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EZB warnt indirekt vor Banken-Crash

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Bankenkrise

EZB sieht Europas Finanzstabilität gefährdet

23.12.2011, 14:37 Uhr | dpa-AFX, t-online.de, dpa-AFX, dapd

Die Frankfurter Skyline. (Quelle: dpa)

Die Frankfurter Skyline (Quelle: dpa)

Warnung für die Anleger: Die Finanzstabilität im Euroraum ist nach Einschätzung der EZB so stark gefährdet wie nie seit der Pleite von Lehman Brothers im Herbst 2008. Letztlich hätten sich die Spannungen auf dem Markt für Staatsanleihen gepaart mit schon vorhandenen Problemen vieler Geschäftsbanken derart verstärkt, "dass sie Dimensionen einer systemischen Krise annahmen, wie sie seit dem Zusammenbruch von Lehman Brothers vor drei Jahren nicht zu beobachten war", schreibt die Europäische Zentralbank in ihrem Finanzstabilitätsbericht.

Globaler Schock nach Lehman Brothers

Die Pleite der US-Investmentbank Lehman Brothers Mitte September 2008 hatte weltweit Schockwellen ausgelöst. Staaten und Notenbanken pumpten in der Folge Milliarden in die Märkte, um den Zusammenbruch des Finanzsystems zu verhindern. In der zweiten Jahreshälfte 2011 hätten die Risiken für die Finanzstabilität im Euroraum "beträchtlich" zugenommen, befanden die Währungshüter: Die Turbulenzen um hoch verschuldete Eurostaaten griffen zunehmend auf Geschäftsbanken über, dazu gesellten sich düstere Aussichten für die weltweite Konjunktur.

EZB-Vizepräsident Vítor Constâncio wies bei der Vorstellung des Berichts in Frankfurt darauf hin, dass sowohl Staaten als auch Banken im Euroraum in den nächsten Jahren etliche Milliarden benötigen, um Schulden zu tilgen. Das sei kein leichtes Unterfangen angesichts des turbulenten Umfeldes. Für Banken belaufe sich der Bedarf allein im ersten Quartal 2012 auf 220 Milliarden Euro.

Die EZB pumpt Geld ins System

Die EZB ist bemüht, mit Zinsen auf Rekordtief die Konjunktur anzukurbeln, und mit einem Maßnahmenpaket den von Staatsschulden- und Vertrauenskrise gebeutelten Banken wieder auf die Beine zu helfen.

Der Euroraum befinde sich an einem entscheidenden Wendepunkt, schreibt die EZB in ihrem Bericht: Maßnahmen gegen die aktuelle Krise böten zugleich die Chance, Fehler aus Vorkrisenzeiten zu korrigieren. Was immer Staaten alleine und gemeinsam zur Lösung der Krise täten, sie sollten "nicht nur darauf abzielen, die aktuellen Spannungen zu mildern, sondern auch den Weg zu einer Stärkung der Grundlagen der Wirtschafts- und Währungsunion bereiten".

Sanktionen gegen Schuldensünder

Constâncio mahnte, die Beschlüsse des jüngsten EU-Gipfels von Anfang Dezember müssten nun rasch und überzeugend umgesetzt werden. Die 17 Euroländer und voraussichtlich neun weitere EU-Staaten wollen einen zwischenstaatlichen Vertrag anstreben, der eine Schuldenbremse und automatische Sanktionen gegen Schuldenstaaten festschreibt. Sorgen um ein Ende der Union macht sich der Portugiese Constâncio nicht: "Ich lese in den Marktindikatoren kein Anzeichen für ein Auseinanderbrechen der Eurozone. Wir sollten kein Risiko sehen, das undenkbar ist."

23.12.2011, 14:37 Uhr | dpa-AFX, t-online.de, dpa-AFX, dapd

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