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Von wegen Ruhestand: Immer mehr über 60-Jährige arbeiten

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Job statt Rente

Von wegen Ruhestand: Immer mehr über 60-Jährige arbeiten

14.08.2013, 17:01 Uhr | AFP, t-online.de

Viele Rentner bleiben im Job - nicht zuletzt, um keine Reduzierung ihrer Rentenansprüche zu riskieren (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Viele Rentner bleiben im Job - nicht zuletzt, um keine Reduzierung ihrer Rentenansprüche zu riskieren (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Immer mehr Deutsche im Rentenalter denken offenbar nicht daran, sich zur Ruhe zu setzen. Erstmals seit fast 40 Jahren gab es im vergangenen Jahr in der Altersgruppe der 60- bis 65-Jährigen in der Bundesrepublik mehr Erwerbstätige als Rentner.

Mehr Erwerbstätige als Rentner

2012 gingen rund 42 Prozent dieser Altersgruppe einer bezahlten Arbeit nach, während nur 40 Prozent Ruhestandsbezüge erhielten, teilte das Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung (BiB) in Wiesbaden mit. Mehr Erwerbstätige als Rentner unter den 60- bis 65-Jährigen waren nach Angaben des BiB zuletzt 1974 gezählt worden.

Noch im Jahr 2000 hätten fast zwei Drittel der Altersgruppe Renten oder Pensionen bezogen, während nur 17 Prozent einem Job nachgingen. In den folgenden zwölf Jahren habe sich das allerdings erheblich verändert. Als Grund nannte das BiB unter anderem veränderte gesetzliche Rahmenbedingungen.

Frührente war gestern

"Anreize zur Frühverrentung wurden stark reduziert, so dass Erwerbstätige heute länger im Beruf bleiben als früher", erklärte BiB-Experte Harun Sulak. Zudem erhöhten ein höheres Qualifikationsniveau und eine allgemein gute Wirtschaftslage die Chancen Älterer auf dem Arbeitsmarkt.

Der Trend zu mehr Erwerbsarbeit jenseits der 60 werde in den kommenden Jahren weiter zunehmen, erklärte das BiB. Das liege an der Erhöhung des Rentenalters auf 67, einer höheren Lebenserwartung und den Veränderungen in der Altersstruktur.

DGB deuten Zahlen anders

Bereits im April hatte die Bundesagentur für Arbeit (BA) gemeldet, es habe in der Altersgruppe "60plus" noch nie so viele Beschäftigte wie im vergangenen Jahr gegeben. Die Gewerkschaften deuten die Entwicklung jedoch wenig positiv. Dass die Zahl der älteren Beschäftigten steigt, liege "vor allem daran, dass diejenigen, die eine Beschäftigung haben, länger im Job verbleiben", erklärte DGB-Vorstandsmitglied Annelie Buntenbach daraufhin.

Hans-Jürgen Urban von der IG Metall kritisierte, die BA habe den Eindruck erweckt, ältere Mitarbeiter seien gefragter denn je. "Bei einer genaueren Betrachtung des Zahlenwerks zeigt sich aber, dass in die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten etwa auch Teilzeitbeschäftigte und Beschäftigte in der Freistellungsphase der Altersteilzeit eingerechnet werden, die längst nicht mehr im Betrieb sind.

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14.08.2013, 17:01 Uhr | AFP, t-online.de

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