04.10.2010, 11:36 Uhr | In Zusammenarbeit mit Monster.de, t-online.de
Beim Vorstellungsgespräch muss man überzeugen (Foto: Archiv)
Natürlich ist es unmöglich, sich auf jede Frage im Bewerbungsgespräch vorzubereiten. Aber mit guten Beispielen können Sie fast jede Frage überzeugend beantworten. Lesen Sie hier, wie Sie trotzdem punkten können.
Eine der wichtigsten Grundregeln beim Bewerbungsgespräch: Jede Frage, die Ihnen im Verlauf des Vorstellungsgesprächs gestellt wird, ist eine Chance. Eine Chance, etwas über sich erzählen zu dürfen. Kurze, einsilbige Antworten wie nur "Ja" oder "Nein" sind sind dabei eher unvorteilhaft und erschweren dem Gegenüber und Ihnen selber das Gespräch. Werden Sie beispielsweise nach Ihren Erfahrungen im Projektmanagement gefragt, dann sollte die Antwort auf keinen Fall einfach nur "Ja", "Nein" oder "ein bisschen" lauten. Statt dessen erläutern Sie Ihre Erfahrungen anhand von Beispielen. Wiederholen Sie nicht nur die Fakten, die im Lebenslauf stehen. Denken Sie immer daran, dass Ihr Gegenüber Sie nicht kennt. Personaler sind auf Informationen von Ihnen angewiesen, um sich ein Bild zu machen. Dabei spielen natürlich auch Stressfragen, Ihre Körpersprache und die richtige Kleidung eine Rolle, dennoch stehen hier Ihre Kompetenzen im Vordergrund.
Deshalb sollten Sie im Gespräch die Gelegenheit nutzen und auf Fragen eingehen, um anhand von möglichst aktuellen Beispielen Ihre Erfolge darzustellen. Wenn Sie gut nachvollziehbare Beispiele geben können, wie erfolgreich Sie auf bestimmten Gebieten gewesen sind, dann vergrößern Sie damit Ihre Chancen erheblich. Schließlich gilt: Was Ihnen gestern gelungen ist, das werden Sie auch morgen schaffen.
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Bedenken Sie aber: Es geht nicht darum, ausschließlich Leistungen aufzuzählen. Listen sind langweilig. Verbal vorgetragene Listen können den Zuhörer überfordern. Nach fünf Punkten hat er meist schon vergessen, was Punkt eins auf der Liste war. Erzählen Sie deshalb eine Geschichte: in Ihrem Fall eine Erfolgsgeschichte. Und erzählen Sie sie gut.
Das klingt schwieriger als es ist. Selbst wenn Sie nicht der geborene Geschichtenerzähler sind, wird Ihnen ein einfach anzuwendendes Modell hilfreich sein, bei dem man jede Erzählung in drei Stufen unterteilt: Die Situation – die Aktion – der Erfolg. Hier ist ein Beispiel, wenn Sie ein Verkäufer in einem Vorstellungsgespräch wären. Sie werden gefragt, wie Sie mit schwierigen Kunden in einem Verkaufsgespräch umgehen.
Sie erläutern das an einem Beispiel folgendermaßen: Die Situation: Ich hatte einen Kunden, der gar nichts über die besonderen Eigenschaften unseres Produkts wissen wollte, weil er früher einmal schlechte Erfahrungen mit unserem Unternehmen gemacht hat. Die Aktion: Ich hörte mir die Geschichte aufmerksam an, um die Beschwerde des Kunden zu verstehen. Dann erklärte ich dem Kunden, wie ich die damalige Situation anders gehandhabt hätte und dass ich einen besseren Service bieten könne. Mit ein paar weiteren Fakten über das Unternehmen und unsere Produkte konnte ich schließlich die Einstellung des Kunden ändern. Der Erfolg: Der Kunde kaufte nicht nur das Produkt, sondern war auch ganz angetan davon, wie ich auf ihn eingegangen war. Er gehört seitdem zu meinen besten Kunden.
Der Vorteil dieser Präsentation einer Erfolgsgeschichte ist, dass sie leicht verständlich ist, einen Spannungsbogen aufbaut und fast universell anwendbar ist.
Es ist nichts dagegen zu sagen, sich solche Erfolgsgeschichten vor einem Jobinterview zurechtzulegen. Schreiben Sie sie auf, lernen Sie sie auswendig. Schaden kann es nicht. Überlegen Sie sich, welche Art von Geschichten für Ihr Vorstellungsgespräch am ehesten in Frage kommen. Hinweise darauf finden Sie in den Anforderungen der Stellenanzeige. Wenn für den Job ganz ausdrücklich ein Vollblut-Teamworker gesucht wird, dann ist schon klar, wonach Sie in Ihrer Erinnerung kramen sollten.
Das beste an dieser Methode ist: Sie wird Ihnen auch dann nützlich sein, wenn Sie gar nicht nach Beispielen gefragt werden. So können Sie diese Strategie auf fast jede Frage des Personalers anwenden. Nutzen Sie einfach eine vorbereitete Geschichte und leiten Sie diese mit den Worten ein. "Das ist eine gute Frage. Ich möchte Ihnen ein Beispiel aus meinem früheren Job geben … ."
Ein weiterer Vorteil: Wenn Sie sich rechtzeitig auf ein Jobinterview vorbereiten, und sich dafür frühere Erfolge ins Gedächtnis rufen, werden Sie schnell so viele Beispiele parat haben, dass Sie von kaum einer Frage mehr auf dem falschen Fuß erwischt werden.
Ratgeber: Vorstellungsgespräch auf Englisch - Tipps
Quelle: In Zusammenarbeit mit Monster.de, t-online.de
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