31.08.2012, 19:10 Uhr | t-online.de, dpa
Die Federal Reserve (Fed) lässt die Märkte weiter hoffen, ein klares Signal über ein neues Konjunkturprogramm lieferte die US-Notenbank jedoch nicht. Zusätzliche Hilfsmaßnahmen könnten wegen der anhaltenden Wirtschaftsflaute und der hohen Arbeitslosigkeit nicht ausgeschlossen werden, sagte Fed-Chef Ben Bernanke in seiner Eröffnungsansprache auf dem Notenbank-Symposium in Jackson Hole. Damit ließ er die Tür weit offen.
Die ökonomische Lage in den USA sei "weit entfernt von zufriedenstellend", die wirtschaftlichen Herausforderungen teilweise "beängstigend", erklärte Bernanke in der mit Spannung erwarteten Ansprache. Konkrete Ankündigungen über mögliche Schritte der Zentralbank machte er jedoch nicht.
Der Fed-Chef bekräftigte die Absicht der US-Notenbank, die Konjunktur weiter zu stützen, sollte dies notwendig werden. Die Kosten möglicher Maßnahmen seien immer noch beherrschbar. Die Zentralbank hatte zwischen 2008 und 2011 schon zweimal für hunderte Milliarden Dollar langlaufende Staatsanleihen und Hypothekenpapiere gekauft, um dadurch Zinsen zu drücken und die Nachfrage anzukurbeln. Ob sie dieses Manöver noch einmal wiederholt, ließ Bernanke offen.
Bernanke brachte zudem die Risiken einer weiteren geldpolitischen Lockerung zur Sprache: Sie könne die Stabilität der Finanzmärkte und die Glaubwürdigkeit der Notenbank beeinträchtigen. Vor allem könne die Fed keine nachhaltige Wirtschaftspolitik ersetzen, sagte der Notenbanker in Richtung der US-Gesetzgeber. Er hatte bereits zuvor mehrfach darauf verwiesen, dass die Euro-Krise und der politische Streit um US-Staatsausgaben außerhalb des Einflussbereichs der Zentralbank liegen.
Die Fed geht gegen das niedrige Wirtschaftswachstum in den USA aktuell mit einer Niedrigzinspolitik vor, die sie bis Ende des Jahres 2014 aufrechterhalten will. Der Zielsatz liegt seit Ende 2008 auf einem Rekordtief von knapp über null Prozent.
Auch läuft ein Anleihetausch bis zum Jahresende weiter, mit dem die Notenbank die Zinsen für langlaufende Kredite senken will. Mit einer konkreten Ankündigung weitergehender Maßnahmen wird nicht vor Mitte September gerechnet, wenn der Fed-Offenmarktausschuss zu seiner nächsten Sitzung zusammenkommt.
31.08.2012, 19:10 Uhr | t-online.de, dpa
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