22.02.2013, 09:46 Uhr | dpa-AFX, t-online.de
Der umstrittene Internethändler Amazon zeigt sich nach der Kritik wegen schlechter Behandlung von Leiharbeitern zwar erschrocken und offen: Zuletzt hatte sich Deutschland-Geschäftsführer Ralf Kleber für mehr Betriebsräte im Unternehmen ausgesprochen. Doch Taten folgen dem vorerst offenbar noch nicht. So hat das Unternehmen Gespräche mit der Gewerkschaft Ver.di über einen Tarifvertrag abgebrochen.
Zwar sei das Unternehmen bereit, informelle Gespräche fortzusetzen - es sehe derzeit aber "zu wenige Gemeinsamkeiten, um Verhandlungen aufzunehmen", teilte eine Amazon-Sprecherin am Donnerstagabend in München auf Anfrage mit. "Von Ver.dis scharfen Angriffen und Anschuldigungen in den letzten Tagen sind wir enttäuscht."
Zuvor hatte Ver.di mitgeteilt, Amazon wolle keine Tarifverhandlungen. Verhandlungsführer Jörg Lauenroth-Mago nannte dies "völlig unakzeptabel". Er kritisierte nach einem Gespräch mit der Amazon-Geschäftsführung am Standort Leipzig: "In der aktuellen Lage muss Amazon doch alles für ein besseres Image tun. Dazu gehört, wer viel von seinen Beschäftigten hält, muss auch bereit sein, faire Arbeitsbedingungen tariflich zu vereinbaren."
Die Gewerkschaft kämpft um höhere Löhne für die fest angestellten Beschäftigten des Versandhändlers. An den Standorten Leipzig und Bad Hersfeld in Hessen hätten erste Gespräche mit dem US-Unternehmen stattgefunden, hatte der Frankfurter Ver.di-Sekretär Bernhard Schiederig am Montag gesagt. Ver.di verlangt, dass Amazon den Flächentarifvertrag für den Einzelhandel anerkennt. Daraus würden sich deutlich höhere Stundenlöhne ergeben. Bislang orientiere sich das nicht tarifgebundene Unternehmen am Tarifvertrag für die Logistikbranche.
Amazon dagegen teilte mit, in seinen deutschen Logistikzentren 8000 feste Arbeitsplätze geschaffen zu haben, davon allein 2000 in den vergangenen zwölf Monaten. Die Vergütung der Mitarbeiter liege am oberen Ende dessen, was in der Logistik üblich sei.
Derweil veröffentlichte die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" (FAZ) die Schilderungen einer Studentin, die als Zeitarbeiterin bei Amazon in Graben bei Augsburg tätig war. Auch sie berichtete - ähnlich wie Betroffene in der ARD-Dokumentation -, dass ursprüngliche Zusagen vor Ort plötzlich nicht mehr eingehalten wurden.
Innerhalb von drei Wochen habe sie nur einen Tag frei gehabt. Die Unterkunft der aus Köln stammenden Studentin sei mehr als sechzig Kilometer entfernt gewesen, die einfache Fahrt habe 80 Minuten gedauert. Am Arbeitsplatz habe sie sich zwar nicht von einem Sicherheitsdienst, aber von Mitarbeitern eingeschüchtert gefühlt, die die Arbeiter beaufsichtigten.
22.02.2013, 09:46 Uhr | dpa-AFX, t-online.de
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