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Krupp-Stiftung: Ursula Gather wird Nachfolgerin von Berthold Beitz

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Krupp-Stiftung  

Wissenschaftlerin Ursula Gather wird Nachfolgerin von Berthold Beitz

28.08.2013, 19:58 Uhr | dpa-AFX

Krupp-Stiftung: Ursula Gather wird Nachfolgerin von Berthold Beitz. Ursula Gather wird Vorsitzende der Krupp-Stiftung (Quelle: dpa)

Ursula Gather wird Vorsitzende der Krupp-Stiftung (Quelle: dpa)

Die Nachfolgerin von Firmenpatriarch Berthold Beitz steht fest: Die Rektorin der Technischen Universität Dortmund, Ursula Gather, wird neue Chefin der Krupp-Stiftung. Die 60-jährige Wissenschaftlerin werde Vorsitzende des Kuratoriums der Stiftung, die mit 25,3 Prozent der größte Anteilseigner der ThyssenKrupp AG ist.

ThyssenKrupp-Vorstand befürwortet Wahl

Gather sprach von einer "großen Aufgabe". Die Stiftung gelte als unabhängig, dies wolle sie fortsetzen. Die in der Öffentlichkeit weitgehend unbekannte Mathematikerin tritt das Amt zum 1. Oktober an. Sie wurde im Dezember 2011 in das Kuratorium der Stiftung berufen. Als Wissenschaftlerin und Wissenschaftsmanagerin genieße sie national und international einen exzellenten Ruf, heißt es in der Mitteilung der Stiftung weiter.

Heinrich Hiesinger, Vorstandschef des ThyssenKrupp-Konzerns, nannte die neue Vorsitzende des Kuratoriums eine "kluge, erfahrene und streitbare" Wissenschaftlerin. "Die Entscheidung des Kuratoriums für eine starke Frau ist eine sehr gute Wahl", sagte er.

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Gather, die auch als Stiftungsvorsitzende Rektorin der Technischen Universität Dortmund bleibt, tritt in große Fußstapfen: Die Geschicke der Stiftung hatte Beitz lange Jahre als Vorsitzender gelenkt. Auf den ThyssenKrupp-Konzern übte er im Hintergrund einen erheblichen Einfluss aus. Entscheidungen von Tragweite waren ohne ihn nicht denkbar.

Negativschlagzeilen belasten ThyssenKrupp

Zuletzt hatte Beitz dafür gesorgt, dass der Ex-Aufsichtsratschef von ThyssenKrupp, Gerhard Cromme, der auch sein designierter Nachfolger für den Stiftungsvorsitz war, den Posten niederlegte und aus der Stiftung ausschied. Cromme übernahm die Verantwortung für die desaströsen Auslandsgeschäfte in Brasilien und den USA, die dem Unternehmen Milliardenverluste bescherten.

Auch mit Kartell- und Korruptionsvorwürfen hatte das Unternehmen zu kämpfen. Eine andere Kultur sollte bei ThyssenKrupp Einzug halten.

Entwicklung unter Gather zu "normalem" Konzern

Welche Veränderungen sich in der Stiftung und ihrer Beziehung zum ThyssenKrupp-Konzern unter der neuen Vorsitzenden vollziehen werden, bleibt abzuwarten. Nach dem Ausscheiden von Cromme deutete sich bereits an, dass die Macht im Konzern zwischen Aufsichtsrat und dem Hauptaktionär Stiftung entflochten wird. Das Unternehmen, so meinen Beobachter, werde sich in der Ära nach Beitz stärker zu einem "normalen" DAX-Konzern entwickeln.

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Die Stiftung gilt weiterhin für die Zukunft des kriselnden Stahlkonzerns als zentral. Mit ihrer Sperrminorität ist sie ein Bollwerk gegen mögliche feindliche Übernahmen. Durch eine Kapitalerhöhung, die Vorstandschef Hiesinger für die nächste Zeit ausdrücklich nicht ausgeschlossen hat, könnte diese starke Stellung verloren gehen. Denn es wird nicht erwartet, dass die Stiftung bei einem solchen Kapitaleinschuss ihren Anteil entsprechend erhöhen würde.

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