Neue Aktion umstritten
Arbeitsagentur erhöht Druck auf Hartz-IV-Familien28.08.2013, 17:20 Uhr | AFP, t-online.de
Nach dem Plan der Arbeitsagentur sollen Hartz-IV-Empfänger mit Kindern schneller wieder einen Job bekommen (Quelle: Patrick Pleul/dpa)
Eltern schulpflichtiger Kinder sollen schneller wieder arbeiten gehen: Die Bundesagentur für Arbeit (BA) will offenbar Hartz-IV-Familien verstärkt unter Druck setzen. Mit der bundesweiten Aktion "Jobs für Eltern" sollen die Betroffenen schneller wieder eine Arbeit finden, sagte BA-Vizepräsident Heinrich Alt der "Leipziger Volkszeitung". Inzwischen ist bereits harsche Kritik an dem Projekt laut geworden: Hartz-IV-Familien dürften nicht generell als arbeitsunwillig abgestempelt werden. Das Erwerbslosenforum Deutschland wirft der Behörde sogar Scheinheiligkeit vor.
"Wir werden in Unternehmen intensiv werben, damit etwa Alleinerziehende wieder eine Chance bekommen", erklärte Alt der Zeitung. Mit der Einschulung von bundesweit 100.000 Kindern, die Grundsicherung erhalten, solle ihren Eltern ein beruflicher Neuanfang ermöglicht werden, sagte Alt dem Blatt.
"Eine gute Schulbildung legt den Grundstein für die berufliche Zukunft. Gerade in dieser Phase brauchen Kinder gute Vorbilder, die ihnen vermitteln, dass Lernen und Arbeiten zum Leben gehören", erläuterte der BA-Mann den Vorstoß.
Viele Unternehmen seien bei zusätzlichen Neueinstellungen angesichts der anhaltenden Konjunkturrisiken zurückhaltender, sagte Alt. Das mache es für Hartz-IV-Empfänger schwieriger, eine Arbeit zu finden. Gerade deshalb bräuchten sie mehr Unterstützung durch die Jobcenter.
Laut Alt wollen diese am 3. September bundesweit mit gezielten Aktionen auf Arbeitgeber zugehen. So wollten Vermittler Firmenchefs die Bewerberunterlagen von Eltern und Alleinerziehenden vorlegen. Kurzbewerbungsgespräche seien ebenso geplant wie Einzelbetreuung.
Ferner sollten Eltern gezielt Job-Angebote unterbreitet werden, zudem erhielten sie Informationen zu Kinderbetreuung und Bildungsangeboten. Da in mehreren Bereichen bereits Fachkräfte knapp werden, müssten Unternehmen sich auch Bewerbern öffnen, die "keine glattgebügelten Lebensläufe haben oder schon längere Zeit nicht mehr Teil der Arbeitsgesellschaft waren", forderte Alt.
Die Deutsche Kinderhilfe warnte indes davor, Hartz-IV-Familien pauschal als arbeitsunwillig zu betrachten. "Deutschland und seine Unternehmen sind nicht kinder- und familienfreundlich genug. Das ist unser Problem", erklärte der Vorstandsvorsitzende des Verbands, Rainer Becker, in Berlin. Insbesondere Alleinerziehende hätten erhebliche Probleme, eine Arbeit zu finden, weil es oft keine Betreuungsplätze mit flexiblen Öffnungszeiten gebe.
Auch das Erwerbslosenforum Deutschland forderte mehr Druck auf die Unternehmen statt auf Arbeitslose. "Ganz bestimmt sind nicht die Eltern mit Hartz-IV-Leistungen für die hausgemachten Probleme der Unternehmen zuständig", erklärte der Sprecher der Initiative, Martin Behrsing. BA-Vorstand Alt argumentiere "scheinheilig", wenn er den Eindruck erwecke, dass Eltern mit Hartz-IV-Bezug "nie gelernt hätten, dass Lernen und Arbeiten zum Leben gehört".
28.08.2013, 17:20 Uhr | AFP, t-online.de
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