07.06.2011, 10:01 Uhr | dpa, dapd
Der hohe Ölpreis, die Unruhen in der arabischen Welt und die Naturkatastrophe in Japan belasten die Fluggesellschaften weltweit schwer. Ihr Branchenverband IATA halbierte die Gewinnprognose für dieses Jahr daher auf einen Schlag um die Hälfte: 2011 rechnen die Airlines nur noch mit einem Plus von vier Milliarden Dollar (2,7 Milliarden Euro), wie IATA-Chef Giovanni Bisignani in Singapur sagte. Noch im März hatte der Verband seine Prognose für dieses Jahr auf 8,6 Milliarden Dollar Gewinn heraufgesetzt. Das war allerdings wenige Tage vor dem Erdbeben und dem Tsunami in Japan.
Der trübe Ausblick für 2011 folgt einem Rekordjahr. 2010 hatten die Fluggesellschaften weltweit 18 Milliarden Dollar Gewinn eingeflogen. Die IATA hatte aber bereits mit deutlich niedrigeren Gewinnen 2011 gerechnet. Doch dass diese so niedrig ausfallen würden, hatte sie nicht vorhergesehen.
Der Ölpreis ist dabei der größte Faktor. Ihn berechnete der Verband zunächst mit durchschnittlich 96 Dollar pro Barrel - nun kalkuliert sie mit im Schnitt 110 Dollar pro Barrel, ein Aufschlag um 15 Prozent. Die Kosten für das Kerosin machten mittlerweile 30 Prozent der Gesamtkosten aus, sagte Bisignani. 2001 seien es noch 13 Prozent gewesen.
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Die IATA übte zudem scharfe Kritik an der Europäischen Union: Der Alleingang in Sachen Emissionshandel, in den die Luftfahrt-Industrie ab 1. Januar nächsten Jahres einbezogen werden soll, sei eine Schande, sagte der scheidende Generaldirektor des Luftfahrtverbandes IATA, Giovanni Bisignani. "Nehmt den Klimawandel ernst, aber seid auch ehrlich und entwickelt eine globale Lösung dafür", meinte Bisignani am Montag zum Auftakt der Jahrestagung des Verbandes. "Wir müssen basta zu Europa sagen", sagte der Italiener - zu deutsch: "Es reicht!"
Die EU hat beschlossen, einseitig ab kommenden Januar Klimaschutzauflagen für Fluggesellschaften durchsetzen. Die Kohlendioxid-Emissionen der Luftfahrt werden dann gedeckelt und die Fluggesellschaften - auch ausländische - müssen Verschmutzungszertifikate kaufen. Allein die Lufthansa rechnet pro Jahr mit Kosten zwischen 150 und 350 Millionen Euro.
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Die europäische Airlines sehen darin eine Wettbewerbsverzerrung, sagte Lufthansa-Chef Christoph Franz. China habe etwa Vergeltungsmaßnahmen angekündigt - das könne europäische Airlines durch Strafzahlungen aber auch in Form von Einschränkungen der Start- und Lande oder Überflugrechte treffen. "Der Klimawandel ist ein globales Problem und das braucht globale Lösungen", sagte Franz.
In der IATA sind 230 Fluggesellschaften aus aller Welt zusammengeschlossen. Sie repräsentieren rund 90 Prozent des weltweiten Flugverkehrs. Zahlreiche Billigflieger sind aber nicht Mitglieder des Verbandes.
Quelle: dpa, dapd
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