02.02.2013, 10:55 Uhr | dpa-AFX, dpa, AFP, dapd
Der altgediente Daimler-Chef Dieter Zetsche wird auch in den kommenden Jahren seinen Chefposten behalten. Allerdings erfolgt die Vertragsverlängerung später als ursprünglich geplant, wie die "Wirtschaftswoche " berichtet. Zudem machen einige Großaktionäre Ärger und fordern Veränderungen im Management.
Der Daimler-Aufsichtsrat will laut Angaben des Magazins erst auf der Sitzung am 21. Februar den Vertrag von Dieter Zetsche vorzeitig um fünf Jahre bis 2018 verlängern. Ursprünglich war für die Vertragsverlängerung der 6. Februar, ein Tag vor der Präsentation der Geschäftszahlen für 2012, im Gespräch. Hintergrund der Verschiebung seien aber keine inhaltlichen, sondern nur organisatorische Gründe, heißt es im Unternehmen.
Doch der Topmanager ist bei Großaktionären nicht unumstritten: "Eine mögliche Verlängerung von Zetsches Vertrag um fünf Jahre erschließt sich mir nicht, drei Jahre wären völlig ausreichend", sagte Ingo Speich, Manager der Fondsgesellschaft Union Investment, die Daimler-Aktionär ist, der "Wirtschaftswoche".
Daimler-Großaktionär und Deutschlands größte Fondsgesellschaft DSW verlangt gar einen eigenen Chef für die Autosparte des Stuttgarter Konzerns: "Wir halten nichts davon, dass Herr Zetsche sowohl Konzernchef als auch Chef der Autosparte ist“, sagte DWS-Fondsmanager Stefan Bauknecht dem Magazin.
Auch andere Fondsmanager fordern einen Führungsumbau bei Daimler. Sinnvoll sei eine "andere Konzernstruktur mit kleineren, schlagkräftigeren Einheiten", zitiert das Blatt einen weiteren Manager einer großen deutschen Fondsgesellschaft. Insbesondere die Autosparte solle eine "separate Einheit sein und auch als solche geführt werden können“.
Und schon bald wollen die Großaktionäre in der Angelegenheit bei Aufsichtsratschef Manfred Bischoff vorstellig werden. Anlass ist vor allem die Unzufriedenheit mit der Entwicklung des Konzerns. "Seit Jahren verspricht uns Herr Zetsche eine rosige Zukunft“, sagte DWS-Fondsmanager Bauknecht. "Immer sagt er, im übernächsten Jahr ist alles gut, dazwischen liege noch ein Übergangsjahr. Nun ist das dritte Jahr in Folge von einem Übergangsjahr die Rede. Da fällt es einem schon schwer, die Glaubwürdigkeit nicht anzuzweifeln."
Der Stuttgarter Autobauer zählt nach wie vor zu Deutschlands führenden Autobauern musste aber zuletzt im Vergleich zu den Konkurrenten Audi und BMW Federn lassen. Für viel Kritik sorgte vor allem das schwächelnde China-Geschäft aufgrund von Problemen im Vertrieb. Trotz des dortigen Autobooms verkaufte Daimler im vergangenen Jahr nur 1,5 Prozent mehr Fahrzeuge als noch im Jahr 2011. BMW konnte dagegen seinen Absatz auf dem chinesischen Festland um mehr als 40 Prozent steigern.
Immerhin hat Daimler inzwischen auf die Misere im Reich der Mitte reagiert: Die Stuttgarter bauen ihre strategische Partnerschaft mit der Beijing Automotive Group (BAIC) aus und übernehmen zwölf Prozent der Pkw-Sparte des staatlichen Automobilkonzerns, wie Daimler am Freitag mitteilte.
Dem Abkommen zufolge bekommen die Stuttgarter nun zwei Sitze im Verwaltungsrat von BAIC Motor. Zugleich werde BAIC seinen Anteil an der gemeinsamen Tochter Beijing Benz Automotive Company (BBAC) um ein auf 51 Prozent erhöhen. Im Gegenzug stocke Daimler seine Beteiligung an der gemeinsamen Vertriebsgesellschaft ebenfalls um ein auf 51 Prozent auf. So sichert sich Daimler die Kontrolle über den gemeinsamen Vertrieb im größten Automarkt der Welt.
Quelle: dpa-AFX, dpa, AFP, dapd
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