Gerüchte um Wechsel an Spitze
Volkswagen: Piëch zieht sich nicht zurück06.09.2013, 11:21 Uhr | dpa, t-online.de
Europas größter Autobauer Volkswagen hat einen Medienbericht über eine angeblich nahende Personalrochade an den Spitzen des VW-Aufsichtsrats und Vorstands dementiert. "Mit Nachdruck" wies VW-Kommunikationschef Stephan Grühsem Informationen im "Handelsblatt" zurück, wonach VW-Patriarch und Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch aus gesundheitlichen Gründen schon bald die Führung des mächtigen Kontrollgremiums abgeben wolle.
Das Blatt berichtete unter Berufung auf Konzernkreise, VW-Chef Martin Winterkorn werde Piëch nachfolgen. Auf Winterkorns Posten wiederum werde sein bisheriger Finanzchef Hans Dieter Pötsch nachrücken. Das Dementi fällt klar aus: "Professor Dr. Ferdinand K. Piëch ist bei bester Gesundheit und bleibt noch lange Aufsichtsratsvorsitzender der Volkswagen AG. Professor Dr. Martin Winterkorn wird noch lange Vorstandsvorsitzender der Volkswagen AG bleiben. Damit erübrigen sich alle weiteren Spekulationen."
Piëch selbst ist dem "Spiegel" zufolge verärgert über den "Handelsblatt"-Bericht. "Ich freue mich auf den Konzernabend im Vorfeld der IAA am kommenden Montag, an dem ich auch in Zukunft als Aufsichtsratsvorsitzender teilnehmen werde", zitiert das Nachrichtenmagazin den 76-Jährigen. Über die Spekulation habe er gespottet: "Totgesagte leben länger."
Innerhalb des VW-Konzerns werde spekuliert, dass Manager die Gerüchte ausgelöst hätten, die den Wechsel von Winterkorn an die Aufsichtsratsspitze kaum abwarten können, schreibt der "Spiegel". Piëch hatte Ende vergangenen Jahres erklärt, dass er noch mindestens fünf Jahre Aufsichtsratschef bleiben wolle.
Winterkorn ist 66 Jahre alt, sein Vertrag als Vorstandschef läuft noch bis Ende 2016. Piëch gilt als Machtzentrum des Konzerns, den er selber als Vorstandschef von 1993 bis 2002 leitete.
Er entstammt der Porsche-Familie, die über die Porsche-Muttergesellschaft mehr als die Hälfte der stimmberechtigten Aktien an der Volkswagen AG hält. Ein direkter Wechsel von Winterkorn an die Aufsichtsratsspitze wäre rein rechtlich möglich, falls ein entsprechender Vorschlag die Rückendeckung von mehr als einem Viertel der Aktionärsstimmen hätte.
06.09.2013, 11:21 Uhr | dpa, t-online.de
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