21.12.2012, 10:45 Uhr | t-online.de
Völlig überraschender Wechsel an der Spitze der Telekom: René Obermann, Vorstandvorsitzender der Deutschen Telekom AG , hat den Aufsichtsrat gebeten, zum 31. Dezember 2013 seinen Anstellungsvertrag aufzulösen und die Bestellung zum Vorstandsvorsitzenden aufzuheben. Der Aufsichtsrat hat dieser Bitte in seiner Sitzung heute entsprochen. Die T-Aktie schwankte nach der Bekanntgabe des Wechsels an der Konzernspitze zum Jahresende 2013 kurzzeitig nervös zwischen Gewinnen und Verlusten.
René Obermann sagte: "Wir haben in den vergangenen Jahren Lösungen für die wesentlichen Baustellen gefunden. Die Deutsche Telekom hat heute das beste Netz, den besten Kundenservice der Branche und gewinnt Kunden mit innovativen Produkten. Als Arbeitgeber haben wir Impulse für die kulturelle Vielfalt gegeben, die weit über das Unternehmen hinaus Anerkennung und Nachahmung finden. ...
Jetzt ist ein geeigneter Zeitpunkt, um die Staffelübergabe vorzubereiten und einen geordneten Übergang sicherzustellen. Diesen will ich im nächsten Jahr zusammen mit Tim Höttges gestalten." Dabei setzt Obermann auch auf die Unterstützung der Mitarbeiter: "Die Deutsche Telekom hat sehr gute Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die bestens ausgebildet und hochmotiviert sind. Ohne deren großen Einsatz hätten wir im Team die schwierigen Aufgaben der vergangenen Jahre nicht meistern können. Dafür sage ich von Herzen Dank."
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Obermann möchte nach 16 Jahren Tätigkeit für die Deutsche Telekom, davon dann sieben Jahre an der Spitze des Unternehmens und elf Jahre Zugehörigkeit zum Vorstand, wieder näher ans operative Geschäft rücken, als das für den Vorstandsvorsitzenden eines Großkonzerns möglich ist und noch stärker unternehmerisch geprägte Aufgaben übernehmen: "Ich will wieder mehr Zeit für Kunden, Produktentwicklung und Technik haben."
Sein Nachfolger soll am 1. Januar 2014 Timotheus Höttges werden: "Die Nachfolge ist aus meiner Sicht in den besten Händen. Ich kann mir keinen Besseren vorstellen als ihn, um die gute Entwicklung der letzten Jahre fortzuschreiben", so René Obermann. Höttges ist seit dem Jahr 2000 bei der Deutschen Telekom. Bei deren deutscher Mobilfunktochter war er zunächst Finanzgeschäftsführer, später übernahm er den Vorsitz der Geschäftsführung, bevor er 2004 Vertriebs- und Servicechef für die europäischen Mobilfunkaktivitäten der Deutschen Telekom wurde. Im Dezember 2006 wurde er Konzernvorstand für das deutsche Festnetzgeschäft.
Am 1. März 2009 folgte der Wechsel an die Spitze des Finanzressorts des Konzerns. In dieser Funktion hat er an allen wichtigen Portfolio-Maßnahmen federführend mitgewirkt: So zum Beispiel an der Einbringung des britischen Mobilfunkgeschäfts in ein Gemeinschaftsunternehmen mit France Telecom ("everthing-everywhere") oder an der Lösung der Streitigkeiten betreffend die polnische Mobilfunktochter. Nicht zu vergessen der geplante Verkauf der T-Mobile USA an AT&T, der zwar am Widerstand der amerikanischen Behörden scheiterte, aber zu einer hohen Entschädigungszahlung führte. Und insgesamt steht die Deutsche Telekom für solide Bilanzrelationen.
Der Aufsichtsratsvorsitzende der Deutschen Telekom, Ulrich Lehner, bedauerte die Entscheidung Obermanns außerordentlich: "Ich respektiere seinen Schritt, auch wenn ich unsere erfolgreiche Zusammenarbeit sehr gerne weitergeführt hätte. Ich danke ihm, dass er im Jahr 2013 einen geordneten Übergang sicherstellen will. Es ist dem Aufsichtsrat wichtig, die Nachfolge und den Übergang frühzeitig zu regeln und so Kontinuität sicherzustellen. Mit Tim Höttges haben wir einen Nachfolger gefunden, der die besten Voraussetzungen mitbringt, um die erfolgreiche Arbeit von René Obermann fortzusetzen. Er kennt den Konzern wie kaum ein Anderer."
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Quelle: t-online.de
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