12.07.2011, 16:15 Uhr | t-online.de, sia, t-online.de
Abgedroschene Floskeln in Bewerbungen - das überzeugt keinen Chef. (Foto: imago)
"Ich bin der Problemlöser für Ihr Unternehmen - und außerdem extrem teamfähig!" Wer in einer Bewerbung den zukünftigen Chef so beeindrucken will, darf sich nicht wundern, wenn er ganz schnell aussortiert wird. Denn bestimmte Floskeln können wie ein rotes Tuch auf Personalverantwortliche wirken. Wir verraten Ihnen, wie Sie sich auf keinen Fall anpreisen sollten, wenn Sie einen Job wirklich haben wollen.
Das Karriere-Netzwerk LinkedIn hat kürzlich die Top Ten der meist benutzten und damit abgedroschenen Floskeln in den Karriereprofilen seiner Nutzer ermittelt. Auf Platz eins des Negativrankings kam "innovativ". Gleich dahinter folgen "dynamisch" und "motiviert". Platz vier ging an "umfangreiche Erfahrungen", vor "proaktiv" und "Teamplayer". Mit einer solchen Selbstbeschreibung wird also niemand aus der Masse der Bewerber um einen Job herausstechen - schon gar nicht positiv.
Zwar suchen Unternehmen in Stellenanzeigen immer wieder nach flexiblen, belastbaren, kontaktstarken Mitarbeitern mit großer Eigeninitiative, die möglichst umfassende Erfahrung vorzuweisen haben. In der Bewerbung jedoch mit solchen Vokabeln um sich zu werfen, ist keine gute Idee, warnen auch die Karriereprofis Christian Püttjer und Uwe Schnierda in ihrem Buch "Die Bewerbungsmappe mit Profil für Bewerber mit Zick-Zack-Lebensläufen".
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Der Grund: Wer sich hinter leeren Phrasen versteckt, wirkt wenig glaubwürdig. Also weg mit abstrakten Formulierungen, raten Püttjer und Schnierda. Jobsuchende sollten stattdessen nachvollziehbare Beispiele liefern, um die Bewerbung mit Leben zu füllen und an Glaubwürdigkeit zu gewinnen. Denn: Wenn sich eine Nullaussage an die nächste reihe und der Jobkandidat keine konkreten Belege für seine Behauptungen liefere, ist eine Absage demnach vorhersehbar.
Belastbarkeit belegt den Experten zufolge etwa der Bewerber, der schreibt, dass er auf einer vorherigen Arbeitsstelle als Servicemitarbeiter bei verschiedenen Kunden eingesetzt war, dabei in kurzer Zeit einen guten Draht zu den jeweiligen Kollegen aufbauen konnte, um Probleme gemeinsam schnellstmöglich abzustellen.
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Und einen engagierten Eindruck hinterlässt beispielsweise ein Bewerber, der durch die Teilnahme an Workshops seine Fachkenntnisse regelmäßig auf den neuesten Stand gebracht hat. Wochenend- und Nachtdienste hingegen lassen Personaler auf Einsatzbereitschaft und Flexibilität schließen.
Teamgeist ist vielen Chefs und Personalern wichtig - sollte allerdings ebenfalls konkret belegt werden. Der Hinweis auf eine Tätigkeit in einem Unternehmen, in dem sich die Kollegen gegenseitig unterstützt haben, käme in diesem Sinne gut an, erläutern Püttjer und Schnierda. Und auch wer seine kommunikativen Stärken herausstellen will, tue das am besten anhand seiner beruflichen Praxis - etwa als Journalist, Call-Center-Agent oder in Marketingjobs.
Generell gilt: Nicht irgendetwas behaupten und Selbstverständlichkeiten aneinanderreihen, sondern Nachweise für die persönlichen Stärken bringen, betonen auch die Karriereexperten des Verlags für die Neue Wirtschaft auf vnr.de. Das könne zum Beispiel mit Verweisen auf Referenzen von bisherigen Arbeitgebern geschehen.
Bewerbungen, die vor Allgemeinplätzen nur so strotzen, wecken beim Unternehmen stets den Eindruck, dass dem Jobsuchenden vollkommen gleich ist, in welcher Firma er tätig wird - Hauptsache, er hat einen Arbeitsplatz. Damit sinkt die Chance des Bewerbers gegen null. Püttjer und Schnierda empfehlen: Stimmen Sie Bewerbungen immer passgenau auf die vakante Stelle ab - dabei helfe etwa ein Blick auf die Firmenwebsite, um die Anforderungen des Unternehmens und des freien Jobs zu ermitteln.
Der Ratgeber "Die Bewerbungsmappe mit Profil für Bewerber mit Zick-Zack-Lebensläufen" von Christian Püttjer und Uwe Schnierda ist im Campus Verlag erschienen und kostet rund 16 Euro.
Quelle: t-online.de, sia, t-online.de
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