25.07.2013, 13:51 Uhr | AFP, t-online.de
In der Bundesrepublik ist der Anteil der Geringverdiener unter den Beschäftigten einer aktuellen Studie zufolge höher als in anderen westlichen EU-Ländern. Im Jahr 2010 verdiente knapp ein Viertel der Beschäftigten in Deutschland weniger als 9,54 Euro brutto pro Stunde. Das hat eine neue Studie des Nürnberger Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) ergeben.
Der Untersuchung zufolge betrug der Anteil der Niedriglohnbezieher unter allen Beschäftigten in Deutschland 24,1 Prozent. Ausschließlich bezogen auf Vollzeitbeschäftigte lag der Anteil der Geringverdiener jedoch mit rund einem Fünftel etwas niedriger, im EU-Maßstab aber immer noch vergleichsweise hoch.
Einen höheren Anteil von Beschäftigten mit Minilohn hatte im Vergleich von insgesamt 17 EU-Staaten nur Litauen (27,5 Prozent). Die Niedriglohnquote hierzulande ist zudem höher als in Staaten wie Zypern, Bulgarien, Großbritannien und Polen, die Quoten zwischen 21,5 und 18 Prozent aufweisen. Deutlich niedriger sind die Niedriglohnquoten in Belgien, Frankreich, Italien und den skandinavischen Ländern.
Die Analyse setzt die Niedriglohnschwelle bei zwei Dritteln des nationalen Medianlohns an. Der Medianlohn ist der mittlere Lohn: Die eine Hälfte aller Beschäftigten verdient mehr, die andere Hälfte weniger. Dementsprechend lag die deutsche Niedriglohnschwelle 2010 bei einem Stundenlohn von 9,54 Euro brutto, in Litauen bei 1,67 Euro und in Dänemark, dem Land mit den prozentual wenigsten Mini-Verdienern (etwa zehn Prozent), bei 15,80 Euro.
Staatenübergreifend gibt es nach der Studie unter den Geringverdienern viele Frauen, Jüngere, Geringqualifizierte, Ausländer, befristet Beschäftigte und Arbeitnehmer in Kleinbetrieben. Dabei sind die Niedriglohnquoten von Frauen und Teilzeitbeschäftigten in Deutschland besonders hoch.
Nach den Erkenntnissen der Forscher zählen zu den Geringverdienern allerdings nicht nur Geringqualifizierte: Mehr als 80 Prozent der Geringverdiener in Deutschland haben eine abgeschlossene Berufsausbildung. Nach Angaben der Studienautoren muss eine Niedriglohnbeschäftigung aber nicht unbedingt mit Einkommensarmut einhergehen. Die Armutsgefährdung hänge nicht nur vom individuellen Bruttolohn ab, sondern auch etwa von anderen Einkünften und dem Steuer- und Transfersystem des Landes.
25.07.2013, 13:51 Uhr | AFP, t-online.de
Kommentare
/ 162Top Partner
Diesen Artikel...
Mit diesem Clip ist das Mädchen ein kleiner Star im Internet. zum Video
Das skurrile Penthouse ist unter Steinen und Sträuchern verborgen. mehr
Erkunden Sie die neue T-Online.de und gewinnen Sie einen von 20 Tolino Shine eReader! mehr
Ci3-CPU, Windows 8, 1000 GB Speicher u.v.m. zum attraktiven Preis von 349,- €. bei MEDION
Hochwertige Apothekenkosmetik z.B. von Vichy, Eucerin, Avène usw. zu günstigen Preisen. mehr
Damenmode in bis zu 25 Spezialgrößen. Alle Modelle auch in Kurzgrößen. bei AtelierGS
Radio mit integrierter Wetterstation & nostalgischem Design für nur 29,99 €. bei Hugendubel.de