06.08.2012, 13:17 Uhr | t-online.de, dapd
Volkswagen (VW) will seinen Stellenaufbau in Deutschland abbremsen. Seit 2009 habe VW hierzulande fast 25.000 neue Stellen geschaffen, sagte Personalvorstand Horst Neumann dem "Handelsblatt" (HB). "Wir erleben jetzt eine Konsolidierung und erwarten nur noch einen leichten Anstieg", sagte er. Es gehe eher darum, wie viele Leiharbeiter VW fest einstellen und wie viele Ausbildungsplätze der Konzern weltweit schaffen könne.
Aktuell hat Volkswagen Neumann zufolge weltweit 520.000 Mitarbeiter. Seit 2009 seien durch Zukäufe wie MAN 75.000 Beschäftigte hinzugekommen. 70.000 neue Arbeitsplätze habe der Konzern weltweit organisch geschaffen. "Das wird aber nicht mehr so steil weitergehen", sagte Neumann.
Um aber noch konkurrenzfähiger zu werden, konzentriere Volkswagen konzernweit die Aus- und Weiterbildung, so der Manager. Dazu investiere der Autobauer 300 Millionen Euro. "Wir haben jetzt entschieden, die Aus- und Weiterbildung weltweit einheitlich zu bündeln, unter dem Dach der Volkswagen Group Academy", sagte er im Gespräch mit der Zeitung.
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"Das ist ein Meilenstein, zumal wir auch MAN und Porsche einbeziehen", so Neumann hoffnungsvoll. Zu der neuen Einrichtung würden zudem künftig über den Konzern hinweg alle Angebote wie die Audi-Akademie, Auto-Uni oder Volkswagen Coaching gehören. Verantwortlich für die Volkswagen Group Academy werde Ralph Linde, bisher Chef der Volkswagen Coaching, Forschungschef Jürgen Leohold werde in Personalunion die Auto-Uni führen.
Allein für den neuen Bereich der Group Academy rechnet der Personalvorstand mit einem Kostenvolumen von 300 Millionen Euro. Dazu kämen die Leistungen der Marken.
Kritik an dem hohen Gehalt von VW-Chef Martin Winterkorn verteidigte unterdessen Neumann - 2011 lag Winterkorn mit gut 16 Millionen Euro Gehalt deutschlandweit an der Spitze. "Nach Beschäftigten ist Volkswagen das sechstgrößte Unternehmen der Welt, beim Gehalt des Vorstandschefs liegen wir ebenfalls auf Rang sechs", sagte er. Niemand habe infrage gestellt, dass bei Winterkorn Leistung und Gehalt zusammenpassten. Der Vorstandsvorsitzende sei auch Entwicklungschef und Chef der Marke Volkswagen und leite so in Personalunion drei Ressorts. Das bringe dem Konzern erhebliche Vorteile.
Der Personalvorstand warnte zudem die Manager seines Konzerns vor verfrühter Euphorie. Das Geschäft von VW laufe zwar gut, aber das Umfeld in Europa werde schwieriger. "Wir dürfen nicht glauben, es geschafft zu haben, VW sei jetzt reich und unschlagbar", sagte er.
Stattdessen brauche der Konzern einen klaren Blick für Stärken und Risiken, um verbliebene Schwachstellen beheben. "Im Vergleich mit starken Wettbewerbern wie Toyota und Hyundai haben wir manche Segmente noch nicht besetzt, das gilt etwa für kompakte Nutzfahrzeuge in Schwellenländern", sagte der Manager. In Märkten wie Südostasien sei noch viel tun.
Quelle: t-online.de, dapd
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