01.08.2013, 11:22 Uhr | t-online.de, dpa, dpa-AFX
Der Arbeitsmarkt in Deutschland ist robust, beteuern Experten. Offenbar aber nicht überall: In fünf Landkreisen oder kreisfreien Städten erhalten mehr als 60 Prozent der Arbeitslosengeld-II-Empfänger die Grundsicherung länger als vier Jahre. Das hat eine aktuelle Statistik der Bundesagentur für Arbeit (BA) ermittelt. Am schlimmsten ist die Situation demnach im Salzlandkreis in Sachsen-Anhalt.
Im Salzlandkreis bekommen 62,6 Prozent der Hartz-IV-Bezieher den Statistikern zufolge länger als vier Jahre ALG-II-Leistungen. Ähnlich besorgniserregend sieht es demnach im Landkreis Ostprignitz-Ruppin in Brandenburg aus - 60,9 Prozent gehören hier zur Gruppe der Langzeit-Hartz-IV-Empfänger.
Das sächsische Görlitz kommt den Angaben zufolge auf 60,8 Prozent der ALG-II-Bezieher, die diese Leistungen schon länger als vier Jahre bekommen, gefolgt vom Landkreis Uckermark in Brandenburg (60,6 Prozent) und Lutherstadt Wittenberg in Sachsen-Anhalt mit 60,3 Prozent.
Dabei gilt es zu bedenken, dass nicht jeder Hartz-IV-Bezug mit Arbeitslosigkeit einhergeht. Zu den sogenannten Aufstockern zählen auch Personen, die trotz eines Vollzeit- oder Teilzeitjobs zu wenig verdienen, um davon leben zu können und zusätzlich die staatliche Grundsicherung benötigen.
Derzeit gibt es laut Bundesagentur rund 1,1 Millionen Männer und Frauen, die länger als ein Jahr ohne Job sind - und damit als langzeitarbeitslos gelten. Wie die Juli-Statistik der Arbeitsagentur zeigt, haben sie weiterhin geringe Jobchancen.
Diese Gruppe der Arbeitslosen macht inzwischen zwei Drittel aller amtlich registrierten Arbeitslosen in Deutschland aus. Die Betroffenen sind im Schnitt weitaus länger ohne Arbeit als die von dem Agenturen betreuten Arbeitslosengeld-I-Empfänger und finden erst nach 52 Wochen einen neuen Job.
Das liegt zum einen daran, dass die Unternehmen mit Neueinstellungen derzeit abwarten, wie sich die Konjunktur tatsächlich entwickelt. Zum anderen beschäftigen die Firmen inzwischen so viele Mitarbeiter, dass sie mit der vorhandenen Belegschaft selbst Auftragsspitzen gut abfedern können.
Erwerbsfähige Leistungsberechtigte in Landkreisen/kreisfreien Städten | ||
Regionen mit den prozentual meisten Langzeit-ALG-II-Beziehern | ||
Regionen | Zahl der ALG-II-Empfänger | Anteil Langzeitempfänger (min. 4 Jahre) in Prozent |
Salzlandkreis | 22.894 | 62,6 |
Ostprignitz-Ruppin | 9834 | 60,9 |
Görlitz | 24857 | 60,8 |
Uckermark | 15.405 | 60,6 |
Wittenberg | 11.009 | 60,3 |
Regionen mit den prozentual wenigsten Langzeit-ALG-II-Beziehern | ||
Regionen | Zahl der ALG-II-Empfänger | Anteil Langzeitempfänger (min. 4 Jahre) in Prozent |
Unterallgäu | 982 | 26,0 |
München | 4446 | 28,0 |
Pfaffenhofen a.d. Ilm | 919 | 29,8 |
Garmisch-Partenkirchen | 1567 | 30,2 |
Landsberg am Lech | 1365 | 30,6 |
Quelle: Bundesagentur für Arbeit
01.08.2013, 11:22 Uhr | t-online.de, dpa, dpa-AFX
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