Studie zur Arbeitsmarktentwicklung
Leichter Dämpfer für Jobaussichten in Deutschland10.09.2013, 19:16 Uhr | t-online.de
Deutsche Firmen halten sich bei Neueinstellungen offenbar derzeit leicht zurück (Quelle: imago/ipon)
Der Jobboom in Deutschland hat offenbar einen Dämpfer erhalten: Firmen hierzulande sind weniger bereit, neue Mitarbeiter einzustellen. Das hat das Manpower Arbeitsmarktbarometer für das vierte Quartal 2013 ermittelt. Der saisonbereinigte Netto-Beschäftigungsausblick fällt darin von vier auf zwei Prozent. Chefs im Westen der Bundesrepublik zeigen sich demnach optimistischer als im Vorquartal. Dagegen sinkt die Beschäftigungsbereitschaft im Norden und Osten, wo es zuletzt einen Aufschwung gegeben hatte.
Für den Zeitraum Oktober bis Dezember 2013 rechnen acht Prozent der Arbeitgeber in Deutschland mit Neueinstellungen. Dieser Anteil sinkt im Vergleich zum Vorquartal um einen Prozentpunkt. Gleichzeitig nimmt der Anteil derer, die Entlassungen planen, von vier auf fünf Prozent zu. 85 Prozent der Unternehmen rechnen im vierten Quartal mit keinen personellen Veränderungen.
Saisonal bereinigt ergibt sich ein Netto-Beschäftigungsausblick von plus zwei Prozent - der niedrigste Wert seit dem dritten Quartal 2012. Für die weltweite Studie zur Prognose der Arbeitsmarktentwicklung im jeweils kommenden Quartal werden über 65.000 Unternehmen in 42 Ländern befragt. In Deutschland nehmen rund 1000 Unternehmen am Manpower Arbeitsmarktbarometer teil, die einen Branchenquerschnitt der deutschen Wirtschaft abbilden.
"Von einem Einbruch der Beschäftigungsaussichten in Deutschland zu sprechen, wäre übertrieben", sagt Herwarth Brune, Vorsitzender der Geschäftsführung der ManpowerGroup Deutschland. "Viele Betriebe suchen langfristig Fachkräfte und die Stimmung in der deutschen Wirtschaft ist insgesamt optimistisch. Die Unternehmen sollten deshalb bei Neueinstellungen nicht zu zaghaft sein und im Personalbereich vorausschauender planen. Das Beispiel der Zugausfälle bei der Deutschen Bahn, verursacht durch massive Personalengpässe, zeigt, wie wichtig das ist."
Waren die Beschäftigungsaussichten im Westen Deutschlands im Vorquartal noch düster, haben sie sich nun deutlich verbessert: Das Arbeitsmarktbarometer steigt dort von minus ein Prozent auf plus fünf Prozent. Dies schließt auch das Ruhrgebiet mit ein, das in den ersten drei Quartalen 2013 stets einen Negativtrend zu verzeichnen hatte.
Hier klettert der Saldo jetzt von minus sieben Prozent auf null Prozent. In Ostdeutschland verschlechtern sich die Jobaussichten dagegen deutlich. Das Arbeitsmarktbarometer fällt dort von plus elf auf minus ein Prozent. Die Ausnahme bildet Berlin, wo der Wert lediglich um einen Prozentpunkt auf plus vier sinkt. Der Norden verliert sechs Prozentpunkte und liegt aktuell bei plus vier Prozent. Auch die Metropole Hamburg ist vom Abwärtstrend stark betroffen, der Wert sinkt von 13 auf ein Prozent.
Für Süddeutschland inklusive München zeigt das Arbeitsmarktbarometer stabile Werte: In der Region sinkt die Einstellungsbereitschaft um nur ein Prozentpunkt auf plus zwei, München nimmt um zwei Prozentpunkte zu und landet bei vier Prozent im Plus.
Für Frankfurt zeigt sich ein Aufwärtstrend von plus drei Prozent auf sechs Prozent im Plus. "Offenbar haben viele nord- und ostdeutsche Unternehmen ihre Pläne für das dritte Quartal in die Tat umgesetzt und neu eingestellt. Ihre Prognosen für das Jahresende sind daher zurückhaltender", sagt Herwarth Brune. "Der erfreuliche Trend im Westen sowie die weitgehend stabile Lage im Süden sind positive Signale für die weitere Entwicklung auf dem gesamtdeutschen Arbeitsmarkt."
Nach einem leichten Rückgang der Einstellungsbereitschaft von Finanzdienstleistern im dritten Quartal steigt der Wert für das vierte Quartal 2013 wieder um einen Prozentpunkt auf zwölf Prozent - Höchstwert im Branchenvergleich. In allen anderen Wirtschaftsfeldern planen die Personalverantwortlichen weniger Neueinstellungen: Im Bereich Energie- und Wasserversorgung etwa sinkt der saisonal bereinigte Beschäftigungsausblick von plus vier auf null Prozent, im Bereich Produktion von sechs auf drei Prozent.
10.09.2013, 19:16 Uhr | t-online.de
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