Tiefer Fall
Reichster Mann Brasiliens verliert (fast) alles09.08.2013, 13:00 Uhr | t-online.de
Der reichste Mann Brasiliens war er schon. Dann wollte Eike Batista, der mit seinem Öl- und Gasimperium ein Milliardenvermögen machte, der reichste Mann der Welt werden. Doch dann kam der tiefe Fall und der 57-Jährige verlor innerhalb nur eines Jahres 99 Prozent seines Vermögens, wie die "Welt" berichtet.
Dem Sohn eines Minen- und Energieministers und späteren Präsidenten eines verstaatlichten Minenkonzerns standen von Beginn an viele Türen offen. So baute Batista ein Firmenimperium auf und machte vor allem mit Öl und Gas, aber auch in der Hotel- und Unterhaltungsbranche, gute Geschäfte.
Er wurde zum reichsten Mann des Landes und war dem "Economist" zufolge fest davon überzeugt, irgendwann den mexikanischen Unternehmer Carlos Slim als reichsten Mann der Welt abzulösen. Doch während sich Batistas Vermögen "Bloomberg" zufolge noch im März 2012 auf 34,5 Milliarden Dollar belief, begann in der Folge sein rasanter Abstieg, wie es in dem "Welt"-Bericht heißt.
Denn als sich der Hype um den wirtschaftlichen Aufschwung Brasiliens im vergangenen Jahr allmählich legte, sei es für Batista immer schwieriger geworden, Investoren davon zu überzeugen, ihr Geld weiter in seine Firmen zu stecken. Die in diesem Frühling ausgebrochenen Unruhen auf den Straßen des Landes sorgten der "Welt" zufolge ihrerseits dafür, das Vertrauen der Investoren zu schmälern. Wie es heißt, seien die Aktionäre und Geldgeber immer nervöser geworden und hätten ihr Kapital letztlich sogar aus Batistas Firmen abgezogen. Daraufhin sei sein Milliardenvermögen regelrecht dahin geschmolzen.
Weil der Druck auf Batistas Holding EBX immer weiter stieg und er dringend frisches Geld brauchte, habe er versucht, Anteile seiner Eisenerz-, Kohle- und Goldminenkonzerne zu verkaufen, wie Reuters unter Berufung auf eingeweihte Personen erfahren haben will. Dass sich viele seiner Firmen in einem frühen Stadium befanden und praktisch noch keinen Gewinn erzielten, hat Batistas Abhängigkeit von neuen Kapitalgebern dem "Economist" zufolge zusätzlich erhöht.
Obwohl Batistas Firmen kaum damit angefangen hatten, effektiv an den Großprojekten zu arbeiten, wurden sie der "Welt" zufolge an der Börse extrem hoch bewertet. Eng sei es dann geworden, als die brummende brasilianische Wirtschaft immer weiter abflaute und das Wachstum von 7,5 Prozent im Jahr 2010 auf ein Prozent im vergangenen Jahr zurückging.
Der tiefe Fall sei aber mit den verpassten Produktionszielen der für die EBX-Gruppe wichtigen Öl- und Gas-Tochter OGX einhergegangen. Das Unternehmen habe nicht wie versprochen liefern können, verfehlte 2012 die Prognosen bei weitem, woraufhin die Aktie um 90 Prozent einbrach.
Anschließend versuchte Batista, Aktien funktionierender Firmen wie dem in der Energieerzeugung tätigen Unternehmen MPX oder der Minen-Gesellschaft MMX zu verkaufen, um die Finanzlöcher zu stopfen und sein Firmenimperium zusammenzuhalten. Doch auch das ging schief.
Denn nachdem ein großer Investmentfonds aus Abu Dhabi sein Geld aus Batistas Holding EBX abgezogen hat, schuldet sein Imperium dem Fonds laut "Bloomberg" nun 1,5 Milliarden Dollar. Inzwischen ist Batistas Vermögen den Informationen zufolge komplett weggeschmolzen und steht auf dem "Bloomberg Milliardärs-Index" noch bei 200 Millionen Dollar.
09.08.2013, 13:00 Uhr | t-online.de
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