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Apple und fünf große Verlage: US-Regierung klagt wegen Preisabsprachen

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US-Regierung verklagt Apple

13.04.2012, 15:18 Uhr | t-online.de, AFP, dpa

Apple und fünf große Verlage: US-Regierung klagt wegen Preisabsprachen . US-Kartellwächter haben Apple im Visier (Quelle: dapd)

US-Kartellwächter haben Apple im Visier (Quelle: dapd)

Im Streit um Preise für elektronische Bücher wagt Apple eine Kraftprobe mit den US-Wettbewerbshütern. Diese werfen dem iPad-Hersteller und fünf großen Verlagen vor, sich bei Preisen für E-Books abgesprochen zu haben. "Wir sind der Überzeugung, dass die Kunden als Folge dieser Vereinbarung für populäre Titel Millionen Dollar zuviel gezahlt haben", erklärte US-Justizminister Eric Holder. Das Ministerium hat deshalb Klage eingereicht. Apple hat die Vorwürfe inzwischen gekontert.

Apple und zwei Verlage riskieren Prozess

In einer ähnlichen Untersuchung in Europa streben Apple und alle vier betroffenen Verlage nach Angaben der EU-Kommission eine Einigung an. In den USA gaben drei Verlage klein bei und ließen sich in einem Vergleich verpflichteten, die Preise freizugeben. Apple und zwei weitere große Verlagshäuser lassen es offenbar auf einen Prozess ankommen.

Kartellwächter kritisieren Händler-Deals

Denn es geht um viel Geld: Vor dem Verkaufsstart des iPad von Apple hatte Amazon, Anbieter des E-Book-Readers Kindle, elektronische Ausgaben vieler Bestseller für den Preis von 9,99 Dollar verkauft. Mit dem Erscheinen des iPad setzte Apple ein neues Preissystem für E-Bücher durch, bei dem die Verlage, nicht die Händler, die Preise festsetzen und Apple 30 Prozent davon einbehält.

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Nach Apple weiteten die Händler die Deals auf andere Anbieter aus. Diese Verträge monieren die Kartellwächter nun. In der Folge stiegen die Preise für E-Bücher. Amazon musste daraufhin die Konditionen mit den Verlegern neu aushandeln.

IT-Konzern weist Vorwürfe zurück

Der IT-Riese hat den Vorwurf, die Preise für elektronische Bücher auf diese Weise in die Höhe getrieben zu haben, jedoch zurückgewiesen. Der Start des Apple-Ladens für E-Bücher, des iBookstore, habe im Jahr 2010 "Innovation sowie Wettbewerb vorangetrieben und die monopolistische Marktmacht" des Onlinehändlers Amazon gegenüber den Verlagen gebrochen, sagte ein Apple-Sprecher. Apple habe es einfach den Verlagen überlassen, die Preise festzusetzen - wie es bei den Apps für iPhone und iPad der Fall sei.

Absprachen sollten Amazon in Schach halten

Eine Klage hatte sich bereits angedeutet. Das US-Justizministerium durchleuchtet seit Monaten den E-Book-Markt. Anders als in Deutschland gibt es in den USA keine Buchpreisbindung. Das hatte insbesondere der Onlinehändler Amazon ausgenutzt und elektronische Bücher zu Kampfpreisen angeboten - sehr zum Missfallen der Verlage, die eine Entwertung von Büchern fürchteten und zudem Probleme hatten, ihre gedruckten Exemplare zu guten Preisen zu verkaufen.

Die Verlage, die jetzt dem Vergleich zugestimmt haben, sind Hachette, Harper Collins sowie Simon & Schuster (CBS). Nicht zugestimmt haben nach Angaben des Justizministeriums Penguin (Pearson) sowie das Verlagshaus Macmillian, das zur deutschen Mediengruppe Georg von Holtzbrinck gehört. Gegen die beiden Verlage und Apple würde weiterhin rechtlich vorgegangen, sagte Holder. Apple äußerte sich zunächst nicht.

Auch EU-Kommission ermittelt gegen IT-Riesen

Auch die EU-Kommission ermittelt seit Dezember offiziell gegen eine Gruppe aus Verlagen und Apple, ebenfalls wegen des Verdachts auf Kartellbildung. Nach Angaben der Kommission machen Apple, Simon & Schuster, Harper Collins, Hachette Livre und die Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck Vorschläge für einen frühen Abschluss des Verfahrens.

Absprachen zum Schaden von Verbrauchern sind in der EU ebenso wie in den USA streng verboten. In den Vereinigten Staaten hatten Kunden zudem eine der gefürchteten Sammelklagen eingereicht.

 
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