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Lohnplus 2013: Mehr Netto für Millionen Beschäftigte

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Lohnplus 2013: Mehr Netto für Millionen Beschäftigte

30.12.2012, 10:11 Uhr | dapd, t-online.de

Die Steueränderungen 2013 zahlen sich für viele Beschäftigte aus (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Die Steueränderungen 2013 zahlen sich für viele Beschäftigte aus (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Eine gute Nachricht für Millionen Beschäftigte in Deutschland: Viele Arbeitnehmer hierzulande können sich 2013 über spürbar mehr Netto in der Lohntüte freuen. Durch Steueränderungen dürften übers Jahr gesehen zum Teil über 200 Euro mehr auf dem Gehaltskonto landen. Das hat der Haufe-Verlag im Auftrag des Bundesverbands der Lohnsteuerhilfevereine (BdL) berechnet. Wir erklären, woher der Geldsegen kommt - und wer wie viel profitiert.

Mittlere bis kleine Einkommensstufen im Vorteil

Wie groß das Lohnplus tatsächlich ausfällt, hängt aber von der persönlichen Situation ab. Bei der Analyse wurde noch nicht berücksichtigt, dass der steuerfreie Grundbetrag voraussichtlich ab März um 126 Euro auf 8130 Euro erhöht werden soll. Das heißt: Ist diese Anhebung abgesegnet, sinkt die Steuerlast noch einmal für Millionen Bürger.

Im Vorteil sind ab Januar BdL-Geschäftsführer Erich Nöll zufolge vor allem die mittleren bis kleinen Einkommensstufen. Dass viele Beschäftigte dann netto mehr von ihrem Verdienst haben, liegt insbesondere an den neuen Rechengrößen in der Sozialversicherung. Der Beitrag für die gesetzliche Rentenversicherung sinkt 2013 auf den niedrigsten Stand seit 18 Jahren, nämlich von 19,6 auf 18,9 Prozent des Bruttoeinkommens.

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Beitrag für Rentenversicherung sinkt

Niedriger lag der Beitrag zuletzt im Jahr 1995, da waren es 18,6 Prozent. Er wird je zur Hälfte vom Mitarbeiter und Arbeitgeber bezahlt. Beide müssen im kommenden Jahr jeweils 0,35 Prozentpunkte weniger dafür aufbringen. Einem Durchschnittsverdiener bringt das etwa acht bis neun Euro mehr Lohn im Monat.

Gesetzlich Krankenversicherte zahlen allerdings zugleich etwas mehr für die Pflegeversicherung. Der Beitragssatz steigt 2013 von 1,95 auf 2,05 Prozent, bei Kinderlosen auf 2,3 Prozent. Unterm Strich bleibt aber immer noch mehr in der Lohntüte als bisher, wie Uwe Rauhöft vom Neuen Verband der Lohnsteuerhilfevereine (NVL) erklärt.

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Lohnplus im Experten-Check

Wie sich das Drehen an Steuer-Stellschrauben im nächsten Jahr auswirkt, haben die Haufe-Experten anhand von Beispielen berechnet: Ein lediger kinderloser Arbeitnehmer mit Steuerklasse eins, Kirchensteuer und einem monatlichen Bruttoverdienst von 3750 Euro bringt im Januar etwa 16 Euro mehr nach Hause.

Aufs Jahr gesehen kann das ein Plus von gut 192 Euro ausmachen, den neuen Grundfreibetrag noch nicht eingerechnet. In der Gehaltsgruppe von 5000 Euro profitieren Singles von den Änderungen mit einem monatlichem Plus von gut 17 Euro, was sich auf über 200 Euro im Jahr summiert.

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Auch Alleinerziehende profitieren

Auch bei ledigen Alleinerziehenden mit Steuerklasse zwei und einem Kind bleibt 2013 netto mehr übrig. Bei 1500 Euro brutto liegt das Plus bei etwa fünf Euro, bei 3750 Euro macht es gut 15 Euro mehr im Monat aus. Ein verheirateter Familienvater mit zwei Kindern, Lohnsteuerklasse drei und einem Verdienst von monatlich 3750 Euro brutto kann sich über 14 Euro mehr auf der Januar-Gehaltsabrechnung freuen. Bei einem Monatsverdienst von 2500 Euro schrumpft die Entlastung auf acht Euro im Monat, bei 4500 Euro Gehalt im Monat liegt der Zuwachs bei zehn Euro im Monat.

Bei Privatversicherten muss neu gerechnet werden. Wie viel ihnen Monat für Monat bleibt, hängt nicht nur von Einkommensklasse, Sozialabgaben und Steuersatz ab, sondern auch von der Höhe ihrer Krankenversicherungsbeiträge. Viele privat Krankenversicherte müssen 2013 zudem empfindliche Verteuerungen für ihre Policen in Kauf nehmen.

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Neue Bemessungsgrenzen für Sozialabgaben

Wegen der neuen Bemessungsgrenzen für Sozialabgaben werden Gutverdiener ohnehin anders zur Kasse gebeten. Die Bemessungsgrenze für die Renten- und Arbeitslosenversicherung steigt in den alten Bundesländern um 200 Euro auf 5800 Euro pro Monat, im Jahr auf 69.600 Euro. 2013 zahlt ein Versicherter aus dem Westen mit einem Monatsbruttoeinkommen von 5800 Euro demnach 1096,20 Euro, also 1,40 Euro weniger als zuvor. In den neuen Bundesländern steigt die Hürde monatlich um 100 auf 4900 Euro, im Jahr auf 58.800 Euro.

Außerdem wird die Messlatte für die gesetzliche Kranken- und Pflegeversicherung bundesweit angehoben, und zwar von derzeit 3825 auf 3937,50 Euro, im Jahr 47.250 Euro. Wer 2013 also mehr als 3937,50 Euro brutto im Monat verdient, muss künftig rund 610 Euro zur Krankenversicherung beisteuern. Einkommen, das darüber hinausgeht, ist beitragsfrei - ob 4720 oder 10.000 Euro verdient werden.

Hohe Energiekosten fressen Steuerentlastungen

Allerdings kann der Mehrverdienst trotzdem schnell wieder dahin sein. Vor allem die enormen Sprünge bei den Energiekosten dürften die Entlastung im Geldbeutel vermutlich wieder schrumpfen lassen.

Quelle: dapd, t-online.de

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