieter müsse die hohen Nebenkosten in die Miete einpreisen - wenn er überhaupt noch baue, sagte Rolf Kornemann, Präsident des Eigentümerverbandes Haus & Grund, der Zeitung.
Angesichts der Wohnungsnot in Großstädten wie Berlin formuliert es Andreas Mattner vom Zentralen Immobilienausschuss (ZIA) noch drastischer. "Ganz offensichtlich ist den Ländern die Maximierung ihrer Einnahmen immer noch wichtiger als die Lösung der Wohnungsprobleme", zitiert die "Welt" den ZIA-Präsidenten.
Grunderwerbsteuersätze der Bundesländer in Prozent (Stand: August 2013) | |
Land | Grunderwerbsteuersatz in Prozent |
Baden-Württemberg | 5,0 |
Bayern | 3,5 |
Berlin | 5,0 (geplant: 6,0 ab 1. Januar 2014) |
Brandenburg | 5,0 |
Bremen | 4,5 (geplant: 5,0 ab 1. Januar 2014) |
Hamburg | 4,5 |
Hessen | 5,0 |
Mecklenburg-Vorpommern | 5,0 |
Niedersachsen | 4,5 (geplant: 5,0 laut Koalitionsvertrag) |
Nordrhein-Westfalen | 5,0 |
Rheinland-Pfalz | 5,0 |
Saarland | 5,5 |
Sachsen | 3,5 |
Sachsen-Anhalt | 5,0 |
Schleswig-Holstein | 5,0 (geplant: 6,5 ab 1. Januar 2014) |
Thüringen | 5,0 |
Quelle: Haus & Grund
06.08.2013, 18:27 Uhr | t-online.de - sia
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