18.04.2012, 19:12 Uhr | dpa, t-online.de
Audi beschert Volkswagen eine weitere Marke. Wie bereits seit Monaten kolportiert, kauft der Ingolstädter Autobauer den italienischen Motorradbauer Ducati. Die Aufsichtsräte segneten das Geschäft einen Tag vor der VW-Hauptversammlung am Donnerstag ab. Aus Branchenkreise hieß es, Audi zahle 860 Millionen Euro für den Zweiradhersteller.
Der Einstieg des VW-Konzerns in das Motorradgeschäft war bereits seit längerem erwartet worden. Vor allem dem VW-Patriarchen Ferdinand Piëch wurde immer wieder Interesse an Ducati nachgesagt. VW-Chef Martin Winterkorn hatte die Kaufabsichten bisher nicht eindeutig dementiert, aber auch nicht bestätigt. Audi ist auch die Mutter des italienischen Sportwagenbauer Lamborghini. Zudem gehört die italienische Luxusmarke Bugatti zum VW-Imperium.
Ducati wurde 1926 gegründet und gehört zu den bekanntesten Motorradherstellern der Welt. Der Finanzinvestor Investindustrial hatte das Traditionsunternehmen vor einigen Jahren übernommen, als es in einer Krise steckte. Vor kurzem kündigte Investindustrial an, das Unternehmen für bis zu eine Milliarde Euro verkaufen zu wollen. Der Hersteller machte 2011 einen Umsatz von gut 480 Millionen Euro und schreibt schwarze Zahlen. Rund 42.000 Motorräder verkauften die Italiener im vergangenen Jahr. Die Marke gilt als "Perle" der Branche und genießt einen hervorragenden Ruf. Dennoch gibt es Probleme.
Das Zweiradgeschäft gilt als ziemlich schwierig. In Europa bekamen die Hersteller bereits die jüngste Wirtschaftskrise heftig zu spüren und konnten sich anders als die Autobauer kaum erholen. Der Markt auf dem Kontinent hat sich zuletzt halbiert. Auch die Schuldenkrise verunsichert die Verbraucher - und Motorräder gelten wohl vielen Käufern als eher verzichtbare Anschaffung. Deshalb haben sich viele Hersteller längst vom Zweirad verabschiedet. In Deutschland produziert derzeit BMW als einziger Autobauer Motorräder.
VW schreckt das nicht, auch weil Ducati wohl Technik zu bieten hat, die auch für die Autoproduktion nützlich sein kann, etwa im Leichtbau oder bei Motoren. In Deutschland produziert BMW als einziger Autobauer Motorräder. Bis in die Nachkriegszeit hatten auch die Audi-Vorgänger NSU und DKW noch Zweiräder gebaut.
Quelle: dpa, t-online.de
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