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    Todsünden in der Bewerbungsmappe

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    Darauf achten Personaler  

    Todsünden in der Bewerbungsmappe

    29.12.2011, 16:18 Uhr | Andrea Pawlik, Monster.de, t-online.de

    Todsünden in der Bewerbungsmappe. Die Bewerbungsmappe (Quelle: imago)

    Die Bewerbungsmappe (Quelle: imago)

    Bewerbungen muss man immer schreiben, sei es für einen Nebenjob, eine Ausbildungsstelle oder eine Festanstellung. Wir verraten Ihnen, worauf Personaler achten.

    Vor allem vollständig, ordentlich und übersichtlich müssen Bewerbungsunterlagen sein, um mit ihnen zu punkten. Darin sind sich Personaler einig. Wie viele Abstriche sie machen und was ihrer Meinung nach eine "Todsünde" für Bewerber ist, da gehen die Meinungen allerdings weit auseinander.

    Lebenslauf muss vollständig sein

    "Firmen verpassen so einige gute Bewerber, wenn sie sich von einem Knick in der Mappe abschrecken lassen", ist Astrid Borgmann überzeugt. Die Vorstandsassistentin und Recruiting-Verantwortliche bei der SIV AG, einem Softwareanbieter in Roggentin nahe Rostock legt auf die äußere Form einer Bewerbungsmappe nicht so viel Wert. "Uns ist - neben der fachlichen Qualifikation - wichtig, dass Lebenslauf und Infoblock vollständig sind und dass wir sehen können, dass die Unterlagen speziell für die SIV AG gemacht wurden."

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    Erweckt eine Mappe den Eindruck, Massenware zu sein, gibt das bei Astrid Borgmann ein dickes Minus für den Bewerber. Schreibfehler indes verzeiht sie mitunter. "Bei Ingenieuren oder Informatikern kann das mal vorkommen", sagt sie. "Bei Bewerbern fürs Sekretariat gelten aber strengere Kriterien." Deckblätter und so genannte dritte Seiten findet Astrid Borgmann überflüssig. "Bringt das Deckblatt eine zusätzliche Information? Nein!" sagt sie.

    Inhalt schlägt Form

    "Ein Schreibfehler kann aus Flüchtigkeit mal vorkommen", sagt auch Jörg Kaufmann aus der Personalabteilung des Medizinischen Dienstes der Krankenversicherung Baden-Württemberg. "Wenn aber die Unterlagen von Fehlern durchzogen sind, müssen wir den Bewerber ablehnen." Jörg Kaufmann erklärt auch wieso: "Wir stellen ja keine Ärzte und Pflegefachkräfte ein, die behandeln. Sie müssen bei uns schriftliche Gutachten verfassen, die Außenwirkung haben." Diese würden zum Beispiel bei Gericht vorgelegt.

    Lose Blattsammlungen als Bewerbungen kommen bei Jörg Kaufmann auch nicht gut an. Generell gilt aber: "Der Inhalt schlägt die Form." Und wenn der Bewerber - wie aus dem Lebenslauf ersichtlich - seit zehn Jahren keine Bewerbung mehr habe schreiben müssen, nehme er darauf Rücksicht.

    Fokus liegt auf dem Lebenslauf

    Das erste Detail einer Mappe, das sich Personaler anschaut, ist der Lebenslauf. Erst dann kämen meist Zeugnisse und schließlich das Anschreiben, sagt eine Personalreferentin. Auch überfrachtete Mappen stören viele: mehrere Bilder, zweiseitige Anschreiben, aufwändige Klappmappen - das muss nicht sein.

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    Personaler sind Profis und kennen daher die gängigen Bewerbungsratgeber. Ganze Sätze kopieren und ideenlos ins eigene Anschreiben einfügen, kommt nicht gut an. Außerdem gilt: Lieber im Stil formaler schreiben als flapsige Formulierungen wählen. Ein Satz wie: "Ich wollte mal nachfragen, ob bei Ihnen noch eine Stelle frei ist", kommt leider oft genug vor, besonders bei E-Mail-Bewerbungen.

    Todsünde: Hohe Ansprüche stellen

    Selbstbewusstsein ist gut, aber übertreiben sollte man es nicht. Eine "Todsünde" ist es deshalb, schon im Anschreiben Ansprüche zu erheben, die man lieber persönlich verhandeln sollte: beispielsweise den Dienstwagen, Umzugskosten und dergleichen.



    Grundsätzlich denke man stets daran: In der Kürze liegt die Würze. Bewerber sollten ihr Anschreiben auf wenige Kernaussagen überprüfen. "Wer bin ich, was will ich und was bringe ich dem Unternehmen."

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    Bloß keine Rechtfertigung

    "Keine bunten Layouts und nicht zu lang", bringt es Michael Tóth von Fahrrad XXL Feld in Sankt Augustin auf den Punkt. Der Projektleiter Online sucht seine Mitarbeiter selbst aus, ohne zwischengeschaltete Personalabteilung. "Die Unterlagen müssen schnell zu lesen sein." Inhaltlich ist ihm wichtig, dass sich der Bewerber auf die Aufgabengebiete bezieht, die auch in der Stellenausschreibung genannt wurden.

    Außerdem möchte er keine Entschuldigungen lesen - für problematische Punkte im Lebenslauf, die man dann aber "im Gespräch erklären könne". Gut findet er ein Bild, auf dem der Jobanwärter freundlich in die Kamera guckt: "Professionell gemacht, vor neutralem Hintergrund." Wenn der Bewerber dann noch ein Foto von sich bei einem Mountainbike-Rennen beifügen kann, landet er beim Projektleiter auf jeden Fall einen Punkt. "Erfahrung mit Fahrrädern muss man bei uns schon haben, sich einarbeiten zu wollen, reicht nicht."

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    Keine Mappen in grellen Farben

    Ansonsten bevorzugt Michael Tóth Pappmappen statt Kunststoff, die Unterlagen eingeklemmt, nicht gelocht. "Die Farbe der Mappe sollte neutral sein", findet er. "Kein Gelb oder Rot - die Farbe muss schlicht und sachlich wirken." Er glaubt, dass sich so mancher Bewerber von der Mappenvielfalt im Schreibwarenladen auf die falsche Fährte locken lässt.

    Bewerbung auf Papier ist Auslaufmodell

    Der allgemeine Trend indes geht weg von der Pappmappe hin zur Online-Bewerbung. Auch Tóth gefällt die Bewerbung per E-Mail besser. "Für einen Job in meinem Bereich ist es ganz wichtig, dass sich die Leute online bewegen können", sagt er.

    Auch bei der SAP AG ist die Bewerbung auf Papier ein Auslaufmodell. "Ich bin hier jetzt seit anderthalb Jahren Recruitment Consultant und habe in dieser Zeit nur eine einzige Papierbewerbung bekommen", sagt Inken Lewerenz. Für sie hat der Online-Kontakt klare Vorteile: Fürs Unternehmen sind die Kandidaten dank EDV einfacher zu verwalten. "Und auch für den Kandidaten ist es einfacher und günstiger", sagt die Personalexpertin von SAP.

    Inhaltlich unterscheiden sich Bewerbungen über Online-Tools oder per E-Mail aber nicht von dem, was eine Papier-Bewerbung liefern muss: Anschreiben, CV (Curriculum Vitae - Lebenslauf) und Anlagen gehören wie bei der postalischen Bewerbung genauso dazu. Ein typischer Online-Fehler sei, dass oftmals das qualifizierte Anschreiben fehle, bemerkt Lewerenz. Ausschließen würde sie deswegen aber niemanden.

    Viele Bewerber = wenig Toleranz

    Was sich Bewerber an Fehlern und Fauxpas’ erlauben dürfen, hängt aber auch gewaltig davon ab, was sie zu bieten haben und wie viele mit ihrer Qualifikation gerade auf dem Markt sind. Jörg Kaufmann vom Medizinischen Dienst der Krankenversicherung Baden-Württemberg: "Wenn wir 150 Bewerbungen auf eine Stelle haben, fragen wir bei einzelnen nicht mehr nach, wenn Anlagen fehlen."

    Ebenso umgekehrt. Astrid Borgmann von der SIV AG sagt: "Bei guten Informatikern zum Beispiel sind wir sehr tolerant - von denen gibt es zurzeit nicht so sehr viele." Selbst, wenn so jemand mal vergisst, seine Kontaktdaten mitzuschicken, ist das noch kein Ausschlusskriterium. "Dann macht man sich eben die Mühe und sucht ihn", sagt Astrid Borgmann. "Ich bin immer auf Seiten der Bewerber."

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