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DGB: "System Amazon" muss beendet werden

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DGB: "System Amazon" muss beendet werden

15.02.2013, 09:08 Uhr | dapd, t-online.de, dpa-AFX

Eine TV-Dokumentation über die Situation der Leiharbeiter bei Amazon hat den DGB aufgerüttelt (Quelle: dapd)

Eine TV-Dokumentation über die Situation der Leiharbeiter bei Amazon hat den DGB aufgerüttelt (Quelle: dapd)

In die Debatte um die in einer ARD-Reportage enthüllten miesen Arbeitsbedingungen für Leiharbeiter bei Amazon hat sich jetzt der Deutsche Gewerkschaftsbund eingemischt. Die Situation der Beschäftigten bei dem Internetversandhändler muss nach Ansicht des DGB durch politischen Druck umgehend verbessert werden. Das "System Amazon" müsse beendet werden, verlangte der nordhessische DGB-Regionsgeschäftsführer Michael Rudolph.

Händler will Vorwürfen nachgehen

Zuvor waren in der Reportage "Ausgeliefert" die miserablen Lebensbedingungen von Leiharbeitern am Amazon-Standort Bad Hersfeld gezeigt worden. Die aus vielen europäischen Ländern angeheuerten Saisonkräfte seien von privaten Sicherheitsdiensten drangsaliert worden. Das Unternehmen hat inzwischen zugesagt, die Vorwürfe zu überprüfen.

DGB: Notsituation in Südeuropa ausgenutzt

"Soziale Marktwirtschaft bedeutet nicht, Lücken der Arbeitsmarktgesetze für schonungslose Profitanhäufung zu missbrauchen. Sie bedeutet vor allem auch nicht, die Notsituation von Menschen schamlos auszunutzen", erklärte Rudolph. Die einseitige Sparpolitik habe zu massiver Arbeitslosigkeit im Süden Europas geführt, wo die Menschen wegen ihrer Not zu fast allem bereit seien.

Auch Sicherheitsdienst muss überprüft werden

Die Arbeitsagenturen müssten die Amazon-Praktiken überprüfen, verlangte der Gewerkschafter. Amazon müsse zudem klären, ob der angeheuerte Sicherheitsdienst tatsächlich rechtsextreme Mitarbeiter beschäftige und gegebenenfalls den Vertrag kündigen.

Nach der Ausstrahlung des Dokumentarfilms bezeichnete auch der Wirtschaftsexperte der Landtags-Grünen, Kai Klose,die Situation für die meist ausländischen Saisonkräfte im Amazon-Weihnachtsgeschäft als "vollkommen indiskutabel". Der Linken-Abgeordnete Hermann Schaus zeigte sich schockiert von dem Bericht: "Leiharbeit ist die Sklavenarbeit des 21. Jahrhunderts."

15.02.2013, 09:08 Uhr | dapd, t-online.de, dpa-AFX

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