23.12.2011, 22:14 Uhr | dpa-AFX, AFP, AFP, dpa-AFX
Mehr als drei Jahre nach dem Zusammenbruch der US-InvestmentbankLehman Brothers dürfen die Gläubiger des einstigen Wall-Street-Riesen bald mit einer Entschädigung rechnen. Nachdem am 6. Dezember der zuständige New Yorker Insolvenzrichter James Peck einem überarbeiteten Insolvenzplan zugestimmt hat, wird mit ersten Auszahlungen Anfang kommenden Jahres gerechnet.
Ende November hatte eine große Mehrheit der Lehman-Gläubiger das Vorgehen gebilligt. Jetzt sollen insgesamt sollen 65 Milliarden Dollar (49 Milliarden Euro) ausgeschüttet werden. Damit erhalten die Gläubiger deutlich weniger zurück - etwa ein Zehntel - als ihre Forderungen, die sich auf 450 Milliarden Dollar beliefen.
Das Geld wird auch nicht auf einen Schlag fließen. Die Bank hat nur einen Teil des Vermögens bar in der Kasse. Von dem Restvermögen seien derzeit nur 25 Milliarden Dollar liquide, hieß es in vertrauten Kreisen.
Bei der übrigen Summe handele es sich etwa um Immobilien, die erst noch zu Geld gemacht werden müssten. Die Gelder würden dann zunächst an vorrangige Gläubiger in den USA gehen, etwa die Steuerbehörde oder halbstaatliche Einrichtungen wie die Immobilienfinanzierer Fannie Mae und Freddie Mac.
Damit könnte es sich noch drei bis fünf Jahre hinziehen, bis bei Lehman Brothers endgültig die Lichter ausgehen. Das offizielle Ende des Insolvenzverfahren könnte das Gericht den Angaben zufolge am 31. Januar erklären.
Lehman Brothers war im September 2008 wegen missglückter Spekulationen auf dem US-Häusermarkt zusammengebrochen. Der Kollaps hatte die Finanzmärkte erschüttert und eine weltweite Finanzkrise ins Rollen gebracht. Nach Angaben der mit der Abwicklung betrauten Zweckgesellschaft Lehman Brothers Holdings Inc. war es die "größte und komplexeste" Pleite der Geschichte mit etwa 7000 Betroffenen.
Seit dieser Zeit läuft die Abwicklung der einst viertgrößten Investmentbank der Welt. Das Prozedere zog sich so lange hin, weil Lehman Tochterfirmen in mehr als 40 Ländern hatte. Auch in Deutschland kümmert sich ein Insolvenzverwalter um die Ansprüche der Gläubiger.
Kreditsumme
Im September hatte der Bundesgerichtshof (BGH) die Hoffnung vieler Kleinanleger der Pleite-Bank platzen lassen, ihre verlorene Investition doch noch zurück zu bekommen. Der BGH hatte die Schadenersatzklagen von zwei Anlegern abgewiesen. Die Anleger seien beim Kauf von Zertifikaten nicht unzureichend oder falsch beraten worden, hatten die Richter ihr Urteil begründet.
Ihnen sei verdeutlicht worden, dass ihre Gelder verloren seien, wenn die damals von führenden Ratingagenturen exzellent bewertete Bank zahlungsunfähig würde. Dies war im September 2008 dann mit dem Platzen der Immobilienblase in den USA geschehen. Nach Schätzungen von Experten haben mehr als 40.000 Deutsche auf Anraten ihrer Banken zwischen 10.000 und 50.000 Euro in Lehman-Zertifikate investiert und insgesamt etwa 750 Millionen Euro verloren.
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