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    Immer mehr junge Deutsche leben von Niedriglohn

    29.03.2012, 16:29 Uhr | dapd, dpa-AFX

    Immer mehr junge Deutsche leben von Niedriglohn. Die Zahl junger Geringverdiener wächst (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

    Die Zahl junger Geringverdiener wächst (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

    Jeder dritte junge Erwachsene in Deutschland muss mit einem Einkommen unter der Niedriglohn-Schwelle auskommen. Wie aus einer Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) hervorgeht, steigt der Anteil der Geringverdiener bei jüngeren Arbeitnehmer deutlich stärker als im deutschen Durchschnitt.

    Niedriglohn-Job als Karrieresprungbrett

    Nicht einmal jeder Zweite schaffe innerhalb von fünf Jahren den Aufstieg in eine höhere Einkommensklasse. Der einzige Trost: Junge Geringverdiener könnten ihre Niedriglohn-Jobs dennoch häufiger als Karriere-Sprungbrett nutzen als ihre älteren Kollegen, sagte Wissenschaftler Daniel Schnitzlein. Als Niedriglohngrenze wurden zwei Drittel des Durchschnittslohns angenommen - in Westdeutschland ein Stundenlohn von 9,53 Euro, im Osten von 7,22 Euro.

    Aufstiegschancen für Frauen geringer

    Deutlich bessere Aufstiegsmöglichkeiten hätten junge Erwachsene bei guter Ausbildung und Vollzeitbeschäftigung in einem großen Unternehmen. Problematisch wertete der Wissenschaftler allerdings die Situation von Frauen, deren Chance auf einen Karrieresprung elf Prozent niedriger liege als bei Männern.

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    Auch in der Politik werde die zunehmende Einkommensungleichheit in Deutschland inzwischen als Problem gesehen, sagte DIW-Experte Markus Grabka. Dem Statistischen Bundesamt zufolge ist das Einkommen des oberen Fünftels der deutschen Bevölkerung inzwischen 4,5 Mal so hoch wie das des unteren Fünftels. Die Schere zwischen Arm und Reich klaffe immer mehr auseinander, betonte Grabka. Zugleich setze sich in der Politik aber die Erkenntnis durch, "dass man Wachstum auch ohne mehr Ungleichheit realisieren kann."

    Vermögens- und Luxussteuer sollen Gehaltsschere schließen

    Zum Ausgleich der Einkommenslücke bringt das DIW Steuermodelle ins Gespräch, die dem Staat mehr Geld zur Umverteilung in die Kassen spülen sollen. Eine Vermögenssteuer von 0,5 Prozent, die gezielt die rund 400.000 Millionäre belaste, könnte jährlich etwa 9,4 Milliarden Euro einbringen, hat Wissenschaftler Stefan Bach errechnet.

    Weiterhin schlägt das DIW eine Luxussteuer von zehn Prozent auf alle Güter vor, die mehr als 10.000 Euro kosten. Wer weniger als 125.000 Euro im Jahr verdient, soll sich das Geld bei der Steuererklärung zurückholen können. Der konkrete fiskalische Nutzen der Steuervorschläge sei nicht berechnet worden, erklärte Grabka. "Wir wollten einfach Ideen geben, an welchen Stellschrauben man ansetzen könnte."

    DIW: Steuereinnahmen in Bildung investieren

    Um die Einkommensunterschiede auszugleichen, dürfe das über die Steuern eingenommene Geld aber nicht einfach zur Erhöhung des Hartz-IV-Satzes eingesetzt werden, betonten die Wissenschaftler. Eine simple Umverteilung könne in der Bevölkerung falsche Anreize schaffen.

    Das Geld könnte stattdessen etwa für Investitionen in die Bildung genutzt werden. Sie ist laut DIW der wichtigste Faktor für einen möglichen Aufstieg junger Arbeitnehmern im Niedriglohnsektor. So sei die Chance für einen unter 35-Jährigen mit Fachhochschul- oder Universitätsabschluss, die Schwelle von zwei Dritteln des deutschen Durchschnittseinkommens zu überschreiten, rund 30 Prozent größer als bei einem Altersgenossen ohne Berufsausbildung.

    Zudem seien junge Frauen beim Gehaltsaufstieg benachteiligt. Hier sollte die Politik die Vereinbarkeit von Familie und Beruf verbessern und steuerliche Anreize, etwa im Ehegattensplitting, schaffen, um den Aufstieg auch netto attraktiver zu machen, raten die Forscher.

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