10.05.2012, 19:21 Uhr | dpa-AFX, t-online.de
Der Umbau des angeschlagenen Autobauers Opel könnte nach "Spiegel"-Informationen für die deutschen Standorte noch schlimmer werden als angenommen. Nachdem die Astra-Produktion ins Ausland verlagert und das Werk Bochum geschlossen werden soll, setze die US-Mutter General Motors (GM) jetzt auch im Rüsselsheimer Entwicklungszentrum den Rotstift an, berichtete "Spiegel Online". Der nächste Zafira soll nicht mehr dort konstruiert werden.
Die nächste Generation des Familien-Vans einschließlich der Motoren soll nach dem Willen der US-Manager nicht mehr in Rüsselsheim, sondern beim neuen französischen Partner PSA (Peugeot-Citroën) entwickelt werden, meldete das Magazin.
GM wollte den Bericht nicht kommentieren. In Rüsselsheim wurde die Meldung zurückgewiesen: "Wir haben gesagt, dass GM/Opel und PSA in einer Reihe von Produktprogrammen kooperieren wollen. Welche das sein werden, ist aber noch nicht entschieden."
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"Spiegel Online" berichtete hingegen, die Zafira-Entwicklung sei eines der ersten Kooperationsprojekte, die GM mit dem Autokonzern Peugeot-Citroën vereinbaren wolle. Dadurch seien im Entwicklungszentrum Rüsselsheim mehrere hundert der aktuell rund 4500 Arbeitsplätze bedroht.
Das Zentrum genießt zwar auch innerhalb des GM-Konzernverbunds einen guten Ruf. Doch das Management in Detroit wolle Investitionskosten sparen und sich deshalb Entwicklungsaufgaben mit Peugeot teilen. Ein Opel-Sprecher sagte jedoch: "Aufgrund der Allianz mit PSA werden im Entwicklungszentrum in Rüsselsheim keine Jobs verloren gehen."
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Auch die Verlagerung nach Osteuropa will GM nach dem Bericht weiter vorantreiben. Nach den Informationen sollen in der Rüsselsheimer Opel-Zentrale 150 bis 200 Stellen abgebaut und nach Polen übertragen werden. Das Management hatte mehrfach betont, dass die Kosten bei Opel gesenkt werden müssen, um wieder in die schwarzen Zahlen zu kommen. Wie genau dies geschehen soll, ist nach den jüngsten Angaben aber noch nicht entschieden.
Die Pläne des Managements, das Opel-Zugpferd Astra künftig nicht mehr in Deutschland zu fertigen, waren erst am Montag bekanntgeworden. Eine Entscheidung steht zwar noch aus. Aber in Gewerkschaftskreisen wird bereits befürchtet, dass das Management im Stammwerk Rüsselsheim künftig statt des Astra den Zafira vom Band laufen lassen will, um so das Werk in Bochum mit 3200 Beschäftigten 2015 schließen zu können.
Quelle: dpa-AFX, t-online.de
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