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Windkraft-Zulieferer Siag stellt Insolvenzantrag

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Windkraft-Zulieferer Siag stellt Insolvenzantrag

20.03.2012, 13:26 Uhr | dpa-AFX

Windkraft-Zulieferer Siag stellt Insolvenzantrag. Bald gibt es vielleicht keine Segmente für Windkraftanlagen von Siag mehr (Quelle: dpa)

Bald gibt es vielleicht keine Segmente für Windkraftanlagen von Siag mehr (Quelle: dpa)

Eine Menge schlechter Nachrichten präsentierte der Windkraftzulieferer Siag Schaaf: Das zahlungsunfähige Unternehmen hat beim Amtsgericht Montabaur Insolvenzantrag eingereicht. Als Gründe für die Pleite nannte das Unternehmen hohe Verluste in den USA, eine von der Finanz- und Wirtschaftskrise verursachte Unterbeschäftigung in den Jahren 2010 und 2011 sowie Verzögerungen im Projektgeschäft. Zugleich kündigte der Windkraftanlagenhersteller Bard an, seine Rotorblattfertigung in Emden zu schließen.

Probleme bei der Anbindung vom Meer ans Stromnetz

Siag produziert Stahlelemente für Windkraftanlagen an Land und auf dem Meer. Die Offshore-Windkraftbranche plagen derzeit Probleme bei der Anbindung von Anlagen im Meer ans Stromnetz. Mehrere Windparks werden voraussichtlich erst mit monatelanger Verspätung ans Netz gehen.

Zum vorläufigen Insolvenzverwalter bei Siag Schaaf wurde nach Unternehmensangaben Jan Markus Plathner von der Kanzlei Brinkmann & Partner bestellt. "Unser primäres Ziel ist es, den Geschäftsbetrieb bei den betroffenen Gesellschaften zu stabilisieren und nach Möglichkeit nahtlos fortzuführen. Deshalb müssen wir in den nächsten Tagen zunächst die dafür notwendige Liquidität schaffen und mit den Kunden und Lieferanten sprechen, um gemeinsam Lösungen für die laufenden Projekte zu finden", sagte er laut Mitteilung.

Diese sieben Energie-Konzerne sind am grössten

Standorte sollen erhalten bleiben

Zudem werde die Vorfinanzierung des Insolvenzgeldes für die Mitarbeiter in die Wege geleitet. Die Geschäftsführung will den Angaben zufolge mit Plathners Hilfe einen Insolvenzplan erarbeiten, der möglicherweise in einem sogenannten Planinsolvenzverfahren in Eigenverwaltung umgesetzt werden soll. "Ziel ist der Erhalt der Produktionsstandorte und nicht die Zerschlagung der SIAG Gruppe", hieß es in der Mitteilung.

Experten wie Norbert Schwieters von der Prüf- und Beratungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers sehen aber keine Parallelen zur Pleitewelle in der Solarenergie-Branche, die unter der drastischen Kürzung der Solarförderung und Billigkonkurrenz aus China leidet. Die Windenergie sei eine etablierte Branche, die nicht den Subventionsbedarf wie die Photovoltaik habe.

100 Mitarbeiter bei Bard vor Kündigung

Bei Bard wurden als Grund für die Schließung der Rotorblattfertigung fehlende Anschlussaufträge nach Abschluss der Fertigung für den Windpark Bard Offshore 1 genannt. Betroffen seien etwa 100 Mitarbeiter, sagte der Geschäftsführer der Bard-Holding, Bernd Ranneberg. Außerdem seien die Gespräche zur Übernahme des Unternehmens durch einen Investor noch nicht abgeschlossen.

"Dieses ist kein Schicksalstag für die Bard-Gruppe und dies ist auch kein Schicksalstag für die deutsche Offshore-Industrie", betonte Ranneberg. In anderen Bereichen expandiere Bard.

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Auch Tochterfirmen betroffen

Der Insolvenzantrag bei Siag bezieht sich auch auf fünf Tochterfirmen. Welche Folgen das Insolvenzverfahren für wie viele Mitarbeiter hat, war zunächst offen. Insgesamt beschäftigen die Gesellschaften des Unternehmens rund 1800 Mitarbeiter an elf Standorten in Deutschland, Tschechien, Frankreich, Ägypten, Singapur sowie in den USA.

Nicht betroffen von der Insolvenz sind die Siag Nordseewerke in Emden mit rund 700 Mitarbeitern sowie die Auslandsgesellschaften. Siag hatte die Nordseewerke im Jahr 2010 zu großen Teilen von ThyssenKrupp übernommen.

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Verzögerung bei Projektabwicklung

Schon seit einigen Wochen gibt es bei Siag Schaaf Industrie massive finanzielle Probleme. Ende Februar hatte das Unternehmen mitgeteilt, dass mindestens die Hälfte des Grundkapitals aufgezehrt sei. Die Ursache seien Verzögerungen bei der Abwicklung von Projekten. Damals sagte ein Sprecher, das Unternehmen verfüge über "erhebliche Reserven", so dass der Bestand nicht gefährdet sei. Im Dezember 2011 war der Finanzvorstand Roland Schüttpelz mit sofortiger Wirkung abberufen worden.

 
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