Ende der Fed-Geldflut
IWF warnt vor Risiken aus Geldpolitik04.09.2013, 13:38 Uhr | rtr, t-online.de
Der Internationale Währungsfonds (IWF) fürchtet starke Marktreaktionen auf die schrittweise Rücknahme der extrem lockeren US-Geldpolitik. Diese Entwicklungen könnten vor allem wichtige Schwellenländer belasten. Die Reduzierung ihrer Bond-Käufe durch die US-Notenbank Fed "könnte Wechselkurs- und Finanzmarkt-Übertreibungen in den Volkswirtschaften von Schwellenländern auslösen, während diese gerade dabei sind, mit eigenen hausgemachten Schwächen und einem langsameren Wachstum umzugehen", warnt der Fonds in einem Papier für den G20-Gipfel.
Als Beispiele nennt der IWF Brasilien, Indien, Indonesien, die Türkei und Südafrika. Diese Staaten stünden gleich doppelt unter Druck: durch die Ankündigung eines baldige Zurückfahrens der Fed-Geldflut sowie durch schlechtere Fundamentaldaten in der eigenen Volkswirtschaft.
In dem IWF-Papier ist von einer wachsenden Überzeugung an den Märkten die Rede, dass die USA auf den Wendepunkt in ihrer Geldpolitik zusteuern. Teilweise werde bereits für September damit gerechnet, dass die Fed ihre Bondkäufe drosseln könnte.
Die Folge dieser Überlegungen sei, dass die Renditen für US-Bonds bereits anstiegen seien. Zudem fließe Anlage suchendes Kapital wieder in die Industrieländer und verlasse die Schwellenländer. Dies habe zusammen mit Problemen im Inland die Wechselkurse von Schwellenländern mit hoher Teuerung oder hohen Außenhandels-Defiziten unter Druck gebracht.
Der Fonds riet den Schwellenländern, Schwankungen ihrer Wechselkurse als Folge schwächere Fundamentalentwicklungen in der Wirtschaft zuzulassen. Sie sollen sich aber auch wappnen gegen übermäßige und ungeordnete Wechselkursbewegungen. Dabei halten die Experten in solchen Fällen auch Devisenmarkt-Interventionen von den Ländern für vertretbar, die über angemessene Reserven verfügen.
In Bezug auf die lockere Geldpolitik in den Industrieländern und den Abschied davon plädierte der IWF für "eine klare Kommunikation über die Intentionen der Zentralbank". Dies sei "lebenswichtig, um dabei zu helfen, neue finanzwirtschaftliche Exzesse oder abrupte Umsteuerungen des Kapitalflusses zu verhindern".
Es gebe durchaus Raum für eine bessere Zusammenarbeit beim Rückführen von unkonventionellen geldpolitischen Maßnahmen, insbesondere durch breitere Zentralbank-Diskussionen von Exit-Plänen. Der IWF forderte die Länder auf, zusätzlich Strukturreformen und glaubwürdige Konsolidierungspläne voranzutreiben, um mehr Finanzstabilität zu schaffen. Dies gelte etwa für die USA und Japan. Deutschland könnte durch eine Förderung inländischer Investitionen etwas für den Abbau globaler Ungleichgewichte tun.
04.09.2013, 13:38 Uhr | rtr, t-online.de
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