Chaos und Zugausfälle
Großer Personalmangel bei der Deutschen Bahn09.08.2013, 11:22 Uhr | rtr, t-online.de, AFP
Insbesondere in der Rhein-Main-Region kommt es derzeit zu Zugausfällen und Umleitungen (Quelle: Reuters)
Zugausfälle und Umleitungen: Das aktuelle Bahnchaos rund um Mainz aufgrund von Personalmangel ist nach Ansicht von Gewerkschaftern voraussehbar gewesen. "Die Vorgänge in Mainz sind nicht die ersten ihrer Art und schon gar kein Einzelfall", sagte der Chef der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG), Alexander Kirchner, der "Welt". "Wir leiden schlicht unter Personalknappheit im Konzern." Zu den "chronisch unterbesetzten" Bereichen gehörten die Fahrdienstleiter. Diese regeln den Verkehr auf den Schienen in festgelegten Regionen - davon fehlen insbesondere in Mainz etliche. Aber auch andere Regionen sind davon bedroht.
Die Deutsche Bahn hatte am Donnerstag mitgeteilt, den Fahrplan für die Region um Mainz wegen akuten Personalmangels aufgrund von Krankmeldungen in der Urlaubszeit deutlich reduziert zu haben. Die Auswirkungen werden demnach Bahnkunden im gesamten Umland sowie Reisende auf einzelnen Fernverkehrsstrecken zu spüren bekommen.
Bereits seit dem vergangenen Wochenende fallen regelmäßig Züge am Hauptbahnhof in Mainz aus, der Regionalverkehr läuft abends und nachts nur eingeschränkt. Vom Fernverkehr ist der Hauptbahnhof in dieser Zeit komplett abgeschnitten. Vom 12. August an sollen nun auch wochentags zu den Hauptverkehrszeiten viele Züge im Regionalverkehr ausfallen, wie die Bahn mitteilte. Zahlreiche Fernverkehrszüge würden außerdem umgeleitet.
Kirchner warf dem Unternehmen vor, ein "grundsätzliches Problem" verharmlosen zu wollen. "Wenn die Bahn jetzt sagt, der Fall in Mainz habe mit Urlaub oder Krankenständen zu tun, dann sind das Ausreden", kritisierte der Gewerkschaftschef. Jahrelang sei Personal abgebaut und anschließend seien neue Mitarbeiter zu zögerlich eingestellt worden. Auch bei Lokführern, Zugbegleitern oder Baubereichsleitern sei die Personaldecke "äußerst knapp".
"Nach unseren Schätzungen fehlen bundesweit gut 1000 Mitarbeiter im Bereich der Fahrdienstleiter. So viele zusätzliche Mitarbeiter wären nötig, um die aufgelaufenen rund eine Million Überstunden der Kollegen abzubauen", sagte Kirchner der "Welt". Sollte das Problem nicht bald behoben werden, will der Chef der EVG laut "Welt" großen Druck ausüben.
Das wies ein Bahnmanager in der Zeitung allerdings zurück: "Man kann doch noch nicht allein für mögliche Ausnahmefälle einfach so jede Menge Mitarbeiter in Reserve halten." Der Manager betonte, die Bahn habe das Problem erkannt und arbeite an einer Lösung. In der Zentrale herrscht dem Bericht zufolge derzeit Fassungs- und Ratlosigkeit: "Wir ärgern uns hier schwarz über die Zustände. Aber zurzeit sehen wir uns nicht in der Lage, eine stabile Aussage darüber zu treffen, wie es jenseits des August weitergeht", so ein Bahnmanager im Gespräch mit dem Blatt.
Dem neuen Chef der Bahntochter DB Netz, Frank Sennhenn, ist die Situation jedenfalls peinlich: "Ja, es ist mir peinlich. Ich möchte mich ausdrücklich bei den Fahrgästen entschuldigen", sagte Sennhenn nach Informationen der Zeitung.
Da in den nächsten zehn bis 15 Jahren laut Bahn-Unterlagen rund 18.000 Mitarbeiter altersbedingt aus dem Unternehmen ausscheiden, versucht die Bahn, neue Fahrdienstleiter auch in Schnellkursen auszubilden, und greift dabei etwa auf Ex-Mitarbeiterinnen der früheren Drogeriekette Schlecker oder auf ehemalige Bundeswehr-Angehörige zurück.
09.08.2013, 11:22 Uhr | rtr, t-online.de, AFP
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