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EZB unter Druck: Inflation im Euroraum legt zu

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EZB unter Druck: Inflation im Euroraum legt zu

01.03.2012, 15:20 Uhr | dpa-AFX, dpa-AFX

Vorsicht vor der Geldentwertung (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Vorsicht vor der Geldentwertung (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Nach der Finanzierungsrunde von mehr als einer halben Billion gerät die EZB unter Zugzwang. Die Inflation im Euroraum hat sich auf 2,7 Prozent im Februar verstärkt - damit ist sie von der angepeilten Vorgabe von zwei Prozent weit entfernt.

Wie das europäische Statistikamt Eurostat am Donnerstag mitteilte, legte die Jahresrate zum Vormonat von 2,6 Prozent auf 2,7 Prozent zu. Damit hat sich die Teuerung wieder vom Zielwert der Europäischen Zentralbank (EZB) entfernt, die mittelfristig eine Rate von knapp zwei Prozent anpeilt. Seit Herbst 2011, als die Jahresinflation gar bei 3,0 Prozent gelegen hatte, ist sie allerdings leicht zurückgekommen. Dennoch sehen Experten die Möglichkeit, dass die EZB wegen des anhaltenden Inflationsdrucks unter Zugzwang geraten könnte.

Preisschub durch höhere Energiepreise

Detaillierte Zahlen veröffentlichten die europäischen Statistiker zwar nicht. Allerdings dürfte der jüngste Preisschub zu einem guten Teil auf höhere Energiepreise zurückgehen. So haben sich die Ölpreise seit Beginn des Jahres um mehr als zehn Prozent verteuert. Auch Bankvolkswirte verweisen auf die derzeit große Bedeutung der Ölpreise für die Inflationsentwicklung und die Geldpolitik.

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"Stürzt der Ölpreis die EZB in ein Dilemma", fragt Commerzbank-Experte Christoph Weil in einer Kurzstudie. Dass die Inflationsrate im Währungsraum nicht so stark sinkt wie von vielen Experten vor wenigen Monaten erwartet, dürfte der EZB kaum gefallen. Denn die Entwicklung setzt ihre hoch-expansive Geldpolitik in ein ungutes Licht und könnte weiteren Lockerungsschritten entgegenstehen. Analyst Christian Schulz von der Berenberg Bank spricht vor der nächsten EZB-Zinssitzung in der kommenden Woche von einem "unheilvollen Mix".

Streit um Iran belastet die Bilanz

Ein wichtiger Grund für die seit Wochen steigenden Ölpreise ist der Streit um das iranische Atomprogramm. Der Westen wirft Iran vor, seine atomare Forschung auch für militärische Zwecke nutzen zu wollen. Der Iran - seinerseits zweitgrößter Ölproduzent innerhalb der Organisation Erdöl exportierender Länder (OPEC) - besteht hingegen auf die Fortführung des Programms und gibt sich wenig kooperationsbereit.

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Commerzbank-Experte Weil hält es dennoch für verfrüht, vor größeren Inflationsrisiken zu warnen. Grund: Die Kerninflation ohne schwankungsanfällige Komponenten wie Energie und Nahrung liegt im Euroraum mit 1,5 Prozent deutlich unter der Gesamtteuerung. "Vor diesem Hintergrund ist auch die Gefahr gering, dass die Arbeitnehmer bei den kommenden Tarifverhandlungen einen Ausgleich für den höheren Kaufkraftverlust durchsetzen und damit eine Lohn-Preis-Spirale in Gang gesetzt wird."

Quelle: dpa-AFX, dpa-AFX

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