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Griechenland: Wirtschaftskrise könnte laut Gewerkschaft noch 20 Jahre dauern

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Arbeitsmarkt am Boden

Griechenland: Krise könnte noch 20 Jahre dauern

02.09.2013, 17:09 Uhr | t-online.de, dpa-AFX

Die Krise wird Griechenland offenbar noch lange im Griff haben (Quelle: imago/Menelaos Myrillas)

Die Krise wird Griechenland offenbar noch lange im Griff haben (Quelle: imago/Menelaos Myrillas)

Bei der Sanierung seines Haushalts kommt Griechenland zwar voran, aus dem Schneider ist Hellas damit aber noch lange nicht. Bis zu einer deutlichen Erholung des krisengebeutelten griechischen Arbeitsmarkts dürften nach Einschätzung der dortigen Gewerkschaften noch 20 Jahre ins Land gehen.

Arbeitsmarkt noch lange belastet

So lange müsse gewartet werden, bis die Arbeitslosenquote unter die Zehn-Prozent-Marke fällt, heißt es im Jahresbericht des Arbeitsinstituts des größten Gewerkschaftsverbandes des Privatsektors (INE-GSEE). Aktuell liegt sie laut EU-Statistikbehörde bei 27,6 Prozent.

Dem Bericht zufolge ist die Kaufkraft der Griechen auf das Niveau von vor 14 Jahren zurückgefallen. Insgesamt hätten die griechischen Arbeitnehmer wegen der harten Sparpolitik des Landes in den vergangenen vier Jahren 41 Milliarden Euro an Einkommen verloren.

Wirtschaft schrumpft sechstes Jahr in Folge

Auch dieses Jahr wird mit einem weiteren Schrumpfen der Wirtschaft um gut vier Prozent gerechnet. Das wäre dann das sechste Minus-Jahr in Folge. Mit einem ersten Silberstreif am Horizont wird laut Finanzministerium erst 2014 gerechnet. Dann soll die Wirtschaft um 0,1 bis 0,3 Prozent wachsen.

Optimismus verbreitete indes der stellvertretende griechische Finanzminister Christos Staikouras. Das Land komme seinem Ziel, in diesem Jahr einen sogenannten Primärüberschuss zu erzielen, immer näher. Hellas habe in den ersten sieben Monaten des Jahres mehr eingenommen als ausgegeben, sagte er. Der Zinsendienst ist dabei nicht berücksichtigt. Der Überschuss betrage 2,6 Milliarden Euro. Ein Überschuss bis Ende des Jahres werde Griechenland neue Verhandlungsmöglichkeiten geben.

Milliardenlücke im Rettungspaket?

Probleme haben sich offenbar im Rettungspaket für Griechenland ergeben. Nach Angaben von Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) klafft bis Ende 2014 eine Milliardenlücke. Es gebe bei der Programmumsetzung "ein gewisses Problem", sagte Schäuble nach einer Sitzung des Haushaltsausschusses des Bundestages in Berlin.

Er begründete dies mit der bisher schleppenden Privatisierung. Auch gebe es Probleme bei der Rückführung von Gewinnen nationaler Notenbanken aus dem Ankauf griechischer Staatsanleihen an Athen, wobei die Bundesbank nicht betroffen sei. "Daraus kann sich ein etwaiger Bedarf in 2014 ergeben", sagte Schäuble. Genaue Zahlen zur möglichen Lücke nannte er nicht. Diese änderten sich laufend.

Grafiken erläutern die Schuldenkrise

Höhe weiterer Hilfen unklar

Nach Angaben von Teilnehmern der Ausschusssitzung wurde die mögliche Lücke allein bis Ende 2014 auf vier bis 4,5 Milliarden Euro beziffert. 2015 fehlten aus Sicht des Internationalen Währungsfonds (IWF) weitere 6,5 Milliarden Euro. Offen bleibt aber, wie hoch der Finanzbedarf eines möglichen dritten Rettungspaktes für Athen nach 2014 sein könnte. Hier wird bisher über zehn bis elf Milliarden Euro spekuliert.

02.09.2013, 17:09 Uhr | t-online.de, dpa-AFX

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