Milliarden nicht abgerufen
Griechenland soll alte EU-Hilfen nutzen dürfen09.09.2013, 10:56 Uhr | rtr, t-online.de, dpa-AFX
Wenn es um Finanzierungsmöglichkeiten für Griechenland geht, kann die EU sehr kreativ sein (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)
In den Jahren 2000 bis 2006 hat Griechenland Fördermittel der Europäischen Union nicht genutzt - jetzt soll Hellas diese Strukturhilfen in Höhe von 1,14 Milliarden Euro nachträglich abrufen dürfen. Das berichtet die "Wirtschaftswoche" und beruft sich auf das Umfeld des EU-Regionalkommissar Johannes Hahn.
Für das Geld hatte Griechenland in den betreffenden Jahren fristgerecht keine Verwendung gefunden. Regulär wären die Milliardenhilfen daher zum Jahresende verfallen. "Wir versuchen, die Fristen zu verlängern" zitiert das Magazin aus den Kreisen Hahns.
Mit dem Geld solle ausdrücklich nicht der griechische Haushalt saniert werden, heißt es weiter. Ziel der Finanzspritze ist es, die Wettbewerbsfähigkeit eines Landes zu erhöhen. Doch Hellas entlaste seine Staatskasse bereits jetzt über den EU-Haushalt, heißt es in dem Bericht.
Aktuell finanziert die EU mit 216 Millionen Euro ein Programm für mehr als 50.000 Erwerbslose, die von Oktober an für fünf Monate im öffentlichen Sektor arbeiten sollen. In der Periode von 2014 bis 2020 kann Griechenland mit 14,4 Milliarden Euro an Strukturhilfen aus Brüssel rechnen.
Griechenlands Ministerpräsident Antonis Samaras sieht indes sein krisengeschütteltes Land schon bald über den Berg. Ab dem kommenden Jahr werde die Wirtschaft wieder wachsen und dank der enormen Sparbemühungen winkten neue Hilfen der Euro-Partner, sagte Samaras. "Dieses Jahr war das härteste, das wichtigste und es wurde zum erfolgreichsten." Griechenland habe für alle Sünden der Vergangenheit bezahlt.
Nach den Worten des Regierungschefs wird die Rezession 2014 überwunden. Bereits jetzt zeige die Wirtschaft überraschende Fortschritte. Sie werde im laufenden Jahr weniger stark schrumpfen als erwartet. EU-Kommission und Internationaler Währungsfonds (IWF) rechnen bislang mit einem Rückgang des Bruttoinlandsprodukts (BIP) von 4,2 Prozent.
Im zweiten Quartal war das Minus dank des wieder boomenden Tourismus mit 3,8 Prozent so gering wie seit drei Jahren nicht mehr. Der IWF geht für kommendes Jahr von einem Wachstum von 0,6 Prozent aus und einem leichten Rückgang der Arbeitslosenquote auf 26 von 27 Prozent.
09.09.2013, 10:56 Uhr | rtr, t-online.de, dpa-AFX
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