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Arbeitsmarkt: Zahl der Arbeitslosen im April nur wenig gesunken

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Arbeitsmarkt

Frühjahrsaufschwung am Arbeitsmarkt fällt bescheiden aus

30.04.2013, 15:18 Uhr | dpa-AFX, t-online.de

Frühjahrsaufschwung am Arbeitsmarkt fällt in diesem Jahr bescheiden aus (Quelle: dpa)

Frühjahrsaufschwung am Arbeitsmarkt fällt in diesem Jahr bescheiden aus (Quelle: dpa)

Nach dem ungewöhnlich langen Winter belebt der Frühjahrsaufschwung den Arbeitsmarkt inzwischen spürbar. Doch die Zahl der Erwerbslosen ist vergleichsweise wenig zurückgegangen. Die Zahl der Arbeitslosen sank um 78.000 auf 3,02 Millionen, wie die Bundesagentur für Arbeit (BA) berichtete. Das sind 57.000 Jobsuchende mehr als ein Jahr zuvor. Die Arbeitslosenquote schrumpfte gegenüber März um 0,2 Punkte auf 7,1 Prozent.

Wetter dämpft Entwicklung am Arbeitsmarkt

"Der deutsche Arbeitsmarkt zeigt sich insgesamt in guter Verfassung", sagte BA-Vorstandschef Frank-Jürgen Weise. "Die aktuelle Entwicklung ist allerdings gedämpft." Da bis zum Stichtag Mitte April das Wetter immer noch ziemlich kalt war, konnten einige Branchen nicht so dynamisch in die Saison starten wie sonst üblich.

Der Frühjahrsaufschwung fiel deshalb schwächer aus. Das wirkte sich auch auf die Berechnung der saisonbereinigten Arbeitslosenzahl aus, die um 4000 auf knapp 2,94 Millionen stieg. Ob sich dahinter nur eine Verzerrung durch das Wetter oder die nachlassende Triebkraft der Konjunktur verbirgt, wird sich laut BA erst noch zeigen.

Warten auf den konjunkturellen Durchbruch

"Die Konjunktur schiebt immer weniger", kommentierte Commerzbank-Analyst Eckart Tuchtfeld die seit Monaten andauernde Seitwärtsbewegung auf dem Arbeitsmarkt. Rolf Schneider von der Allianz ergänzte mit Blick auf die erneute Eintrübung des Ifo-Index sowie anderer Frühindikatoren: "Wir haben zuletzt leider Informationen von der Konjunkturseite, die nicht ganz so erfreulich sind." Nach dem rückläufigen vierten Quartal des vergangenen Jahres sei "der große konjunkturelle Durchbruch" bislang offensichtlich noch nicht erfolgt, weshalb sich die Unternehmen mit Einstellungen weiter zurückhielten.

Schwierige Lage der Euro-Länder schlägt kaum auf Deutschland durch

Aus Sicht von Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) hält der deutsche Arbeitsmarkt aber die Spur. "Positiv ist, dass die schwierige wirtschaftliche Lage vieler Länder Europas nur sehr gedämpft auf die Situation in Deutschland durchschlägt", sagte die Ministerin.

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Erwerbstätigkeit und sozialversicherungspflichtige Beschäftigung nahmen im Vorjahresvergleich weiter zu. Die Zahl der Erwerbstätigen stieg nach den jüngsten Daten vom März um 300.000 auf 41,53 Millionen. Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung verbesserte sich binnen Jahresfrist um 408.000 auf 28,99 Millionen (Februar-Daten). Diese regulären Jobs entstanden in fast allen Branchen.

Rückgänge bei Zeitarbeit

Rückgänge gab es vor allem bei der Zeitarbeit, die besonders sensibel auf konjunkturelle Entwicklungen reagiert. Auch die Nachfrage der Wirtschaft nach neuen Mitarbeitern ging im April spürbar zurück. Aktuell sind bei den Arbeitsagenturen 441.000 offene Stellen gemeldet, das sind 58.000 weniger als vor einem Jahr.

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BA-Chef Weise zeigte sich dennoch zuversichtlich, dass die Zahl der Jobsuchenden bald wieder unter die Marke von drei Millionen rutscht. Mit Blick auf Mai und Juni sagte er: "Wenn nichts Schreckliches passiert, sind wir dann unter den drei Millionen." Das erste Quartal sei zwar schlechter gelaufen als erwartet. "Aber jetzt ist es ein normaler Verlauf."

Eurozone mit neuer Rekord-Arbeitslosigkeit

In der Eurozone trieb die Rezession die Arbeitslosigkeit unterdessen auf einen neuen Höchststand. 19,2 Millionen Menschen waren im März in den 17 Ländern der Währungsunion ohne Job, teilte das EU-Statistikamt Eurostat mit. Das entspricht einer Quote von 12,1 Prozent - ein Anstieg um 0,1 Prozentpunkte gegenüber dem Vormonat und 1,1 Prozentpunkten im Vergleich zum Vorjahr.

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"Die EU und ihre Mitgliedsstaaten müssen alle verfügbaren Instrumente mobilisieren, um Arbeitsplätze zu schaffen und zu nachhaltigem Wirtschaftswachstum zurückzukehren", forderte EU-Arbeitskommissar Laszlo Andor.

Schwierige Lage in Griechenland

Deutschland meldete mit 5,4 Prozent nach Österreich weiterhin eine der niedrigsten Arbeitslosenquoten. Am schwierigsten ist die Lage in Griechenland mit 27,2 Prozent im Januar. Die Zahlen von Bundesagentur und Eurostat beruhen auf unterschiedlichen statistischen Verfahren.

Besonders häufig ohne Beschäftigung sind junge Menschen: Fast jeder Vierte (24 Prozent) unter 25 Jahren ist in der Eurozone arbeitslos. Das entspricht knapp 3,6 Millionen.

30.04.2013, 15:18 Uhr | dpa-AFX, t-online.de

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