09.11.2012, 12:32 Uhr | dpa-AFX
Weitere Abstriche bei Iberia: Die angeschlagene spanische Fluggesellschaft plant den Abbau von 4500 der insgesamt rund 20.0000 Arbeitsplätze. "Iberia kämpft ums Überleben", sagte der Chef der spanischen Fluglinie, Rafael Sánchez-Lozano. Die Gewerkschaften drängt er zu einer schnellen Einigung. Sonst werde es noch schlimmer kommen.
Besonders bitter lief es für Iberia, die im Gegensatz zu British Airways auch im operativen Geschäft einen dicken Verlust von 262 Millionen Euro einflog. "Jeden Tag verbrennt die Gesellschaft 1,7 Millionen Euro", offenbarte Iberia-Chef Sánchez-Lozano. Dies liege nicht nur an der Euro-Schuldenkrise und der schwierigen Wirtschaftslage in Spanien. Die Probleme hätten schon zuvor bestanden. Iberias Kostenbasis sei einfach deutlich höher als die der Hauptkonkurrenten in Spanien und Lateinamerika, sagte der Manager.
Der gemeinsame Mutterkonzern von Iberia und British Airways, die International Airlines Group (IAG), will daher ans Eingemachte: Die Flotte der Spanier soll um 25 Flieger verkleinert werden, das Flugangebot bereits im kommenden Jahr um 15 Prozent schrumpfen. Die Kürzungen treffen vor allem das Europa-Geschäft. Dadurch soll sich das Ergebnis der Sparte bis zum Jahr 2015 um 600 Millionen Euro verbessern.
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Jobsuche starten
Erst langfristig sieht die Unternehmensspitze wieder Wachstumschancen. "Eine starke und profitable Iberia kann Jobs schaffen und den Tourismus ankurbeln, ein wichtiger Treiber für Spaniens wirtschaftliche Erholung", sagte IAG-Chef Willie Walsh. Für die Strecken nach Lateinamerika habe die Gesellschaft die besten geographischen Voraussetzungen.
Den Gewerkschaften setzt das Management eine enge Frist für die Verhandlungen. Bis Ende Januar 2013 müsse eine Vereinbarung stehen. "Wenn wir uns nicht verständigen, müssen wir noch radikaler durchgreifen, und die Kürzungen bei Flugangebot und Jobs fallen noch gravierender aus", so Sánchez-Lozano. Insgesamt beschäftigte IAG zuletzt rund 59.400 Menschen. Rund ein Drittel davon arbeitet bei Iberia.
IAG folgt mit den Stellenstreichungen den Beispielen aus Frankreich und Deutschland. So will die französisch-niederländische Air France-KLM gut 5000 Arbeitsplätze abbauen. Bei der Lufthansa stehen alleine 3500 Stellen in der Verwaltung zur Disposition. Zudem will die Gesellschaft hunderte Arbeitsplätze ins Ausland verlagern.
Die einstigen Staatsfluglinien kämpfen auf dem Kontinent vor allem mit der Konkurrenz der Billigflieger wie Ryanair und Easyjet. Auf der Langstrecke fordern vor allem die staatlichen Fluglinien aus dem Nahen Osten die europäischen Gesellschaften heraus. Selbst die Lufthansa, die vergleichsweise gut dasteht, fliegt im Europageschäft jedes Jahr Verluste in dreistelliger Millionenhöhe ein. Einen Großteil der Direktverbindungen soll ab 2013 deshalb die Tochter Germanwings übernehmen, die teils deutlich geringere Gehälter zahlt.
Quelle: dpa-AFX
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