07.05.2012, 10:58 Uhr | dpa-AFX, dapd, t-online.de
Presse-Berichten zufolge droht dem Opel-Stammwerk in Rüsselsheim ein markanter Einschnitt. Der amerikanische Mutterkonzern General Motors (GM) wolle die Produktion des Kompaktwagens Astra aus Deutschland abziehen und das beliebte Auto künftig nur noch in England und Polen zusammenbauen, berichtet die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" (FAZ). Damit sollen die jahrelangen Milliardenverluste der Traditionsmarke beendet werden.
Von 2015 an solle die nächste Generation des für Opel so wichtigen Modells nur noch im englischen Werk in Ellesmere Port und im polnischen Gliwice vom Band rollen. Offiziell werde diese Entscheidung Mitte Mai verkündet, schrieb die "FAZ". Das Blatt bezieht sich auf Angaben führender Gewerkschafter, die sich auf Aussagen von GM-Vizechef Stephen Girsky berufen.
Betriebsratschef Wolfgang Schäfer-Klug sagte der Zeitung: "Wir bestehen darauf, dass Rüsselsheim der dritte Astra-Standort bleibt." Die Adam Opel AG erklärte, eine Entscheidung über die Produktionsstätte der nächsten Generation des Astras falle nach Gesprächen mit Arbeitnehmervertretern.
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Derweil ist der Betriebsrat zu einem neuerlichen Lohnverzicht bereit. "Die Arbeitnehmerseite hat vorgeschlagen, die Investitionen für Produktion der nächsten Astra-Generation zu übernehmen, wenn sie nach Rüsselsheim kommt", hieß es am Montagvormittag aus Gewerkschaftskreisen. Um die vom Management geplante Verlagerung der Rüsselsheimer Astra-Fertigung nach England und Polen zu verhindern, würden die Beschäftigten auf Lohnbestandteile in Höhe von etwa 35 Millionen Euro verzichten.
Die Produktion in Rüsselsheim ist verhältnismäßig teuer für Opel. Die Beschäftigten würden übertariflich bezahlt, so die "FAZ". In England und Polen seien die Belegschaften billiger und flexibler.
Der Kompaktwagen Astra ist neben dem Corsa mit einem Produktionsvolumen von jährlich rund 330.000 Einheiten das mit Abstand wichtigste Opel-Modell. Die Astra-Produktion in Rüsselsheim habe erst 2011 begonnen; im vergangenen Jahr seien 18.300 Astra dort vom Band gerollt. Europaweit habe Opel 328.900 Einheiten des Fahrzeugs produziert.
Außer dem Astra, der laut Produktionsplan in Rüsselsheim ein Drittel der Kapazität auslasten soll, wird dort nur noch die Mittelklasse-Limousine "Insignia" produziert. Opel betonte, dass das Werk Rüsselsheim das einzige Insignia-Werk im europäischen Produktionsverbund sei und damit ein Alleinstellungsmerkmal genieße. "Es ist einer unserer modernsten Standorte, von dem wir uns weitere Effizienzverbesserungen versprechen, um zusätzliche Investitionen zu tätigen."
Quelle: dpa-AFX, dapd, t-online.de
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